Sommersonntag Erdbeerpflücken, Badespaß und Schlossbesuch in und um Rochlitz

Am Sonntagmorgen 9 Uhr ist der Rochlitzer Marktplatz noch menschenleer. Ein paar Autos passieren den Platz, vereinzelt tragen Passanten ihre Sonntagsbrötchen nach Hause. Schwüle 29 Grad Celsius laden nicht zu einem morgendlichen Bummel durch die Altstadt ein. Aber vor den Toren der Stadt herrscht bereits emsiges Treiben.

Ein großer gepflasterter Marktplatz mit einem Rathaus mit schlankem Turm in der Mitte.
Gähendene Leere herrscht am Frühsommer-Sonntagmorgen auf dem Rochlitzer Marktplatz. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

09:15 Uhr | Spernsdorf, 30 Grad Celsius

Auf einem Erdbeerfeld in Spernsdorf, nur ein paar Autominuten von Rochlitz entfernt, sind gleich mehr als 20 gebückte Rücken zu sehen. Frauen, Männer und Kinder sammeln die roten Früchte körbchenweise ein. Mutter und Tochter aus Geringswalde sind früh dran. Nach kurzer Zeit sind mehrere Erdbeerkörbchen gefüllt. "Heute sind die Eltern zum Kaffee eingeladen, da wird es selbstgemachte Erdbeertorte geben", sagt die junge Frau. Und ihre Mutter ergänzt: "Einen Korb sammeln wir für eine kranke Freundin, die mit gebrochenem Bein zu Hause liegt. Sie bekommt auch etwas Frisches." Den Sonntag will die Familie ruhig angehen. "Wir bleiben im Garten, dort können die Kinder planschen", sagt die Tochter. Bei der Hitze sollte man nicht zu viel tun. "Die Küche bleibt heute auf jeden Fall kalt", lacht sie und geht mit den gesammelten Leckereien zur Kasse.

Zwei Frauen auf einem Erdbeerfeld halten lachen Erdbeerkörbchen im Arm.
Die Ausbeute der beiden Geringswalderinnen verwandelt sich am Nachmittag in eine Erdbeertorte. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Dort erwartet sie Sabine Träger von der Obstgut Genossenschaft Seelitz. "Wir haben ein ganz gutes Erdbeerjahr. Es könnte wieder mal ein paar Regentropfen geben. Hauptsache kein Unwetter, dann wäre die ganze Arbeit auf einmal kaputt." Mit dem Selbstpflücken habe die Genossenschaft gute Erfahrungen. "Wir haben viele Stammkunden, das ist in den vergangenen Jahren besser geworden." Wenn sich die Obstbauern nicht solche Vertriebswege einfallen lassen würden, wäre die Vermarktung viel schwieriger.

Vor einem Bauwagen steht ein Verkaufsstand mit Sonnenschirm und der Aufschrift "Frische Erdbeeren".
Seit fünf Jahren kümmert sich Sabine Träger um die Kunden auf den Erdbeerfeldern bei Rochlitz. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

10:15 Uhr | Freibad Rochlitz, 32 Grad Celsius

Im Freibad der Stadt Rochlitz kommen jetzt auch die Badegäste an. Viele Familien mit Kindern strömen ins Bad. Schwimmmeister Andreas Quegner hält hier seit 25 Jahren die Fäden in der Hand. "Da hat man schon viel erlebt." Geschätzte 90 Prozent der Badegäste hätten bei ihm das Schwimmen gelernt. Er zeigt auf einen jungen Mann im Wasser, der mit zwei Kindern spielt. "Der hat bei mir das Schwimmen gelernt. Jetzt ist er selbst Vater und seine Kinder lernen wieder bei mir." Er freue sich immer, wenn die Saison beginne. "Wenn die Kastanien hier an dem Baum langsam braun werden, dann freue ich mich auch, wenn die Saison wieder mal rum ist", lacht er. Dann begrüßt er eine junge Familie.

Am Beckenrand eines Freibades sitz eine Familie mit drei Kindern, daneben ein älterer Bademeister.
Phillip und Marie sind mit ihren Kindern extra aus Chemnitz ins Rochlitzer Freibad gekommen. Sie schätzen "ihren" Schwimmmeister Andreas. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Phillip und Marie sind mit ihren drei Kindern extra aus Chemnitz angereist, um den Tag im Rochlitzer Bad zu verbringen. "Ich habe als Kind bei Andreas das Schwimmen gelernt. Und wir waren hier viel bei Verwandten." Das sei wie ein Zuhause hier und er habe so etwas wie eine Rohlitzer DNA, lacht er. "Das Bad ist sehr schön. Man merkt, in wessen Hand das ist. Da steckt viel Liebe drin". Schwimmmeister Andreas habe sehr viel Fingerspitzengefühl, gerade im Umgang mit den kleinen Badegästen. Marie ergänzt: "Für die Kinder ist das hier sehr schön. Es ist so familiär hier." Sie würden den ganzen Tag hier verbringen. "Dann fallen die Kinder abends erschöpft ins Bett und wir können einen Haken machen auf der 'Elterncheckliste'", lacht sie. Wie auf Kommando kommt da gerade Schwimmmeister Andreas über die Liegewiese, sammelt einen Tannenzapfen auf und lacht: "Hier liegt wieder überall Müll rum!"

11:30 Uhr | Schloss Rochlitz, 20 Grad Celsius

Die alten Mauern des Rochlitzer Schlosses spenden Kühle bei gefühlten 36 Grad Mittagstemperatur. Seit Sonnabend erst hat das Schloss nach der Corona-Pause wieder regulär geöffnet, ist an der Kasse zu erfahren. Auch Führungen gebe es wieder. Noch sind nicht viele Gäste da, doch das Programm für den Sommer ist schon fertig. Speziell für Kinder haben die sieben Schlösser der Umgebung unter dem Namen "Sieben auf einen Streich" ein Programm entwickelt.

An einer Schlossmauer blüht ein Rosenbusch, dahinter ragt ein Schlossturm heraus.
Erst seit Sonnabend hat das Schloss Rochlitz wieder für Besucher geöffnet. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Ein paar Gäste sind aber auch an diesem Tag schon da. Weitgereiste aus der Oberpfalz und zwei junge Leute aus Leipzig. "Wir hatten hier in der Nähe ein Fotoshooting", erklärt die junge Frau. "Und weil Rochlitz auf dem Rückweg liegt, haben wir uns kurzentschlossen für eine Schlossbesichtigung entschieden." Die Ausstellung sei sehr schön. "Aber nach der Kultur geht es auch für uns ans Wasser. Wir werden uns in einem der Seen bei Leipzig abkühlen."

Eine junge Frau und ein junger Mann mit Hut stehen auf einer Treppe vor einer alten Tür.
Bevor sie an den Badesee fahren, haben diese beiden Gäste aus Leipzig noch die Ausstellung im Schloss Rochlitz besucht. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Fazit: In Rochlitz, wie in den meisten anderen sächsischen Städten, stand am Sonntag die Abkühlung im Wasser ganz hoch im Kurs. Dicht gefolgt von Erdbeertorte und Abkühlung hinter dicken Mauern...

Quelle: MDR/tfr

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | SACHSENSPIEGEL | 20. Juni 2021 | 19:00 Uhr

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