Eissport 400-Meter-Eislaufbahn in Chemnitz wiedereröffnet

Gut eineinhalb Jahre nach der Schließung ist am Sonntag die Eisschnelllaufbahn in Chemnitz durch den Oberbürgermeister Sven Schulze eingeweiht worden. Die Wiedereröffnung kommt mit über einem Jahr Verspätung und auch sonst traf das Projekt auf viele Hindernisse. Unter anderem wurde es teurer als erwartet. Im Moment fehlt außerdem noch das Dach. Die Chemnitzer Eisportfans freuen sich trotzdem.

Eislaufbahn Chemnitz
Am Sonntag ist in Chemnitz die neue Eissportbahn eingeweiht worden. Bildrechte: Harry Härtel/haertelpress

Nach eineinhalb Jahren Bauzeit ist am Sonntag in Chemnitz die neue Eisschnelllaufbahn eingeweiht worden. Anfang März 2020 begannen die Abrissarbeiten an der alten Bahn. Die rund 50 Jahre alte Sportstätte wurde nun durch eine neue, wettkampftaugliche Anlage ersetzt.

Zudem erhielt das Eisoval eine zusätzliche Innenfläche. Diese kann im Winterbetrieb als Eishockeyfläche und im Sommerbetrieb als Rollhockeyfläche genutzt werden. Die Kosten für die Sanierung der 400-Meter-Bahn betragen insgesamt rund 12 Millionen Euro, davon sind 3,7 Millionen Euro Fördermittel vom Bund.

Dach fehlt noch - zahlreiche Hindernisse bei der Sanierung

In dieser Rechnung fehlt allerdings noch das Dach. Damit die Sportlerinnen und Sportler wetterunabhängig trainieren können, muss es noch gebaut werden. Das war eigentlich mitgeplant. Doch bei der Sanierung wurde das Geld knapp, heißt es aus dem Chemnitzer Rathaus.

Als wir das Projekt im Jahr 2017 beschlossen haben, sollte es neun Millionen Euro kosten, die Bahn und das Dach. Jetzt waren es 12 Millionen Euro, nur für die Bahn. Es war uns wegen der Haushaltssituation wichtig, dass wir etwas fertigbekommen. Deshalb ist jetzt erstmal nur die Bahn gemacht worden. Es sind alle Vorkehrungen getroffen worden, um später das Dach nachrüsten zu können.

Sven Schulze Oberbürgermeister Chemnitz

Nicht heute und nicht morgen solle das sein, aber die Stadt wolle es im Auge behalten, beteuert Schulze. Beim Bau waren einige Hindernisse zu überwinden: aufwendig zu entsorgendes Asbest, Lieferschwierigkeiten bei Baumaterialien und die Corona-Pandemie. Dadurch hat sich die Inbetriebnahme um ein Jahr verschoben.

Eislaufbahn Chemnitz
Eine Gruppe von jungen Eisschnellläuferinnen und -läufern bei der Wiedereröffnung der 400-Meter-Bahn. Bildrechte: Harry Härtel/haertelpress

Eisport-Freunde glücklich über Wiedereröffnung

Dass die neue Eisschnelllaufbahn - trotz fehlendem Dach und nur mit Verzögerung - eingeweiht werden konnte, geschah sehr zur Freude der Sportlerinnen und Sportler sowie der Chemnitzer Eissportfans. Bisher mussten die Jungsportler zum Training immer nach Dresden fahren.

Johanna Richter vom Eissschnelllauf-Club Chemnitz e. V. sagte MDR SACHSEN: "Für uns wird es dadurch leichter, weil wir jetzt wieder unsere eigene Bahn hier haben. Klar wäre es am schönsten, wenn wir noch ein Dach hätten, aber wir sind schon zufrieden, dass wir wieder unsere Bahn haben."

Eissport-Stadt Chemnitz: Tradition schon zu DDR-Zeiten

Der Eissport hat in Chemnitz Tradition. Bereits Mitte der 1950er-Jahre konnte man am Küchwald auf einer Kunsteisfläche Runden drehen. Später entstand das Eisstadion, in dem die Talente des SC Karl-Marx-Stadt, darunter auch Katarina Witt, trainierten. 1969 entschied der DDR-Sportbund DTSB, vorrangig medaillenträchtige Sportarten zu fördern. Dazu gehörte das Eiskunstlaufen.

Quelle: MDR/sm

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | 24. Oktober 2021 | 19:00 Uhr

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