"Spaziergänge" gegen Corona-Politik Verletzte und Ermittlungsverfahren nach Demos in Zwönitz und Freiberg

Bei einer nicht angemeldeten Demo von Gegnern der Corona-Beschränkungen in Zwönitz am Pfingstmontag hat es mehrere Verletzte gegeben. In Freiberg sollen bei einer ähnlichen Veranstaltung Journalisten angegriffen worden seien.

Auseinandersetzungen Demo Zwönitz
Demonstrationsgeschehen in Zwönitz Anfang Mai. Bildrechte: Daniel Unger

Bei einer Versammlung von Gegnern der Corona-Beschränkungen mit etwa 300 Teilnehmenden am Pfingstmontag sind in Zwönitz drei Polizisten verletzt worden. Wie ein Sprecher der Polizeidirektion Chemnitz am Dienstag mitteilte, hatte sich ein geschlossener Aufzug gebildet, in dem die Teilnehmer die Mindestabstände missachteten. Als die Einsatzkräfte den Aufzug stoppten, hätten etwa 50 Personen versucht, die Polizeikette zu durchbrechen. Als die Beamten Pfefferspray einsetzten, kam es den Informationen zufolge zu Übergriffen auf die Polizisten.

Verletzte Teilnehmer?

Parallel dazu beobachteten weitere Beamte rund 25 Personen, die zum Marktplatz liefen. Dort kontrollierten die Polizisten diese Gruppe, wobei einer von ihnen auf einen Beamten einschlug und sich ein anderer der Identitätsfeststellung massiv widersetzte. Reporter berichteten außerdem von verletzten Teilnehmern, die vom polizeilichen Rettungsdienst behandelt werden mussten. Die Polizei bestätigte das auf MDR-Anfrage bisher nicht. Das hieße jedoch nicht, dass es keine Verletzungen gegeben habe. "Immerhin belegen Fotos, dass Rettungssanitäter der Polizei zumindest einen jungen Mann versorgten, der offenbar (...) durch den erwähnten Einsatz des Pfeffersprays Beeinträchtigungen erlitten hatte", erklärte ein Polizeisprecher MDR SACHSEN am Mittwoch.

Insgesamt wurden 186 Verstöße gegen die Sächsische Corona-Schutzverordnung dokumentiert. Vier Ermittlungsverfahren wegen tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte wurden eingeleitet. In den vergangenen Wochen hatte es bei Versammlungen von Gegnern der Corona-Beschränkungen in Zwönitz mehrfach Angriffe auf Polizisten gegeben. Ministerpräsident Michael Kretschmer hatte am Freitag die Stadt besucht und mit Teilnehmenden der Demonstrationen gesprochen. Dabei hatte er ihnen Unterstützung gegen eine Vereinnahmung durch Rechtsextreme zugesichert.

Mehr als doppelt so viele Teilnehmer in Freiberg am Sonntag

In Freiberg kamen am Montagabend 650 Demonstrierende zusammen. Dabei seien Mindestabstände "weitgehend" eingehalten worden, so die Polizei. Gegen einen Teilnehmer werde ermittelt, da er einen Polizeibeamten beleidigt haben soll. Nach Informationen eines Reporters sollen außerdem zwei Journalisten angegriffen und an ihrer Arbeit gehindert worden sein. So sei einem Journalisten mehrfach in die Kamera gegriffen worden. Einem anderen Reporter habe man versucht, die Maske vom Gesicht zu reißen und ihm soll den Angaben zufolge ein Bein gestellt worden sein. Die Polizei habe nur Kenntnis von einem Journalisten, der mehrfach an seiner Arbeit gehindert worden sei. Er habe aber auf eine Anzeige verzichtet. "Unsere Einsatzkräfte haben dieses Geschehen während des 'Spaziergangs' nicht beobachtet", erklärte ein Polizeisprecher auf Nachfrage von MDR SACHSEN.

Quelle: MDR/st

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 25. Mai 2021 | 19:00 Uhr

Mehr aus der Region Chemnitz

Sachsen

Eine rote Lok mit Anhängern. 1 min
Bildrechte: MDR SACHSEN

Die Parkeisenbahn fährt wieder durch den Küchwald. Gäste können ohne Corona-Test, aber mit Abstand und Maske einsteigen.

13.06.2021 | 10:26 Uhr

Fr 11.06.2021 17:43Uhr 00:33 min

https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/chemnitz/chemnitz-stollberg/video-parkeisenbahn-chemnitz-faehrt-wieder100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Mehr aus Sachsen