Verjährung Urteil zu Tod zweier Brüder in Chemnitz aufgehoben

Angeklagter
Das Landgericht Chemnitz hatte vorigen Sommer einen 53-jährigen Vietnamesen wegen Totschlags an seinen Landsleuten zu zwölf Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Doch der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hat das Urteil nun aufgehoben und den Angeklagten freigesprochen. Bildrechte: Harry Härtel

Im Fall von zwei vor mehr als 25 Jahren getöteten Brüdern in Chemnitz ist es zu einer überraschenden Wende gekommen. Das Landgericht Chemnitz hatte vorigen Sommer einen 53-jährigen Vietnamesen wegen Totschlags an seinen Landsleuten zu zwölf Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.

Mord verjährt nicht, Totschlag schon

Doch der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hat das Urteil nun aufgehoben und den Angeklagten freigesprochen, wie aus einem am Donnerstag veröffentlichten Beschluss hervorgeht. Demnach folgte der 5. Strafsenat der Revision des Angeklagten. Auch die Staatsanwaltschaft hatte Revision gegen das Urteil eingelegt und wollte eine Verurteilung wegen Mordes erreichen. Das hat der Bundesgerichtshof aber verworfen. Während Mord nicht verjährt, beträgt die Verjährungsfrist in diesem Fall 20 Jahre.

Jahrelang auf der Flucht

Im Sommer 1995 soll der 53-Jährige die beiden Brüder gefesselt, geknebelt und anschließend erdrosselt haben. Hintergrund für die Tat sollen illegaler Handel mit Zigaretten sowie möglicherweise Schutzgelderpressung gewesen sein. Im Zuge der Ermittlungen hatte die Spur schon damals klar zum Angeklagten geführt. Er konnte sich aber absetzen und wurde trotz internationalen Haftbefehls nicht gefunden. Erst im September 2019 wurde der Mann in Prag verhaftet und nach Deutschland ausgeliefert.

Quelle: MDR/al/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz | 29. April 2021 | 17:30 Uhr

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