Fahrerlaubnis umtauschen Lange Schlangen in Führerschein-Stelle Mittelsachsen

Alte Führerscheine sollen in den kommenden Jahren durch neue ersetzt werden. Dafür gelten Umtauschfristen - je nach Geburtsjahrgang. In Mittelsachsen kann die Behörde den Andrang kaum noch bewältigen.

Ein rosa Führerschein steckt in einer Geldbörse.
Die alten Papierführerscheine haben ausgedient. Im Laufe der nächsten Jahre müssen sie umgetauscht werden. Bildrechte: dpa

Bis zum 19. Januar 2022 müssen die Führerscheininhabenden der Geburtsjahre 1953 bis 1958 ihren Papierführerschein in sogenannte Kartenführerscheine umtauschen. Im Landkreis Mittelsachsen betrifft das rund 12.000 Führerscheine. Doch alle Termine in der Fahrerlaubnisbehörde in Döbeln sind ausgebucht. Lange Schlangen bilden sich vor der Tür und die Behörde kommt kaum noch hinterher.

"Wir haben viele Abläufe im Hintergrund optimiert, damit es vorn am Schalter schneller geht, aber es ist natürlich ein ganz großer Aufwand", sagt André Kaiser, Pressesprecher des Landratsamts Mittelsachsen. Das große Problem beim Umtausch: Die VK 30-Karte. Diese gibt Auskunft darüber, wann welche Fahrberechtigung erworben wurde. Die genauen Prüfdaten seien dabei besonders wichtig, um festzustellen welche Fahrzeugarten gefahren werden dürfen. "Wir haben jetzt ganz andere Regularien als noch vor vielen Jahren", so Kaiser.

Nicht digitalisierte Karteikarten halten Verkehr auf

Die VK 30-Karte ist im Normalfall nicht digitalisiert, sondern liegt als Karteikarte in den Archiven oder auch beim Führerscheininhaber Zuhause. Der Führerschein allein reicht beim Umtausch nicht aus. "Wir müssen dazu mitunter auch ins Archiv gehen oder auch in den Keller und dann wird die Person zum ersten Mal erfasst", erklärt Kaiser. Deshalb kann der Umtausch auch nur in der Fahrerlaubnisbehörde in Döbeln erfolgen und nicht an anderen Servicestellen wie Mittweida. Das Archiv mit den VK 30-Karten ist in Döbeln.

Zusätzliches Personal

Dazu kommt ein Stau anderer Anliegen durch die Corona-Pandemie. Lange Zeit hatten die Behörde und auch die Fahrschulen geschlossen. Nun kommen zum Umtausch auch die liegengebliebenen Anträge von Führerscheinneulingen. Um Abhilfe zu schaffen, sollen sechs neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Fahrerlaubnisbehörde eingestellt werden. "Die Vorstellungsgespräche laufen diese Woche", sagt Kaiser. Damit sollen dann wieder neue Termine freigeschaltet werden. Alle Führerscheine rechtzeitig umzutauschen, wird laut Kaiser eine große Herausforderung.

Quelle: MDR/al/rk

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachmittagsprogramm | 05. Oktober 2021 | 16:40 Uhr

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