Open-Air-Kino Sommergartenkino: Fremdsprachige Kinderfilme in Chemnitz

Das internationale Kinderfilmfestival Schlingel veranstaltet in diesem Jahr das "Sommergartenkino". Auf dem Grundstück des Kinderfilmhauses an der Neefestraße in Chemnitz können kleine und große Kinofans bis Ende August die besten Kinderfilme der letzten Schlingel-Editionen als Open Air erleben.

Menschen vor Kinoleinwand
Beim "Sommergartenkino" können Familien im Urlaubsambiente in die Filme eintauchen. Bildrechte: MDR/Anett Linke

Der Eingang zum Gelände des Kinderfilmhauses in Chemnitz ist unscheinbar. Nur ein Aufsteller weist darauf hin, dass hier im Garten Kino stattfindet. Doch sobald man den Garten betritt, verbreitet das Gelände ein Gefühl von Urlaub. Liegestühle sind im Halbrund auf dem Rasen vor einer LED-Leinwand aufgebaut. Rund 30 Personen können hier Platz finden. Alles ist von Sonnensegeln überdacht. Für das typische Kinogefühl gibt es natürlich auch Getränke und Popcorn.

Besonderheit: Filme werden live synchronisiert

Gezeigt werden hier bis Ende August Filme für Kinder und Jugendliche. Am Eingang erhalten alle Besucherinnen und Besucher kabellose Kopfhörer. So kann man trotz Straßenlärms so richtig in den Film eintauchen. An diesem Tag wird der französische Film "Die fantastische Reise von Margot und Marguerite" gezeigt. Das Besondere ist, dass es für diesen Film noch keine deutsche Synchronisation gibt. Daher synchronisiert Sprecherin Ellen Jürgens den Film live vor Ort.

Frau am Computer
Sprecherin Ellen Jürgens synchronisiert schon seit Jahren beim Kinderfilmfestival Schlingel live fremdsprachige Kinder- und Jugendfilme. Bildrechte: MDR/Anett Linke

Auf einem kleinen Balkon des Kinderfilmhauses ist dafür die Tontechnik und ein Bildschirm aufgebaut. Es ist der vierte Film, den Jürgens beim "Sommergartenkino" einspricht. "Es macht viel Freude", sagt sie. Doch alle Rollen eines 90-minütigen Films live mit Manuskript einzusprechen, hat auch seine Tücken. "Man stottert, vergisst mal ein Wort oder verspricht sich", erzählt Jürgens. "Hauptsache man bleibt entspannt und findet wieder rein."

Live statt Konserve

Eine vorab aufgezeichnete Synchronisation aus der Konserve kommt für Festivalleiter Michael Harbauer nicht infrage. "Dadurch ist es jedes Mal eine andere Veranstaltung", sagt er. "Jeder Sprecher interpretiert den Film etwas anders." Daraus ergebe sich ein ganz spezielles Ambiente. Und er hat Recht: Zuerst ist es etwas ungewohnt, wenn der deutsche Text über den Originalton gesprochen wird. Aber man hört sich sehr schnell rein.

Flyer
Besucherinnen und Besucher erhalten Funkkopfhörer. Die Hygienebezüge werden nach jeder Veranstaltung gewechselt. Bildrechte: MDR/Anett Linke

Jürgens gibt alles. Die Emotionen aller Charaktere sind hör- und spürbar und wie bei einem Hörbuch mit verschiedenen Tonlagen gesprochen. An den Kopfhörern kann auch individuell die Lautstärke geregelt werden, sodass es für jeden Filmliebhaber angenehm ist.

Viele Filme in Deutschland noch unbekannt

Die Besucherzahlen sind wie bei allen Open-Air-Veranstaltungen oft vom Wetter abhängig. "Wir können uns aber nicht beschweren", sagt Harbauer über die bisherigen Besucherzahlen. Rund 150 Menschen haben schon im "Sommergartenkino" unter den Sonnensegeln Platz genommen. Zu den live eingesprochenen Filmen seien bisher allerdings weniger Besucherinnen und Besucher gekommen. "Die Filmtitel sind in Deutschland noch nicht bekannt", sagt Harbauer. "Sie haben noch keinen deutschen Verleih und waren hier noch nicht im Kino zu sehen."

Bis Ende August sind neben bekannten Kinderfilmen auch noch mehrere mit Livesprecher zu erleben, wie zum Beispiel der mexikanische Film "Ulises und die 10.000 Schnurrbärte" am Freitagnachmittag.

Quelle: MDR/al

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