Rallye-Premiere "Sächsische Meister-Classic" in Chemnitz gestartet

Sachsen ist ein traditionelles Autoland. August Horch begründete in Zwickau 1910 eine Marke, die als Audi heute noch Weltruf hat. Nach dem Trabant werden heute in Sachsen VW, Porsche und BMW gebaut. Oldtimer der verschiedensten Marken haben hier ein Heimspiel. Und Oldtimer-Rallyes ziehen Tausende Besucher an die Strecken.

Ein Oldtimer-Cabriolet mit der Startnummer 1 passiert einen Startbogen.
Im Minutenabstand folgten die Teilnehmer der Oldtimer-Rallye dem Horch-Cabriolet mit der Startnummer 1. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Am Sonnabend ist an der Messe Chemnitz die "1. Sächsische Meister-Classic" gestartet. Genau 9:15 Uhr hob sich die Starterflagge für das erste Fahrzeug des insgesamt 66 Fahrzeuge umfassenden Starterfeldes. Die Young- und Oldtimer, die zwischen 25 und 93 Jahre auf den Rädern haben, absolvieren an zwei Tagen eine Strecke von rund 320 Kilometern.

Am Sonnabend führt die Route durch das Erzgebirge und das Vogtland. Am Sonntag wird in einer großen Runde Mittelsachsen erkundet. Veranstalter der Rallye ist die Kfz-Innung Sachsen West / Chemnitz GmbH. Die Organisation liegt in den Händen des erfahrenen Rallye-Veranstalters Pascal Kapp. "Für uns ist das ein doppeltes Jubiläum. Es ist die 60. Rallye, die wir veranstalten, aber die erste in Sachsen."

Um die Rallye vorzubereiten, war ein halbes Jahr Arbeit nötig. Ein besonderes Lob hält Kapp für die Sachsen bereit. "Alle sind hier sehr nett, unkompliziert und freundlich - die Behörden, die Teilnehmer und die Zuschauer. Das ist nicht überall so." Jedenfalls habe er das Konzept für die nächste Rallye in Sachsen schon in der Tasche.

Besuchermagnet Start der Oldtimer-Rallye "Sächsische Meister-Classic" in Chemnitz

Die Oldtimer-Rallye "Sächsische Meister-Classic" war bei ihrer Eröffnung am Sonnabend ein Schaulaufen automobiler Raritäten und Schönheiten. Doch Fahrer und Fahrzeuge mussten beweisen, dass sie auch weit fahren können.

Auf einem Parkplatz bestaunen viele Menschen Oldtimerfahrzeuge.
Am Sonnabendmorgen zogen die Oldtimer bereits vor dem Start der Rallye die Blicke der Besucher auf sich. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich
Auf einem Parkplatz bestaunen viele Menschen Oldtimerfahrzeuge.
Am Sonnabendmorgen zogen die Oldtimer bereits vor dem Start der Rallye die Blicke der Besucher auf sich. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich
Ein Pkw Trabant steht neben einem Mercedes SL Coupé auf einem Parkplatz.
Ost trifft West: Ein Trabant neben einer Sindelfinger Ikone, dem Mercedes SL. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich
Das "Gesicht" eines Pkw Trabant, daneben das eines Mercedes SL
Der Trabi punktet aber allemal mit seiner einfachen Technik und beim Einparken in enge Lücken. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich
Ein Oldtimer-Cabriolet mit der Startnummer 1 passiert einen Startbogen.
Wenn August Horch das gewußt hätte... Noch heute sind die Horch-Automobile für eine Erzgebirgsrundfahrt fit. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich
Ein Bugatti-Rennwagen mit freistehenden Rädern fährt von einem Parkplatz auf eine Straße.
Zum Glück schien am Sonnabend die Sonne. Aber Bugattifahrer schreckt auch ein Regenguss nicht. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich
Ein Rallyefahrzeug mit Überrollbügeln und Werbeaufklebern
Auch echte Rallye-Fahrzeuge waren am Start. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich
Blick in den spartanischen Innenraum eines Rallyefahrzeugs mit sehr vielen Schaltern und Hebeln
Mit dem Wagen könnte es über Stock und Stein gehen, statt über die gemütlichen Nebenstraßen der Strecke. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich
Vorderansicht eines Ford Mustang mit einem galoppierenden Pferd als Logo am Kühlergrill
Muskelprotz: Dieser Mustang zeigt, dass unter der Haube ein paar Pferdestärken verborgen sind. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich
Eine aufwändige verchromte Kühlerfigur mit Flügeln
Bei dieser Eleganz der Kühlerfigur denkt man eher nicht an Pferdestärken. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich
Ein dreirädriger Pkw, an dessen Heckfenster ein Bild von Mr. Bean angebracht ist
Apropos Eleganz: Mr. Bean hatte schon seine Freude daran, das dreirädrige Gefährt umzukippen. Hier stand es mit allen Rädern fest auf der Straße. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich
 Zwei Frauen fahren in einem Cabrio Skoda Felicia
Zwei Damen in einem Skoda Felicia Cabrio. So stilecht konnte man noch vor ein paar Jahrzehnten reisen. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich
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Alle Teilnehmer haben ihre "Schraubergeschichten"

Für Jörg Unger, der mit einem Wartburg Coupé aus dem Jahr 1961 an den Start geht, ist das erst die zweite Rallye-Teilnahme. "Ich habe das zerlegte Auto 2002 mit Rahmenschaden gekauft. Das hatte einen symbolischen Preis von einer Mark." Obwohl er gelernter Landmaschinenschlosser sei, habe er am Anfang nicht einmal alle Teile des Fahrzeugs zuordnen können. "Damals gab es noch nicht so viele Anleitungen im Internet, da habe ich mir mit einem alten Reparaturhandbuch weitergeholfen."

Sechzehn Jahre Später stand das Auto dann wieder fahrbereit vor der Tür. "Bis auf die Polsterung habe ich alles selbst gemacht. Immer wenn genug Geld und Zeit da waren." Jetzt fahre er natürlich bei einer solchen Rallye mit, weil er nach den vielen Schrauberjahren auch gesehen werden will mit seinem Wartburg. "Wer etwas anderes erzählt, der lügt!", lacht er. In dem Moment kommt ein älterer Herr zum Auto, das auf den Start wartet. Er habe noch diverse Teile in der Garage für diesen Fahrzeugtyp. Kurz bevor sich die karierte Flagge für den Wartburg hebt, werden noch Telefonnummern ausgetauscht. "Auch das gehöre zu einer Oldtimerrallye, freut sich Unger und fährt davon.

Ein Mann steht an der geöffneten Tür eines Wartburg-Coupé.
Jörg Unger hat dieses Wartburg Coupé selbst restauriert und nach 16 Jahren wieder auf die Straße gebracht. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Thomas Pfeiffer, der sich im Autohaus Gehring und Pfeiffer eher um neuere Fahrzeuge kümmert, geht mit einem Lada an den Start. "Der Wagen hat elf Jahre im Museum gestanden als Leihgabe. Ich habe ihn herausgeholt und er ist sofort angesprungen." Trotzdem habe er die robuste russische Technik auf Vordermann gebracht. "Jetzt hole ich ihn immer aus dem Museum für Anlässe wie diese Rallye." Für ihn sei das ein Zeichen von regionaler Verbundenheit. "Wenn die Kfz-Innung eine solche Veranstaltung organisiert, muss man einfach dabei sein."

Eine Frau und ein Mann winken aus einem Pkw Lada in die Kamera.
Dieser Lada ist im Museum geparkt. Nur für besondere Ausfahrten holen Silke und Thomas Pfeiffer ihn auf die Straße. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Am Sonntag startet die Rallye 9:30 Uhr wieder an der Messe Chemnitz. Dann führt der 86 Kilometer lange Kurs über Frankenberg, Sachsenburg und Altmittweida zum nördlichsten Punkt der Strecke nach Wechselburg. Dann geht es über Lunzenau, Mühlau und Hartmannsdorf zurück nach Chemnitz.

Quelle: MDR/tfr

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