Chemnitz Polizeigewalt: Ermittlungen nach Vorwürfen einer kenianischen Familie abgeschlossen

Nach einem Polizeieinsatz im Januar in Chemnitz hatte eine kenianische Familie schwere Vorwürfe gegen die Beamten erhoben. Sie seien Opfer von Polizeigewalt geworden. Nun sind die Ermittlungen abgeschlossen.

Blick auf den Eingang der Polizeidirektion Chemnitz (Sachsen)
Die Ermittlungen wegen Körperverletzung im Amt gegen Polizeibeamte in Chemnitz sind abgeschlossen. Bildrechte: dpa

Nach schweren Vorwürfen einer kenianischen Familie gegen Chemnitzer Polizisten, sind die Ermittlungen nun abgeschlossen. Wie die Polizei auf Anfrage von MDR SACHSEN mitteilte, wurde das Verfahren Anfang September an die Staatsanwaltschaft Chemnitz übergeben.

Das Verfahren wegen Körperverletzung im Amt läuft nun laut Auskünften der Staatsanwaltschaft Chemnitz gegen vier namentlich genannte Beschuldigte. "Die Beschuldigten und ihre Verteidiger haben nun ein Anrecht darauf, die Akten einzusehen und sich dazu zu äußern", teilte die Staatsanwaltschaft auf Anfrage von MDR SACHSEN mit. Danach würde entschieden, ob weitere Ermittlungen oder Befragungen nötig sind, um das Verfahren abzuschließen. Wann das der Fall sein wird, konnte die Staatsanwaltschaft noch nicht sagen.

Die kenianische Familie leidet immer noch an den Folgen der Nacht im Januar. Jackline Nadler und Mark Kitau mussten sich jeweils einer Operation unterziehen und sind immer noch in physiotherapeutischer Behandlung. Sie sind mit einem Cateringservice selbstständig und konnten seit Februar ihre Arbeit nicht mehr ausüben. "Wir haben unser Gespartes aufgebraucht", erzählt Nadler. "Die finanzielle Situation ist sehr schwierig."

Angst in der eigenen Wohnung

Dazu kommt die Angst, die die Familie nicht loslässt. "Wir fühlen uns nicht sicher", sagt Nadler. Ihre 18 Jahre alte Tochter hat sogar Angst, sich in der Wohnung der Familie aufzuhalten. Sie und ihre Eltern stehen auf einer Warteliste für eine Psychotherapie. Sie hoffen auf einen baldigen Abschluss des Verfahrens. "Wir wollen Gerechtigkeit und dass so etwas nie wieder in Chemnitz passiert", so Nadler.

Die Angst ist da, aber wir wollen in Chemnitz bleiben. Es ist unsere Heimat.

Jackline Nadler

Im Januar waren die Beamten in Chemnitz wegen Lärmbelästigung gerufen worden. In der Wohnung der Familie sei es dann zu einer Auseinandersetzung gekommen. Die Familie wirft der Polizei vor, unverhältnismäßig gehandelt und die Eltern verletzt zu haben. Außerdem habe es rassistische Äußerungen gegeben. Die Polizei Chemnitz wies das zurück, hatte aber eigene Ermittlungen eingeleitet.

Quelle: MDR/al

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 23. September 2021 | 15:00 Uhr

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