Verbrechen erkunden Neues Zentrum für kriminologische Forschung in Chemnitz

Kriminologie heißt, aus dem Lateinischen übersetzt, die Lehre vom Verbrechen. Bereits seit dem 18. Jahrhundert beschäftigt sich die Wissenschaft mit der Erforschung der Ursachen und Erscheinungsformen von Kriminalität. Die Erkenntnisse heutioger Krinonologen sollen der Politik helfen, Entscheidungen nach wissenschaftlichen Kriterien zu finden - statt auf gefühlte Wahrheiten zu setzen.

Sachens Justizministerin Katja Meier (links) übergab dem Direktor des Zentrums für kriminologische Forschung Sachsen, Frank Asbrock, den Fördermittelscheck.
Sachsens Justizministerin Katja Meier (links) übergab dem Direktor des Zentrums für kriminologische Forschung Sachsen, Prof. Frank Asbrock, den Fördermittelscheck. Bildrechte: Sächsisches Staatsministerium der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung

Ab August 2021 startet in Chemnitz das "Zentrum für kriminologische Forschung Sachsen" mit seiner Forschungsarbeit. Die sächsische Justizministerin Katja Meier (Grüne) hat dem Zentrum dafür am Montag einen Zuwendungsbescheid über 308.000 Euro übergeben. In Zusammenarbeit mit der TU Chemnitz wird das Zentrum zu allen Teilbereichen der Kriminologie und Kriminalpolitik forschen. Nach Angaben des Justizministeriums wird damit ein wichtiges rechtspolitisches Vorhaben des Koalitionsvertrages umgesetzt.

Erstes kriminologisches Forschungszentrum Ostdeutschlands

Justizministerin Meier betonte bei der Fördermittelübergabe, dass damit die erste Forschungseinrichtung zur Kriminologie in Ostdeutschland entstehe. "Der Umgang mit Kriminalität in Gesellschaft und Politik fußt viel zu häufig auf individuellen Gefühlen. Eine rationale Kriminalpolitik muss sich dagegen auf wissenschaftliche Erkenntnisse stützen", betonte sie.

Wissenschaftsstandort Chemnitz stärken

Frank Asbrock, Inhaber der Professur für Sozialpsychologie an der TU Chemnitz und Direktor des Zentrums für kriminologische Forschung Sachsen, hob die Bedeutung der neuen Einrichtung hervor. Sie sei ein großer Schritt für die kriminologische Forschungslandschaft in Sachsen und den Wissenschaftsstandort Chemnitz. "Die enge Kooperation mit der TU Chemnitz ermöglicht es, mit interdisziplinären Forschungsansätzen empirisch fundierte praxisbezogene Handlungsempfehlungen zum Umgang mit Kriminalität und straffällig gewordenen Menschen zu entwickeln." So könne mit einer breiten Öffentlichkeit über die Entstehung, Aufrechterhaltung und Bekämpfung von Kriminalität diskutiert werden. Die Forschungsergebnisse sollen veröffentlicht und den Menschen zur Verfügung gestellt werden.

Träger des "Zentrum für kriminologische Forschung Sachsen" ist der im Januar 2021 in Chemnitz gegründete gleichnamige Verein. Seinen Sitz hat das Zentrum am Chemnitzer Brühl in unmittelbarer Nähe zur neuen Universitätsbibliothek der TU.

Ein Zuwendungsbescheid für das Zentrum für kriminologische Forschung Sachsen
Bildrechte: Sächsisches Staatsministerium der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung

Quelle: MDR/tfr

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz | 19. Juli 2021 | 09:30 Uhr

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