Untersuchungsbericht Trainerin Frehse kritisiert Deutschen Turn-Verband

Turnen Gabriele Frehse
Der Trainerin Gabriele Frehse wird von ehemaligen Turnerinnen unter anderem Schikane im Training vorgeworfen. (Archivbild) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Rund drei Wochen nach Veröffentlichung des Gutachtens zu Missbrauchsvorwürfen gegen die Chemnitzer Turntrainerin Gabriele Frehse hat sie das Vorgehen des Deutschen Turner-Bunds (DTB) kritisiert. Die seit zwei Monaten suspendierte Trainerin wirft dem Verband vor, rechtliche Grundprinzipien zu verletzen. Ihr werde durch den DTB die Einsicht in den Untersuchungsbericht verwehrt. Auf Grundlage des Berichts hatte der Verband die Entlassung der Trainerin gefordert.

"Leider wird mir das von den Anwälten des DTB auch heute, drei Wochen nach Vorliegen des Berichts, noch immer verweigert", sagte Frehse in einem Statement, das zuerst das Online-Portal gymmedia.de veröffentlichte. Dies habe mit einem fairen Verfahren nichts zu tun. Der DTB begründet sein Vorgehen mit dem Datenschutz. "Dies beruht auf dem Schutz der Persönlichkeitsrechte der Betroffenen, der Wahrung von der Untersuchungskommission zugesagter Anonymität und auch darüber hinaus dem Schutz der Personen, die sich der Untersuchungskommission anvertraut haben", so der DTB.

Gutachten liegt auch Olympiastützpunkt Sachsen nicht vor

Frehse sei zudem am Abend vor der Veröffentlichung des Gutachtens über die Vorwürfe gegen sie vorab informiert worden. Auch sei eine entsprechende "Aufklärung" im Rahmen der Befragung von Frehse während der unabhängigen Untersuchung erfolgt. Dem Olympiastützpunkt Sachsen als Arbeitgeber von Frehse liegt das 200 Seiten umfassende Gutachten bisher ebenfalls nicht vor. Es sei schon mehrfach angefordert worden, so OSP-Chef Thomas Weise. Es werde derzeit geprüft, inwiefern der Untersuchungsbericht dem OSP zur Verfügung gestellt werden können. "Auch hier sind die datenschutzrechtlichen Rahmenbedingungen zu beachten", teilte der DTB mit.

Ex-Weltmeisterin Pauline Schäfer und weitere Turnerinnen hatten Frehse vorgeworfen, sie im Training schikaniert, Medikamente ohne ärztliche Verordnung verabreicht und keinen Widerspruch zugelassen zu haben. Frehse bestritt dies mehrfach. Nach dem Bericht einer unabhängigen Kanzlei hält der DTB "schwerwiegende Pflichtverletzungen in 17 Fällen" von Frehse für erwiesen. In einer Stellungnahme hatte der Verband die Beendigung des Arbeitsverhältnisses der Trainerin durch den Olympiastützpunkt Sachsen gefordert.

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Quelle: MDR/al/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 25.01.2021 | 14:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

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