Impfstrategie Rund 10.000 zusätzliche Impftermine für Corona-Hotspot Erzgebirge

Johnson & Johnson Corona Impfstoff
Das Erzgebirge gilt als Corona-Hotspot. Mit Impfungen will die sächsische Landesregierung die Infektionszahlen rasch senken. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO / Christian Ohde

Sachsen will im derzeitigen Corona-Hotspot Erzgebirge beim Impfen mehr Tempo machen und damit die Infektionszahlen senken. Dafür sollen von Mittwoch an die Öffnungszeiten des Impfzentrums in Annaberg-Buchholz bis Mitternacht ausgedehnt werden, kündigte Gesundheitsministerin Petra Köpping am Dienstagnachmittag an. Dem Impfzentrum sollen für Abendtermine zusätzliche Impfdosen zur Verfügung gestellt werden. Unter anderem seien dafür 2.800 Dosen des Präparats Moderna vorgesehen.

10.000 Extra-Termine für Johnson & Johnson

Zudem sollen zusätzliche Impfteams in Gemeinden wie Zschopau, Marienberg und Stollberg mit dem Präparat von Johnson & Johnson Termine vor Ort anbieten. Rund 10.000 zusätzliche Termine seien dafür in den nächsten Tagen geplant. Diese werden nicht über das Buchungsportal, sondern in Absprache mit den Kommunen vor Ort vergeben, erklärte DRK-Landeschef Rüdiger Unger. Das Angebot richte sich vor allem an Menschen, die älter als 60 Jahre sind.

Mehr Hausärzte sollen sich beteiligen

Das Erzgebirge gilt mit einer Wocheninzidenz von derzeit 280 pro 100.000 Einwohner als Hotspot in Sachsen. Im bundesweiten Ranking belegt die Region den dritten Negativ-Rang. Köpping appellierte an die Hausärztinnen und Hausärzte, sich an der Impfkampagne zu beteiligen. Derzeit impfen laut Ministerin 162 Ärzte im Erzgebirge. Da sei noch Luft nach oben, so Köpping. Zusammen mit dem Ausbau der Impfkampagne und verstärkten Tests zeigte sie sich optimistisch, die Infektionszahlen bald senken zu können.

Kretschmer appelliert an Bürger

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer rief die Menschen im Erzgebirge auf, sich impfen zu lassen und dafür jeden Impfstoff zu nutzen, der angeboten werde. Eine Impfung gegen den Willen der Bürger werde es aber nicht geben, betonte er. Es sei aber folgerichtig, dass diejenigen, die nicht mehr ansteckend seien, auch in ihren Grundrechten nicht mehr so eingeschränkt seien. Zugleich zeigte sich der Regierungschef optimistisch, dass Geschäfte, Hotels und Pensionen im Erzgebirge bald wieder öffnen können und im Sommer Urlaub im Erzgebirge möglich sei.

Quelle: MDR/bj

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 11. Mai 2021 | 19:00 Uhr

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