27.06.2020 | 14:27 Uhr Schlüsseldienst-Abzocke: Urteil in Chemnitz bestätigt

Wer sich ausgeschlossen hat, dem helfen Schlüsseldienste aus der Patsche. Die professionelle Türöffnung kostet natürlich etwas. Allerdings gelten 1.000 Euro dafür als Wucher. Das sieht auch das Amtsgericht Chemnitz so.

Ein Mann mit kurzen Haaren und T-Shirt schaut zu einem Aktenordner, in dem ein Anwalt blättert.
Dennis E. war wegen Wuchers verurteilt worden. Dagegen hatte er Berufung eingelegt. Bildrechte: Haertelpress/Harry Härtel

Am Amtsgericht Chemnitz ist am Freitag über die Bewährungsstrafe für den 28-jährigen Dennis E. aus Duisburg verhandelt worden. Er war im vergangenen Sommer wegen Wuchers bei seiner Schlüsseldienst-Tätigkeit zu neun Monaten Freiheitsentzug auf Bewährung verurteilt worden. Gegen das Urteil hatte er Berufung eingelegt.

Preise zwischen 700 und 1.100 Euro

Ein Mann mit kurzen Haaren und T-Shirt schaut zu einem Aktenordner, in dem ein Anwalt blättert.
Am Ende akzeptierte Dennis E. das Urteil aus der ersten Verhandlung. Bildrechte: Haertelpress/Harry Härtel

Im ersten Prozess waren drei Fälle in Sachsen verhandelt worden, bei denen Dennis E. Preise zwischen rund 700 und 1.100 Euro für das Aufbohren von Türschlössern verlangt hatte. Dabei habe er den Kunden am Telefon normale Preise genannt und auch klargemacht, dass er Anfahrtskosten und einen Sonntags-oder Samstagszuschlag möchte, sagt Gerichtssprecherin Marika Lang. "Vor Ort hat er vorgegeben, er könne die Tür nicht mit einfachen Methoden öffnen, sondern er müsse das Schloss aufbohren."

Am Ende des Prozesstages am Freitag zog Dennis E. seine Berufung zurück. Damit ist das Urteil von neun Monaten auf Bewährung jetzt gültig.

Quelle: MDR/tfr

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR | MDR UM 2 | 26.06.2020 | 14:00 Uhr

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