Einweihung Einer der größten Solarparks des Erzgebirges liefert Strom aus Neukirchen

Deutschland will einerseits bis 2045 klimaneutral werden, andererseits erreichen die Preise für fossile Energieträger gerade astronomische Höhen. Der Ausbau erneuerbarer Energien muss also vorankommen. So wie in Neukirchen bei Chemnitz. Dort wird im neu eröffneten Solarpark Strom für 1.900 Haushalte produziert.

Luftaufnahme von einem Solarpark, im Hintergrund der Ort Neukirchen
Auf einer Fläche von 50.000 Quadratmetern erzeugt seit Donnerstag der Solarpark in Neukirchen Strom für 1.900 Haushalte. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In Neukirchen bei Chemnitz ist auf dem Gelände des Gewerbepark "Lehmgrube" ein neuer Solarpark in Betrieb genommen worden. 11.500 Photovoltaik-Module sollen ab jetzt rund 4,8 Millionen Kilowattstunden pro Jahr liefern. Der Solarpark mit einer Fläche in der Größe von etwa sieben Fußballfeldern ist nach Angaben der envia Therm einer der größten im Erzgebirgskreis.

Die Solarmdoule sollen den Jahresstromverbrauch von etwa 1.900 Haushalten decken und 3.800 Tonnen Kohlendioxid jährlich einsparen. Direkt nach Neukirchen wird der Strom allerdings nicht geliefert. Thomas Kühnert, Geschäftsführer der envia Therm, erklärt, wie die Gemeinde trotzdem von der Anlage profitieren wird: "Ab 2023 wird die Gemeinde Neukirchen von diesem Stromertrag profitieren in Höhe von 0,2 Cent die Kilowattstunde. Das entspricht etwa 10.000 Euro im Jahr."

Vier Männer mit einer Kraftstromkupplung vor einem Solarmodul
Win-win-Situation: Bürgermeister Sascha Thamm (2.v.l.) erhält im Jahr 10.000 Euro für seine Gemeinde, Thomas Kühnert, Geschäftsführer der envia Therm (3.v.l.) kann fast fünf Millionen Kilowattstunden pro Jahr klimaneutralen Strom produzieren. Bildrechte: MDR/Anett Linke

Lokaler Beitrag zur Energiewende

Der Bürgermeister von Neukirchen, Sascha Thamm (Freie Wähler Neukirchen - Adorf), sieht die Anlage als lokalen Beitrag für die bis 2045 angestrebte Klimaneutralität in Deutschland. "Wir sind ja schon lange bemüht, unseren Teil zur Energiewende beizutragen. Photovoltaik ist ein emissisonsfreies Medium, das wir dazu benutzen können. Man muss sich ja immer große Ziele setzen. Deswegen wäre natürlich das Ziel, klimaneutral zu werden, sehr ambitioniert, aber auch wünschenswert.“

Der Bürgermeister von Neukirchen, Sascha Thamm, steht am Zaun vor einem Solarpark
Sascha Thamm, der Bürgermeister von Neukirchen, verfolgt das Ziel, mit seiner Gemeinde klimaneutral zu werden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Naturschutz auf 50.000 Quadratmetern

Der Solarpark soll auch beim Naturschutz helfen. Dazu werden Vogelnistkästen und Fledermauskästen auf dem Gelände angebracht. Unter die Module soll eine besondere Pflanzenaussaat angepflanzt werden, an der die Hochschule Anhalt zum Thema Biodiversität forscht.

Auch Sascha Thamm hat noch weitere Pläne. "Wir als Gemeinde denken über kleinteiligere Anlagen nach, um alle kommunalen Gebäude mit Photovoltaik zu belegen." Aktuell würde gerade das Dach des Wirtschaftsgebäudes im Sommerbad Neukirchen mit Solarmodulen belegt. "Wir erhoffen uns dort einen direkten Nutzen für den Betrieb des Sommerbades."

Ein Schwimmbecken in einem Freibad, dahinter eingerüstete Wirtschaftsgebäude
Im Sommerbad von Neukirchen wird ebenfalls eine Solaranlage auf dem Dach des Wirtschaftsgebäudes installiert. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

MDR (tfr/ali)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Regionalreprt aus dem Studio Chemnitz | 06. Oktober 2022 | 16:30 Uhr

16 Kommentare

MDR-Team vor 8 Wochen

Danke für den Hinweis. Die „Leistung von rund 4,8 Millionen Kilowattstunden“ ist etwas volkstümlich ausgedrückt und physikalisch nicht korrekt. Das haben wir im Beitrag geändert.

Ihr Rechenmodell ist für uns nicht ganz nachvollziehbar. Wir haben die Angaben vom Energieversorger, der bei Inbetriebnahme auch nur eine Prognose abgeben kann (Sonnenstunden, Ausfall einzelner Module etc.). Daher haben wir bewusst den Konjunktiv gewählt.

Eulenspiegel vor 8 Wochen

Hallo Anni
Auch wenn sie es nicht glauben wolle. Die Lösung gibt es. Sie braucht nur großtechnisch umgesetzt werden. Ist ja auch die Grundlage das man eine Energieversorgung ohne fossile Energie aufbauen kann.

DerFrank vor 8 Wochen

Warum hat sich der umtriebige Bürgermeister mit einem Festbetrag abspeisen lassen? Bei den zu erwartenden steigenden Strompreisen sieht es nicht nach Win-Win, sondern eher nach einer Single-Win-Situation für envia Therm aus.

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