Hilfstransport Wirtschaftsjunioren Chemnitz sammeln für Flutopfer

Die Flutkatastophe im Westen Deutschlands hat bei vielen Sachsen Erinnerungen an die Überschwemmungen 2002 und 2013 geweckt. Damals kam Hilfe aus dem gesamten Bundesgebiet bei den Betroffenen an. Nun wollen viele Sachsen den Flutopfern in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz helfen.

Eine blonde Frau nimmt von einem älteren Ehepaar Eimer und Kärcher entgegen.
Bereits am Vormittag gaben die Spender Geräte wie Hochdruckreiniger und Hygieneartikel ab. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Die Chemnitzer Wirtschaftsjunioren haben am Dienstag in der Schönherr-Fabrik eine Sammelaktion für die von der Flut betroffene Gemeinde Sinzig in Rheinland-Pfalz gestartet. Die Chemnitzer koordinieren eine sachsenweite Aktion, um die Flutopfer mit dringend benötigten Hilfsgütern zu versorgen, sagt Marlen Zellmeier von den Wirtschaftsjunioren Chemnitz. "Wir sind ja ein deutschlandweiter Verband von Jungunternehmern und jungen Führungskräften. Wir sind stark vernetzt und wollen dieses Netzwerk auch in solchen schlimmen Situationen nutzen."

Direkter Kontakt zu den Betroffenen

Der Kontakt nach Sinzig kam über Betroffene Unternehmer der Region zustande, sagt Marlen Zellmeier. "Auch Wirtschaftsjunioren in den Flutgebieten sind betroffen. Wir wollen unser Netzwerk nutzen, so gut es geht." Daher ließe sich nun auch genau sagen, womit den Betroffenen im Moment geholfen werden könne. "Wir werden vor Ort am Donnerstag mit genau den Dingen erwartet, die wir hier sammeln. Dazu gehört alles, was zum Aufräumen benötigt wird: Besen, Eimer, Schaufeln, Notstromaggregate, Hochdruckreiniger und auch Hygieneartikel." Wichtig seien aber auch geladene Powerbanks, Wasserkocher, Batterien und Taschenlampen.

Marlen Zellmeier von den Wirtschaftsjunioren Chemnitz, eine Frau mit blonden Locken.
Marlen Zellmeier von den Wirtschaftsjunioren Chemnitz war mit dem Anlaufen der Sammelaktion sehr zufrieden. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Viele Spender waren oft selbst Hochwasseropfer

Ein Ehepaar, das gleich am Vormittag zur Schönherr-Fabrik gekommen ist, war selbst schon vom Hochwasser betroffen. "Wir haben einen Kärcher gebracht. Wir haben selbst schon Hochwasser erlebt, weil wir an einem Bach wohnen. Natürlich war das lange nicht so schlimm wie das, was die Menschen dort erleben müssen." Ganz pragmatisch sieht es ein älterer Mann, der Hygieneartikel abgibt. "Ich will helfen, weil es den Menschen dort nicht gut geht. So lange es uns gut geht, bin ich der Meinung, sollte man da auch helfen. Bereits Minuten später kommt ein Mann mit einem großen Karton voller Hilfsgüter zur Tür herein. "Ich habe die Fernsehbilder gesehen und hier in Chemnitz auch schon mal Hochwasser erlebt - da kann man nur helfen. Sanitärartikel, Gesichtsmasken und so weiter habe ich zusammengepackt. Damit kann ich etwas helfen."

Bis zum Dienstagnachmittag wurden bereits 70 Spenden in der Schönherrfabrik abgegeben. Bis zum Mittwochabend können noch Spenden in der zentralen Sammelstelle der Wirtschaftsjunioren auf der Bahnhofstraße 3 in Limbach-Oberfrohna abgegeben werden. Von dort werden am Donnerstag statt des geplanten Kleintransporters mindestens zwei Fahrzeuge auf die Reise geschickt.

Eine blonde Frau trägt Eimer, Besen und Schaufel über einen Hof zu einer Tür.
Am Nachmittag waren so viele Spenden eingegangen, dass zwei Transporter in Richtung Sinzig geschickt werden können. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Quelle: MDR/tfr/nk

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalreport aus dem Studio Chemnitz | 20. Juli 2021 | 16:30 Uhr

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