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Bildrechte: MDR/Karina Heßland-Wissel

UmfrageFrust und Freude über gelockerte Corona-Regeln in Geschäften Chemnitz

von MDR SACHSEN

Stand: 02. Februar 2022, 18:54 Uhr

Ab Sonntag greifen Lockerungen in Sachen Coronaregeln in Sachsen. Unter anderem dürfen Ungeimpfte mit negativem Test nun auch wieder in den Schuhladen, zum Juwelier oder ins Bekleidungsgeschäft. Die Beschränkung der Öffnungszeiten entfällt. Auch Restaurants, Kneipen dürfen wieder ohne Sperrstunde öffnen. MDR SACHSEN-Reporterin Dany Striese hat die Geschäftsleute gefragt, was sie nun erwarten.

Thomas Schulze vom Bistro "La Bouche" in Chemnitz steht an der Theke. Im Gespräch mit MDR SACHSEN merkt man ihm keine Euphorie an, dass er wieder zeitlich uneingeschränkt ab kommenden Sonntag öffnen darf. Im Innenraum seines Restaurants gilt dann 2G, im Außenbereich 3G. "Ein kleiner Impuls wird schon stattfinden, aber das wir auf ein ursprüngliches Niveau zurückkehren, das wäre Illusion", meint der Gastronom. Etwas optimistischer blickt er auf den Start der Terrassensaison. "Dann bin ich zuversichtlich, dass wir einen guten Sommer haben, dass dort die Lockerheit, die Spontanität zurückkehrt." Bis dahin werde seine Branche wohl auf einem Niveau verharren, das es vielen "schon sehr, sehr schwer machen" werde.

Das Zwickauer Restaurant "Egghead" wird trotz Lockerungen wohl erst Ende Februar wieder für Gäste öffnen. Hier wird erstmal vorrangig in Kochkursen gebrutzelt, mit denen sich Inhaber Matthias Werler finanziell in der Corona-Krise über Wasser hält: "Wir hoffen natürlich, dass wir bald zu 3G zurückgehen können und den Betrieb einigermaßen normal, ohne größere Beschränkungen wieder durchführen können."

"Ändert sich doch nüscht"

Der Einzelhandel darf ab Sonntag wieder - für alle - mit 3G, also auch für die nur Getesteten, aber nicht Geimpften – öffnen. Mehrere Passanten im Schneeregen in der Chemnitzer Innenstadt freuen sich über die Lockerungen. Andere reagierten vor dem Mikrofon nur noch genervt von den Regelvorgaben. Auch in mehreren Geschäften in Chemnitz sieht die Freude über die Lockerungen eher "naja" aus. Eine Schuhverkäuferin im Schuhladen will nicht mit MDR SACHSEN sprechen, ruft der Reporterin aber zu: "Da ändert sich doch nüscht. 3G kontrollieren müssen wir so oder so."

Freude auf spontane Kundschaft - und viel Skepsis

Ein paar Meter weiter im Schmuckladen freuen sich die Verkäuferinnen dagegen über jeden Kunden, wie sie strahlend hinter ihren Masken verraten. Sie hoffen auf mehr spontane Laufkundschaft und vielleicht auch wieder mehr Umsatz.

Der Filialleiter des Sportgeschäfts GÜ-Sport, Sebastian Krauß, sieht noch nicht, dass 3G ihm nun fehlende Kunden zurückbringen wird. "Genauso fehlen uns die Leute, die langsam genervt von der ganzen Sache sind." Ältere Leute, die mit Maske in der Umkleide stünden, würden keine Luft bekommen. Jedenfalls sei die "Frequenz im Laden so niedrig", dass "die Abstände im Laden super eingehalten werden können".

Kunden an Internethandel verloren?

In einem Bekleidungsgeschäft hinter dem alten Chemnitzer Rathaus schüttelt die Verkäuferin nur mit dem Kopf. Sie meint, die ungeimpften Kunden, die in den vergangenen Wochen nicht ins Geschäft kommen durften, habe man an den Onlinehandel verloren. Die Lockerungen jetzt kämen einfach zu spät.´

Es sind viele sehr verärgert und das auch selbst mit Impfnachweis. Es ist vielen zu viel, den erst aus der Tasche zu holen und vorzuzeigen. Wir erleben das ja hier.

Verkäuferin eines Bekleidungsgeschäfts

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MDR (kk,ds)

Dieses Thema im Programm:MDR SACHSEN | SACHSENSPIEGEL | 02. Februar 2022 | 19:00 Uhr