Amtsgericht Döbeln Geldstrafe nach tödlichem Schulbusunfall in Penig

Im Prozess um einen tödlichen Verkehrsunfall in Penig, bei dem im Frühjahr 2019 ein Schulkind starb, ist am Donnerstag das Urteil gefallen. Das Amtsgericht Döbeln verurteilte den angeklagten 21 Jahre alten Mann zu einer Geldstrafe. Er muss 60 Tagessätze über jeweils 25 Euro (insgesamt 1.500 Euro) zahlen. Sein Verteidiger hatte Freispruch verlangt.

Unfall sorgt für Diskussion

Der junge Mann hatte vor zwei Jahren mit seinem Auto auf der ehemaligen B175 ein elfjähriges Mädchen erfasst, das gerade aus einem Schulbus in Langenleuba-Oberhain (Kreis Mittelsachsen) ausgestiegen war und die Straße überqueren wollte. Der tragische Unfall hatte Bestürzung ausgelöst und für Diskussion gesorgt. Der Schulweg wurde daraufhin sicherer gemacht.

Erklärungen nach dem Gerichtsurteil

Nach dem Urteil sagte Gerichtssprecher Christoph Kuhn MDR SACHSEN, bei dem niedrigen Strafmaß sei auch ein Mitverschulden des Kindes berücksichtigt worden. Es habe beim Überqueren der ehemaligen Bundesstraße, wie weitere Schulkinder auch, nicht auf den Straßenverkehr geachtet. Der Angeklagte sei nicht zu schnell gefahren. Der Mann habe die Familie um Entschuldigung gebeten. Der zuständige Unfallgutachter Tobias Gärtner sagte MDR SACHSEN, der Unfall hätte nur verhindert werden können, wenn der 21 Jahre alte Autofahrer in der Tempo-70-Zone langsamer als 40 Stundenkilometer gefahren wäre. Das könne aber nicht vorausgesetzt werden.

Quelle: MDR/bj/kk

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz | 29. Juli 2021 | 12:30 Uhr

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