Auf einem Schild steht mit Hand geschrieben "geschlossen".
Die Kitabedarfsplanung der Stadt Chemnitz sieht vor, bis 2027 fünf Einrichtungen zu schließen. (Archivbild) Bildrechte: IMAGO / Eibner

Geburtenrückgang Eltern protestieren gegen geplante Kita-Schließungen in Chemnitz

11. Januar 2023, 15:46 Uhr

Mit einer Petition wollen betroffene Eltern die Schließung von fünf Kitas in Chemnitz verhindern. Die Stadt will Einrichtungen schießen, weil die Geburtenzahlen seit 2017 kontinuierlich sinken, argumentiert die Verwaltung. Auch die Einwohnerzahl gehe zurück. Daher würden in Zukunft auch weniger Plätze in den Kindertageseinrichtungen gebraucht.

Betroffene Eltern aus Chemnitz haben eine Petition gegen die ab 2027 geplante Schließung von Kitas gestartet. Sie fordern darin, den Betreuungsschlüssel für die Kinderbetreuung zu optimieren, statt wie angekündigt fünf Einrichtungen zu schließen.

Laut Kitabedarfsplan ist der Geburtenrückgang Grund für die Schließung

Das Jugendamt der Stadt Chemnitz hatte zuvor in seinem Kitabedarfsplan die Schließung von fünf Einrichtungen bis 2027 angekündigt. Grund sei der Rückgang der Geburtenzahlen in der Stadt.

In einer Mitteilung der Stadt heißt es, dass ab Sommer 2023 in fünf kommunalen Kindertageseinrichtungen keine neuen Kinder mehr aufgenommen werden sollen. Diese Einrichtungen sollen demnach spätestens im Sommer 2027 geschlossen werden.

Folgende Kitas sollen 2027 geschlossen werden:

  • Kita Altendorfer Straße 25 (Kapazität 105 Plätze)
  • Kita Albert-Schweitzer-Straße 71 (Kapazität 75 Plätze)
  • Kita Fürstenstraße 263 – 265 (Kapazität 106 Plätze)
  • Kita Weststraße 11 (Kapazität 98 Plätze)
  • Kita Alfred-Neubert-Straße 55/57 (Kapazität 95 Plätze) – außer Hortbetreuung


Damit entfallen 2027 insgesamt 479 Betreuungsplätze.

Die Eltern, die ihre Kinder in diesen Kitas betreuen lassen, habe das Jugendamt bereits vorsorglich informiert, heißt es in der Mitteilung. Das Amt helfe bei der Suche nach einem geeigneten Platz, falls für jüngere oder künftige Kinder ein geeigneter Betreuungsplatz benötigt werde.

Kitas schon jetzt nicht voll ausgelastet

Nach Angaben der Stadt Chemnitz stellt die Stadt zur Zeit für 64 Prozent der Chemnitzer Kinder im Krippenalter einen Betreuungsplatz zur Verfügung. Im Jahr 2022 wurde dieses Angebot demnach jedoch nur von etwa 52 Prozent angenommen. Auch für Kinder im Kindergartenalter ist das Platzangebot größer als die Inanspruchnahme. Für Kinder im Hortalter werden Plätze in bedarfsgerechter Anzahl zur Verfügung gestellt, heißt es weiter.

Mit der aktuellen Bedarfsplanung werde weiterhin der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für jedes Kind gewährleistet. Falls kurzfristig wieder ein erhöhter Bedarf an Betreuungsplätzen bestehen sollte, etwa durch Kinder von geflüchteten Familien, könnten die Kapazitäten nach Aussage von Sozialbürgermeisterin Dagmar Ruscheinsky wieder erhöht werden.

Eine Erzieherin sitzt mit Kindern im Kindergarten im Kreis auf dem Boden
Falls kurzfristig mehr Kinder einen Kitaplatz benötigen, können die Kapaziäten nach Angaben der Stadt wieder erhöht werden. Bildrechte: IMAGO / imagebroker

Gleichzeitig wird darauf verwiesen, dass es nach der Schließung sogenannte Kita-Pendler geben werde, die für Verkehrs- und Umweltbelastungen sorgen würden. Bisher (Stand: Freitag, 11.30 Uhr) haben mehr als 3.800 Unterstützerinnen und Unterstützer die Petition unterzeichnet.

Die Kitabedarfsplanung des Chemnitzer Jugendamtes wird in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 24. Januar beraten. Abschließend entscheidet der Chemnitzer Stadtrat in seiner Sitzung am 8. Februar.

MDR (tfr/mdc)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Radioreport | 10. Januar 2023 | 18:00 Uhr

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