Corona-Pandemie Kinderärztin impft in Hainichen gegen das Coronavirus

Seit Dezember letzten Jahres dürfen auch Kinder zwischen 5 und 11 Jahren mit dem Vakzin von Binotech geimpft werden. In der Hainichener Kinderarztpraxis von Andrea Pötzsch werden am Freitag erstmalig Kinder dieser Altersgruppe gegen Covid gepiekst. Die sächsische Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) hat sich vor Ort ein Bild über die derzeitige Impfsituation bei Kindern verschafft.

Petra Köpping (Sozialministerin), Dieter Greysinger (Bürgermeister von Hainichen), Andrea Pötzsch (Kinderärztin),  Matthias Damm (Landrat Mittelsachsen). (von links)
Sozialministerin Petra Köpping, Dieter Greysinger (Bürgermeister von Hainichen) und Matthias Damm (Landrat Mittelsachsen) informierten sich am Donnerstag bei Kinderärztin Andrea Pötzsch über die Corona-Impfung für Kinder. Bildrechte: MDR/Monika DiCarlo

Genau 34 Impftermine für eine Corona-Schutzimpfung haben die Arzthelferinnen von Andrea Pötzsch für Freitag vergeben. Rund ein Drittel davon für Kinder zwischen 5 und 11 Jahren. Doch der Impfstart in dieser Altersgruppe sei etwas schleppend, erzählt die Kinderärztin.

"Durch diese hohen Wellen, diese hohen Inzidenzen weiß ich im Moment gar nicht, wen ich impfen kann", sagt sie. Sie müsse erst nachvollziehen, wer möglichweiser infiziert gewesen sei und daher noch nicht gleich geimpft werden könne. "Weil gerade im November, Dezember waren extrem viele Kinder betroffen, auch Jugendliche", sagt Pötzsch. Sie sammle jetzt erstmal die Daten der Patienten. Viele seien auch im Testzentrum gewesen, sodass die Ärztin nicht immer aus ihren Unterlagen herauslesen kann, ob sie an Corona erkrankt waren.

Auch schwere Corona-Verläufe bei Kindern

Oftmals würde die Erkrankung bei den Kindern mild verlaufen, so Pötzsch. Aber sie hätte auch schon drei schwere Fälle gehabt. Zum Teil sei es erst bis zu sieben Woche nach der Infektion zu starken Beschwerden gekommen: "Mit hoch fieberhaften Erkrankungen, wirklich schwerst krank, mit Multiorganbeteiligung, mit Herzmuskelentzündungen. Mit Entzündung der großen Gefäße, gerade an der Aorta", erzählt sie.

Auch ein Kind mit Long-Covid sei dabei. "Und das waren alles Kinder, die nicht vorerkrankt waren", sagt die Kinderärztin. Vom Mai 2020 bis Mai 2021 habe es insgesamt 297 schwere Fälle bei Kindern in ganz Deutschland gegeben. "Da sind die drei Fälle hier für mich in Hainichen relativ viel", so Pötzsch. Alle drei Kinder seien auf der Intensivstation behandelt worden.

Impfreaktionen sind normal

Für Eltern, die noch unsicher sind, gibt die Kinderärztin zu bedenken, dass Impfreaktionen normal seien. Schwere Impfnebenwirkungen habe sie in ihrer Praxis noch nie gehabt. Bereits seit einiger Zeit impft sie Kinder ab 12 Jahren in ihrer Praxis gegen das Coronavirus.

Eine Impfung bei 5- bis 11-Jährigen sei eher die Spitze des Eisberges - es sei wichtig, dass sich die Erwachsenen impfen ließen und somit auch ihre Kinder schützen, sagt Pötzsch.

Petra Köpping (SPD), Sozialministerin von Sachsen, spricht während der Kabinettspressekonferenz in der Sächsischen Staatskanzlei auf dem Podium.
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Wenn man Kinder schützen will, dann müssen sich die Erwachsenen impfen lassen, die Großeltern und Eltern. Das ist nochmal mein Appell.

Petra Köpping Sächsische Sozialministerin

Corona-Lage in Hainichen hat sich entspannt

Auch der Landrat von Mittelsachsen, Matthias Damm, und Hainichens Bürgermeister, Dieter Greysinger, nutzten den Termin mit Sozialministerin Petra Köpping zum Gespräch. Die Region Hainichen hatte noch im Dezember hohe Infektionszahlen. Jetzt sei die Lage entspannter.

"Wir waren in Hainichen doch viele Wochen Hotspot. Das hat sich zum Glück jetzt etwas geändert", sagt Greysinger. "Aber wir wissen natürlich nicht, wie Omikron sich auswirkt." Der Bedarf an Boosterimpfungen sei in Hainichen weitestgehend gedeckt.

Quelle: MDR(al/mdc)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Regionalreport aus dem Studio Chemnitz | 06. Januar 2022 | 16:30 Uhr

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