Millioneninvestition Kohrener Landmolkerei Penig wächst

Ein mobiler Kran hebt einen zylinderförmigen Tank über eine Werkhalle.
120.000 Liter fasst der neue Tank, der seit Dienstag in der Kohrener Landmolkerei steht. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

Am Dienstagmorgen ist ein zwanzig Meter hoher Edelstahltank per Kran in die Kohrener Landmolkerei eingeschwebt. Er ist das weithin sichtbare Zeichen für den Ausbau des Standortes an der ehemaligen Bundesstraße 95 bei Penig. Insgesamt investiert die Kohrener Landmolkerei 3,3 Millionen Euro in neue Technik. Nach der Insolvenz des Vorgängerunternehmens im Juli 2019 hat ein Investor aus Bayern den Betrieb übernommen. Die 76 Mitarbeiter wurden übernommen. Geschäftsführer Jörg Rögner setzt ein neues Konzept für die Molkereiproduktion um. "Dieses Konzept setzt auf Spezialitäten. Wir verarbeiten heute fünf Milchspezialitäten. Wer Biomilch möchte, bekommt Biomilch, wer Heumilch möchte, bekommt Heumilch und wer etwas für die Tiere tun will, für den haben wir Tierwohlmilch im Programm."

Ein Tank für drei Sorten Milch

In dem neuen Stahlzylinder können insgesamt 120.000 Liter Biomilch, Heumilch oder Tierwohlmilch gleichzeitig gelagert werden. Damit wird die Produktion flexibler, erklärt Rögner. "Der Tank vereinigt eigentlich drei verschiedene Tanks. Damit können wir in Zukunft drei verschiedene Milchqualitäten parallel stapeln und verarbeiten." Bisher sei ein riesengroßer Aufwand nötig gewesen, um die Milchsorten nacheinander zu lagern. "Jetzt sind wir in der Lage, die Milchsorten gleichzeitig anzunehmen und auch zeitgleich zu verarbeiten."

Ein mobiler Kran hebt einen zylinderförmigen Tank über eine Werkhalle.
Durch die neue Lagermöglichkeit soll die Produktion der Molkerei flexibler werden. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

Geschäft gut angelaufen

Nach Angaben des Unternehmens konnte die Kohrener Landmolkerei seit der Neustrukturierung innerhalb von 18 Monaten ihren Umsatz von null auf 36 Millionen Euro im Jahr steigern. Allerdings spielen die großen Discounter für die Molkerei keine große Rolle. Mit den Branchenriesen könne eine kleine Molkerei nicht mithalten, sagt Rögner. Man konzentriere sich auf die Region. Die Milch kommt aus dem Umland und auch die Kundschaft kommt aus der Region um Leipzig, Chemnitz und Dresden. Um auch in Zukunft auf der Erfolgsspur zu bleiben, will das Unternehmen auch völlig neue Geschäftsfelder beackern, sagt Rögner. "Wir wollen den Trend zu veganen Artikeln aufgreifen. Ab Herbst soll dazu Hafermilch produziert werden. Der Hafer soll hier in der Region mit einem Vertragspartner angebaut werden." Nach der Verarbeitung in der Molkerei solle die Hafermilch auch in der Region verkauft werden.

Quelle: MDR/tfr

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalreport aus dem Studio Chemntz | 30. März 2021 | 16:30 Uhr

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