Glühwein Vorgeschmack Satire-Weihnachtsmarkt in Burgstädt ist Erster in Sachsen

In Burgstädt hat am Sonnabend Sachsens erster Weihnachtsmarkt seine Pforten geöffnet. Der Satire-Weihnachtsmarkt will den immer früher beginnenden Weihnachts-Konsumrausch auf die Schippe nehmen. Am Freitagabend wurde vorgeglüht. Am Sonnabend gab es das volle Programm, inklusive Stollenanschnitt und Pyramiden Anschieben.

Ein lebensgroßer Weihnachtsmann begrüßt die Besucher, die in den Hinterhof zum Weihnachtsmarkt laufen.
Ein lebensgroßer Weihnachtsmann schunkelt und singt. Bildrechte: MDR/Nora Kilényi

Burgstädt legt vor - zum dritten Mal findet der erste Weihnachtsmarkt Sachsens im Hinterhof der Schwanen-Apotheke statt. Es ist alles da, wie auf dem richtigen Weihnachtsmarkt: geschmückte Weihnachtsbäume, Bratwurst, Stollen, Glühwein, Verkaufsstände, Losbuden, Glücksrad und Wunschzettel-Briefkasten. Aber es ist erst der 18. September. Organisator ist der Apotheker Jürgen Hoffmann. Der Weihnachtsmarkt ist aus seiner Sicht eine satirische Aktion. "Wir nehmen den Konsumrausch auf die Schippe, weil es geht ja immer eher los mit den Weihnachtsartikeln und Lebkuchen in den Geschäften." Außerdem müsste bei dem Klimawandel sowieso bald Weihnachten bei hohen Temperaturen gefeiert werden, so Hoffmann.

Apotheker Jürgen Hoffmann lädt das dritte Jahr in Folge zum Satire-Weihnachtsmarkt nach Burgstädt ein.
Organisator Jürgen Hoffmann begrüßt die Gäste. Bildrechte: MDR/Nora Kilényi

Mieses Wetter kann die Stimmung nicht trüben

Die vorherigen Male habe das Wetter besser gepasst, wegen hoher Temperaturen sei der Kontrast deutlicher gewesen. "Dieses Jahr ist es fast typisches Weihnachtswetter, ungewöhnlich kalt für September", sagt Jürgen Hoffmann. Dass es immer mal regnet, stört die Besucher nicht. Die meisten Stände sind überdacht.

Eigens für den Satire-Weihnachtsmarkt hat ein Bäcker bereits im Juni Stollen vorgebacken. Der wurde zum Beginn des Marktes feierlich angeschnitten. Auch eine selbstgebaute Pyramide wurde angeschoben. Sie ist gleichzeitig ein Glücksrad, bei dem die Besucher kleine Preise gewinnen konnten.

Ein Mann in weißer Bäckermeisterkluft schneidet auf einem langen Holzbrett einen etwa ein Meter langen Stollen an.
Hier wird der erste Stollen angeschnitten. Bildrechte: MDR/Nora Kilényi

2020 einziger Weihnachtsmarkt weit und breit

Vor einem Jahr hatte der Organisator prophezeit, dass es in den Sternen steht, ob die richtigen Weihnachtsmärkte im Dezember wegen Corona überhaupt stattfinden können. Er sollte weitgehend Recht behalten. Auch für dieses Jahr sagt er voraus, dass Weihnachtsmärkte - wenn sie stattfinden - nicht so sein werden wie früher. "Es wird sicher Auflagen und Einschränkungen geben. Es wird die Spontanität fehlen".

Weihnachtspäckchen-Aktion

Der Weihnachtsmarkt hat auch ein ernstes Anliegen: Für die Kinder aus dem Kinder- und Jugendheim Burgstädt werden gepackte Geschenke gesammelt. Die Aktion hat mit dem Markt am Sonnabend begonnen und geht bis zum Nikolaustag. Die Päckchen können in der Schwanen-Apotheke in Burgstädt abgegeben werden. Jürgen Hoffmann weist darauf hin, dass die Geschenke in vier Altersgruppen eingeteilt werden: Von drei bis sechs Jahren, von sieben bis zwölf Jahren und Jugendliche. "Und was ich bis dato auch noch nicht wusste, es sind auch junge Mütter im Kinderheim mit untergebracht und da geht es wohl bis 30 Jahre. Wir würden also bitten, dass auch an die Größeren mitgedacht wird", sagt Jürgen Hoffmann.

Es weihnachtet schon Ja, ist denn heut' schon Weihnachten? Der satirische Weihnachtsmarkt in Burgstädt

Ein lebensgroßer Weihnachtsmann begrüßt die Besucher, die in den Hinterhof zum Weihnachtsmarkt laufen.
Ein sehr laut singender und stark schunkelnder Weihnachtsmann begrüßt die Gäste, sobald sie an ihm vorbeilaufen. Bildrechte: MDR/Nora Kilényi
Ein lebensgroßer Weihnachtsmann begrüßt die Besucher, die in den Hinterhof zum Weihnachtsmarkt laufen.
Ein sehr laut singender und stark schunkelnder Weihnachtsmann begrüßt die Gäste, sobald sie an ihm vorbeilaufen. Bildrechte: MDR/Nora Kilényi
Apotheker Jürgen Hoffmann lädt das dritte Jahr in Folge zum Satire-Weihnachtsmarkt nach Burgstädt ein.
Nach der geglückten Eröffnung des Marktes hat Organisator Jürgen Hoffmann Zeit für eine Tasse Glühwein. Bildrechte: MDR/Nora Kilényi
Ein Schild ist an die Hauswand gepinnt. Es steht drauf: Lieber 5G als 3G. 5G steht hier für Glühwein, Gewärmt, Gekauft, Getrunken, Glücklich.
Bierernst gibt's hier nicht. Stattdessen jede Menge Glühwein. Bildrechte: MDR/Nora Kilényi
Auf einer Bank sitzen ein Mann im kompletten Weihnachtsmann-Kostüm mit weißem Rauschebart und eine Frau mit roten Schuhen und roter spitzer Zipfelmütze.
Viele Besucher haben sich auch optisch in Weihnachtsstimmung versetzt. Bildrechte: MDR/Nora Kilényi
Ein Mann und eine Frau, jeweils im Weihnachtsmann / -frau-Kostüm unterhalten sich.
Es sind einige Weihnachtsmänner und Weihnachtsfrauen anzutreffen. Bildrechte: MDR/Nora Kilényi
Blick in den Hinterhof mit Weihnachtsmarktständen. Im Vordergrund ist ausschnittsweise ein Weihnachtsbaum mit dunklen Nadeln, LED-Beleuchtung und großen Sonnenblumenblüten zu sehen.
Im Hinterhof der Apotheke sind die Stände aufgebaut. Weihnachtsbäume sind hier eher ungewöhnlich geschmückt ... Bildrechte: MDR/Nora Kilényi
Ein völlig nadelloser, vertrockneter Nadelbaum, der vermutlich mal ein Weihnachtsbaum war. Er ist geschmückt mit überwiegend roten Baumkugeln.
... oder normal geschmückt und doch irgendwie anders. Bildrechte: MDR/Nora Kilényi
Am Boden an einem völlig nadellosen vertrocknetem Baum lehnt ein Schild. Darauf steht: "Weihnachtsbaum Marke 'BärBock'" Darunter sind ein Teddybär und ein Ziegenbock gezeichnet, beide mit Weihnachtszipfelmützen.
Dieser Baum hat sogar einen Namen. Bildrechte: MDR/Nora Kilényi
Nahaufnahme einer roten Weihnachtsbaumkugel.
Den Satire-Weihnachtsmarkt gab es bereits jahrelang in Lunzenau. Apotheker Hoffmann hatte damals an zehn Ausgaben mitgewirkt. Bildrechte: MDR/Nora Kilényi
Nahaufnahme einer roten Weihnachtsbaumkugel.
Als der Markt in Lunzenau 2018 zum letzten Male stattfinden sollte, hat Hoffmann den Markt nach Burgstädt geholt und veranstaltet ihn seit 2019 hier selbst. Bildrechte: MDR/Nora Kilényi
Ein Mann mit roter Zipfelmütze und Mikrophon in der Hand erklärt etwas an einer mannshohen Holzpyramide. Die Pyramide, Marke Eigenbau, besteht aus vier Ebenen. Auf den Drehtellern stehen dekorierte Bier- und Weingläser, Biergläser, Bier- und Weinflaschen sowie Krüge. Am Rand sind Teelichter angebracht. Die Pyramide muss aber offensichtlich manuell angeschoben werden.
Dabei hat er natürlich Unterstützung. So ist diese "Bieramide" von einem Helfer eigens gebaut worden. Sie funktioniert als Glücksrad, das angeschoben werden muss. Bildrechte: MDR/Nora Kilényi
Ein Mann in weißer Bäckermeisterkluft schneidet auf einem langen Holzbrett einen etwa ein Meter langen Stollen an.
Der erste Stollen des Jahres darf natürlich auch nicht fehlen und wird in diesem Moment angeschnitten. Bildrechte: MDR/Nora Kilényi
Zwei Männer mit weißen Schürzen stehen nah beieinander. Einer von ihnen hält dem anderen ein Mikrofon vor den Mund. Im Hintergrund ist ein Schild an der Wand mit den üblichen Piktogrammen für die Corona-Regeln. Darüber steht: "Danke, dass Sie die Regeln beachten:"
Jürgen Hoffmann unterhält sich mit dem Bäckermeister. Bildrechte: MDR/Nora Kilényi
Man sieht, wie Regen von einer Überdachung heruntertropft und im Hintergrund dünne Regentropfen regnen.
Der Regen stört das Markttreiben relativ wenig. Die meisten Stände sind überdacht. Bildrechte: MDR/Nora Kilényi
In einem Hinterhof sind viele Stände aufgebaut, größtenteils überdacht. Besucher flanieren vorbei, bleiben stehen und kommen ins Gespräch.
Am frühen Nachmittag strömen immer mehr Besucher herein. Eine Gruppe ist aus dem 30 Kilometer entfernten Waldenburg angereist. Bildrechte: MDR/Nora Kilényi
In einem gelben Becken mit Wasser schwimmen gelbe Enten. Einige wenige haben rote Zipfelmützen auf. Die anderen haben Haken im Kopf, denn die Enten sollen herausgeangelt werden.
Auch Kinder können hier Spaß haben, beispielsweise beim Entenangeln. Bildrechte: MDR/Nora Kilényi
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Quelle: MDR/nk

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz | 17. September 2021 | 12:30 Uhr

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