Innovation Am Klinikum Chemnitz operieren bald Roboter

Zwei Männer in OP-Kleidung stehen in einem Operationsraum vor Robotern und einem OP-Tisch
Robotertechnik soll die Chirurgen am Klinikum Chemnitz bei Eingriffen im Bauchhöhlenbereich unterstützen. Bildrechte: CMR Surgical

Das Klinikum Chemnitz führt als erstes deutsches Krankenhaus das chirurgische Robotersystem "Versius" ein, das in der Allgemeinchirurgie verwendet werden soll. Wie der britische Hersteller des Systems, das in Cambridge ansässige Unternehmen CMR Surgical am Dienstag mitgeteilt hat, soll es die Chirurgen bei sogenannten laparoskopischen Eingriffen unterstützen.

Laparoskopie Laparoskopie ein Operationsverfahren mittels sogenannter Schlüssellochchirurgie. Hierfür werden mehrere, etwa fünf bis 15 Milimeter lange Schnitte im Bereich des Bauches gesetzt. Dies dient dazu, die notwendigen Instrumente sowie eine Kamera in den Bauchraum einzubringen. Weiterhin ist das einblasen von Kohlendioxid in die Bauchhöhle notwendig, um dadurch genügend Platz im Bauchraum zu schaffen.

Neuer Technologien für bessere Patientenversorgung

Nach Angaben von CMR ist das Robotersystem bereits in mehr als 1.000 Kliniken in Europa, Australien und Indien in Einsatz. Das Klinikum Chemnitz werde das System gemeinsam mit dem Hersteller und internationalen Experten auch für die Anwendung in der Thoraxchirurgie testen.

Prof. Dr. Lutz Mirow, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie am Klinikum Chemnitz, sagt: "Wir sind stolz darauf, Vorreiter bei der Einführung neuer Medizintechnologien für eine bessere Patientenversorgung zu sein, und Versius bestärkt uns noch in dieser Rolle." Es sei spannend an einem klinischen Programm zu arbeiten, das die Nutzung von robotergestützter, minimalinvasiver Chirurgie in Deutschland voran bringen soll.

Vorteile für Chirurgen und Patienten

Nach Angaben von CMR soll das Robotersystem dabei helfen, Stress und Ermüdung bei den Medizinern zu reduzieren. Der Roboter ahme den menschlichen Arm nach. Das Gerät besitze gleich mehrere davon. Dies ermögliche den Chirurgen eine erhöhte Beweglichkeit und Präzision. Zudem könne es einfach zwischen verschiedenen Operationssälen bewegt werden. Davon könnten Teams aus unterschiedlichen Disziplinen profitieren. Auch für Patienten habe das System Vorteile, hieß es vom Klinikum. "Es sorgt für kürzere Krankenhausaufenthalte nach der OP, verringert Schmerzen und ist damit ein großer Fortschritt in der Patientenversorgung."

Das Klinikum Chemnitz ist das drittgrößte Krankenhaus Deutschlands in kommunaler Trägerschaft.

Luftaufnahme eines Krankenhaus-Areals mit verschiedenen Funktionsgebäuden.
Klinikum Chemnitz (Archivbild) Bildrechte: Klinikum Chemnitz/Achim Keiper

Quelle: MDR/tfr

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 16.02.2021 | 16:30 Uhr in den regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

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