Nachhaltigkeit Chemnitzer Energieversorger gibt Bienen auf dem Parkdeck ein zu Hause

Dass Bienen auch in Städten gut klarkommen, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Allerdings muss man ihnen auch den nötigen Platz geben. Der Chemnitzer Energieversorger Eins hat das getan. Auf seinem Parkdeck hat seit Kurzem ein Bienenvolk ein neues zu Hause gefunden.

Mehrere eckige Holzkästen stehen nebeneinander auf einer Wiese.
Auf dem Dach seines Parkhauses hat der Chemnitzer Energieversorger das Bienenvolk angesiedelt. Bildrechte: MDR/Monika Di Carlo

Eins Energie in Chemnitz hat 250.000 neue Mitarbeiterinnen eingestellt. Doch keine Sorge, die neuen Räumlichkeiten in der Innenstadt am Johannisplatz reichen völlig aus. Die neuen Kolleginnen sind klein, platzsparend und arbeiten im Innenhof auf dem Parkdeck. Die Rede ist nämlich von Honigbienen. Zum "Welttag der Bienen" durfte MDR SACHSEN am Freitag einmal einen Blick auf die Tiere werfen.

Bienen seit drei Wochen am Standort

Dabei wird schnell klar: Die fliegenden Kolleginnen haben sich in ihrem neuen Büro schon wohnlich eingerichtet. Seit gut drei Wochen gehören sie zu dem Chemnitzer Energieunternehmen. Ihre Mission: Pollen sammeln und Energie liefern - in Form von leckerem Stadthonig. Nebenbei sollen die fleißigen Pollensammlerinnen auch ein bisschen die Unternehmensphilosophie repräsentieren, wie Pressesprecherin Astrid Eberius erklärt.

"Für Eins sind Themen wie Umweltschutz, Klimaschutz und Nachhaltigkeit bereits seit Jahren sehr wichtig", sagt Eberius. Deshalb habe man bereits vor längerer Zeit am Wasserspeicher an der Leipziger Straße Bienen angesiedelt und damit gute Erfahrungen gemacht.

Wir haben uns jetzt einem größeren Projekt angeschlossen. Das heißt 'Hektar, Nektar'. Es verbindet Unternehmen mit regionalen Imkern. Das fanden wir toll.

Astrid Eberius Pressesprecherin von Eins Energie

Imker aus der Region kümmert sich um Bienenstock

Einmal pro Woche kommt Imker Lars Zemmrich aus Rabenstein aufs Parkhausdach, um sich um die Bienen zu kümmern. Er kontrolliert die fünf Honigbeuten, so heißen die Holzkisten, in denen die Bienen wohnen, und prüft, dass sich keine neuen Schwärme bilden. Ein sehr zeitintensives Hobby, wie der selbsternannte "Bienenquetscher" erklärt.

"Es ist mit viel Arbeit und mit viel Wissen verbunden. Schließlich ist es nicht so, dass man sich Bienen hinstellt und die bringen dann den Honig fertig in Gläsern", sagt Zemmrich. Man müsse sich auch informieren und die Tiere bei den Tierseuchenkassen und beim Veterinäramt anmelden. Dieser Verantwortung müsse man sich bewusst sein. "Und das machen viele leider nicht", bedauert der Imker.

Ein Mann im mittleren Alter steht vor zwei Kästen aus Holz
Imker Lars Zemmrich schaut regelmäßig vorbei, um sich um die Bienen zu kümmern. Bildrechte: MDR/Monika Di Carlo

Stadt als geeignete Umgebung für Bienen

Den Trend zur Bienenhaltung sieht er kritisch, zumindest wenn Leute ohne entsprechendes Fachwissen einfach so Bienen im Garten oder im Hinterhof halten. Er wünscht sich eine Art Bienenführerschein. Dass die Stadt aber ein geeigneter Wohnraum für Bienen ist, kann Hobbyimker Zemmrich bestätigen.

Außerhalb von den Gebäuden gebe es viel Grün, zum Beispiel in Parkanlagen oder nahegelegenen Wäldern, erklärt Zemmrich.

Da Bienen bis zu fünf Kilometer auf Nahrungssuche gehen, finden sie in der Gegend auch viele Blumenkästen. Sie finden Polen und Nektar und fühlen sich in der Stadt tatsächlich wohler als auf dem Land, wo es nur Monokulturen gibt.

Lars Zemmrich Imker

Ende Juni gibt es den ersten Honig

Voraussichtlich Ende Juni kann der erste Honig "geerntet" werden - mit durchschnittlich 30 Kilo Honig pro Bienenbeute rechnet der Imker. Beim Energieversorger wird überlegt, ob der Honig dann verkauft wird.

Andere Chemnitzer Unternehmen haben auch Bienenstöcke

Ähnlich wie der Energieversorger haben auch andere Firmen in Chemnitz ein Herz für Bienen. Das Hotel c/o 56 auf dem Schlossberg, die Delphin-Projekte auf dem Sonnenberg oder auch die Chemnitzer Veranstaltungszentren C3 haben ebenfalls einen Bienenstock auf dem Dach.

MDR (sth/Monika Di Carlo)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Regionalreport aus dem Studio Chemnitz | 20. Mai 2022 | 16:30 Uhr

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