Prozess Verabredung zum Mord: Zweiter Angeklagter sagt aus

Zwei Männer müssen sich seit Anfang Mai vor dem Landgericht Chemnitz für die Verabredung zu einem Mord verantworten. Die Anklage wirft ihnen vor, dass sie einen Teenager zunächst vergewaltigen und dann töten wollten. Die Angeklagten räumen die Absprachen zwar ein, ihre Absichten sollen aber andere gewesen sein.

Die Justitia über dem Eingang am Landgericht Chemnitz
Am Chemnitzer Landgericht hat in dem Prozess um eine Verabredung zum Mord auch der zweite Angeklagte ausgesagt. Bildrechte: dpa

Im Chemnitzer Prozess um eine Verabredung zum Mord hat auch der zweite Angeklagte den Chat über die Tötung eines Jungen eingeräumt. Es wäre jedoch nie seine Absicht gewesen, das wirklich durchzuziehen, sagte der Berufskraftfahrer am Dienstag vor dem Landgericht. Vielmehr wollte der 27-Jährige seinen Chatpartner in Sicherheit wiegen, behauptete er.

Der andere Angeklagte hatte schon zum Prozessauftakt im Mai ausgesagt. Er habe das Ganze nie in die Tat umsetzen wollen, erklärte er damals vor Gericht. Vielmehr habe er selbst "Polizei spielen" wollen, um potenzielle Täter aufzudecken. Dazu habe er ein Fake-Profil angelegt und sich als Jugendlicher ausgegeben.

Verhandlung wird Ende Juni fortgesetzt

Den 27 und 36 Jahre alten Männern wird laut Anklage vorgeworfen, sich im Internet zur Vergewaltigung und Tötung eines Teenagers verabredet zu haben. Sie sollen sich in einem Facebook-Chat den Plan gefasst haben, einen Jungen in eine Chemnitzer Fabrikruine zu locken, zu missbrauchen und zu töten. Facebook hatte Ermittler des BKA über den Chatverlauf informiert. Die Gerichtsverhandlung soll Ende des Monats fortgesetzt werden.

Quelle: MDR/al/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz | 15. Juni 2021 | 11:30 Uhr

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