Ermittlungen Attacke in Würzburg: Tatverdächtiger war bereits in Sachsen auffällig

Polizisten stehen in der Innenstadt von Würzburg
Polizisten sicherten am vergangenen Freitag die Innenstadt von Würzburg. Bildrechte: dpa

Der Tatverdächtige im Fall des tödlichen Messerangriffs von Würzburg hat von 2015 bis 2019 in Sachsen gelebt. Wie ein Sprecher des Landeskriminalamtes mitteilte, war der Mann bereits damals ins Visier der Ermittlungsbehörden geraten. Demnach ermittelte die Staatsanwaltschaft Chemnitz wegen gefährlicher Körperverletzung gegen ihn. Dabei habe es sich um eine tätliche Auseinandersetzung in einer Asylunterkunft gehandelt. Die Ermittlungen waren dann eingestellt worden.

Täter war polizeibekannt

Der 24 Jahre alte Somalier hatte am Freitag in der Würzburger Innenstadt drei Frauen getötet. Außerdem verletzte er sieben Menschen, einige von ihnen lebensgefährlich. Der Verdächtige befindet sich in Untersuchungshaft. Die Hintergründe der Tat sind nach wie vor unklar. Ein islamistisches Motiv wird nicht ausgeschlossen. Auch war der Täter laut Informationen des bayrischen Innenministeriums in den vergangenen Monaten gewalttätig und psychisch auffällig gewesen und befand sich wenige Tage vor dem Angriff zwangsweise in einer psychiatrischen Einrichtung.

Leichtfertiger Umgang mit Gefährdern?

Auch bei dem tödlichen Messerangriff im Oktober in Dresden auf ein homosexuelles Paar war der Täter polizeibekannt. Der 20 Jahre alte Syrer galt als islamistischer Gefährder. Er hatte nur wenige Tage vor dem Mordanschlag seine Haftstrafe abgesessen und dort an einem Deradikalisierungsprogramm teilgenommen. Den sächsischen Behörden wurden nach der Tat Versäumnisse im Umgang mit Gefährdern vorgeworfen.

Quelle: MDR/ma/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | in den Nachrichten | 29. Juni 2021 | 06:00 Uhr

Mehr aus Chemnitz und Stollberg

Mehr aus Sachsen