Corona-Pandemie Covid-19-Patienten erzählen: "Ich habe in zwei Wochen locker zehn Kilo abgenommen"

Covid-19 ist eine Krankheit, die sehr unterschiedlich verläuft: Manche haben nur eine Erkältung oder gar keine Symptome, andere trifft es schwer. Auf MDR SACHSEN berichten Menschen aus der Region von ihren Erfahrungen mit der Krankheit und den damit verbundenen Einschränkungen. Der 25-jährige Tom aus Chemnitz und der 50-jährige Falko Giesner aus Hainichen haben beide Covid-19 überstanden, kämpfen aber immer noch mit verschiedenen Nachwirkungen.

03.07.2020, Berlin: Elisa Mirbach-Eder (r), Containment-Scout beim Robert-Koch-Institut, bekommt von Petra von Saurma, Teamleiterin des Pandemieteams des Gesundheitsamtes Mitte, einen Abstrich für Übungszwecke im neuen Corona-Testmobil des Bezirks.
Der 25-jährige Tom aus Chemnitz und der 50-jährige Falko Giesner aus Hainichen berichten über ihre Covid-19-Erkrankung und unter welchen Nachwirkungen sie noch immer leiden. Bildrechte: dpa

Bei dem 25-jährigen Tom aus Chemnitz begann alles am Wochenende des 7. November mit einem Halskratzen und leichtem Husten. "Ich hatte in der Woche davor eine Grippeschutzimpfung und habe mir erstmal nichts dabei gedacht", erzählt er. Am gleichen Tag erfuhr er aber auch, dass er Kontakt zu einer positiv auf das Coronavirus getesteten Person hatte. "Das war allerdings drei Tage bevor bei der Person Symptome aufgetreten sind und daher wollte das Gesundheitsamt mich nicht testen lassen", sagt er.

Tom arbeitet in einem Labor und bekam so durch seinen Arbeitgeber direkt am Montag doch noch einen Test, der positiv ausfiel. Bereits am Dienstag hatten sich die Symptome stark entwickelt. "Ich war sehr abgeschlagen und müde", erzählt Tom. Außerdem hatte er ein starkes Brennen in der Lunge, Geschmacks-, Geruchs- und auch Konzentrationsverlust.

Ansteckung vermutlich im familiären Umfeld

Drei bis vier Tage habe er nur auf der Couch gelegen. Danach wurde es langsam besser. Insgesamt war er zwei Wochen zu Hause, bevor er wieder zur Arbeit ging. "Körperliche Arbeit wäre aber noch nicht möglich gewesen", erzählt er. Angesteckt hat er sich vermutlich in seinem familiären Umfeld.

Ich war immer vorsichtig, aber im Familienkreis sitzt man ja nicht mit Maske.

Tom aus Chemnitz

Die Kurzatmigkeit werde langsam besser, Konzentration fällt ihm aber nach wie vor schwer. "Ich schweife immer noch schnell ab mit meinen Gedanken", so Tom. Geschmacks- und Geruchssinn sind noch nicht zurückgekehrt. "Essen macht keinen Spaß."

Fehlende Lust am Essen

Die fehlende Lust am Essen kennt auch der 50-jährige Falko Giesner aus Hainichen. Vor seiner Erkrankung trank er viel Kaffee. "Aber Kaffee schmeckt mir überhaupt nicht mehr. Ich bin jetzt auf Tee umgestiegen", erzählt er.

Ich habe durch den Geschmacksverlust das Essen verweigert. Ich habe dadurch locker zehn Kilo abgenommen in zwei Wochen.

Falko Giesner

Inzwischen, rund fünf Wochen nach der Diagnose, ist sein Appetit zurückgekehrt. "Ich esse aber nur sehr kräftig gewürzte, herzhafte Sachen. Damit ich überhaupt etwas schmecke", sagt Giesner. Sein Geschmackssinn ist immer noch nicht komplett zurückgekehrt, der Geruchssinn fast noch gar nicht. "Ich rieche nur sehr kräftige Sachen", erzählt der 50-Jährige. "Aber manchmal rieche ich auch Sachen, die gar nicht da sind. Zum Beispiel Benzin abends im Bett."

Falko Giesner mit einer Gesichtsmaske
Falko Giesner aus Hainichen hat eine Covid-19-Erkrankung überstanden. Auf die Rückkehr seines Geruchssinns wartet er noch. Bildrechte: Falko Giesner

Zwei Wochen lang Fieber

Bei ihm begann die Krankheit mit leichtem Fieber und Halskratzen. Mit seinem Arbeitgeber vereinbarte er einen Karenztag, doch auch am nächsten Tag besserte es sich nicht. "Ich wurde dann zum Test in die Teststation nach Chemnitz geschickt", so Giesner. "Vier Tage später erhielt ich ein positives Testergebnis." Zwei Wochen quälte er sich mit Fieber zwischen 38,5 und 39,5 Grad Celcius. Dazu kam eine starke Erschöpfung und der Geschmacks- und Geruchsverlust. Seit zwei Wochen geht er wieder zur Arbeit. "Ich merke abends , dass der Tag mich sehr viel mehr anstrengt als vorher", sagt er. Wo er sich angesteckt hat, weiß er nicht. "Vielleicht hat meine Tochter es aus der Schule mitgebracht", sagt er. "Oder ein symptomloser Kollege hat mich angesteckt."

Quelle: MDR/al

2 Kommentare

Querdenker vor 42 Wochen

Zitat: "Ich hatte in der Woche davor eine Grippeschutzimpfung und habe mir erstmal nichts dabei gedacht“

Die Inkubationszeit beträgt bei Corona 3 bis 14 Tage. Im Durchschnitt etwa 5 bis 6 Tage. Ist auch für die „Selbstquarantäne“ ein wichtiger Wert.

siehe „imd-berlin spezielle kompetenzen covid-19“ (Grafik)

War das Wartezimmer etwas voller und/oder Belüftung fragwürdig? Eine FFP2 Maske im Wartezimmer ist finde wichtig. Es ist schwierig zu wissen, wo man sich letztendlich angesteckt hat, sofern man seine Kontakte nicht sehr stark reduziert.

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Zitat: „Aber Kaffee schmeckt mir überhaupt nicht mehr. Ich bin jetzt auf Tee umgestiegen“

Ich hoffe keinen Kräutertee sondern grünen oder schwarzen Tee? Hintergrund ist, dass Kräutertee belastet sein kann und deswegen sollte man den nicht regelmäßig trinken.

part vor 43 Wochen

Corona- Viren verbreiten sich unter Menschen und Tieren, es gibt heute schon bis zu 6 festgestellte Mutationen des Virus. Wer denkt, das Virus könnte man aus der Welt schaffen durch Lockdowns und Impfungen, der wird nächsts Jahr die Entwicklung sehen, wenn wiederum angepasste Impfstoffe verspätet zur Verfügung stehen. Die Symptome einer Erkrankung dürften in ihrer Breite sehr viel vielfältiger sein als es uns heute erst bewusst ist. Abzuwarten bleibt, was mit den Grippenvieren passiert, die eben auch nicht ausrottbar sind. Ich denke wir stehen hier weltweit vor einem Übergang in ein neues Zeitalter...

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