Pilotprojekt In Augustusburg wird der negative Schnelltest zur Eintrittskarte in Läden, Restaurants und Hotels

Ein COVID-19 Antigen Schnelltest
Augustusburg will mit Schnelltests und digitaler Nachverfolgung einen Modellversuch zu Öffnungen von Gastronomie und Handel durchführen. Bildrechte: dpa

In Augustusburg entsteht in dieser Woche im Rahmen eines Pilotprojekts ein Schnelltestzentrum. Am Montagvormittag wurden dafür Container auf dem Gelände von "Rosts Wiesn" aufgestellt. Dort erhält jeder Bürger mit einem negativen Schnelltest eine digitale Eintrittskarte, die drei Tage gültig ist und danach mit einem weiteren Schnelltest erneuert werden kann. Mit dieser Eintrittskarte kann er dann Geschäfte und Gaststätten besuchen, natürlich unter Einhaltung von Hygienekonzepten. Das Pilotprojekt soll zeigen, wie eine Region mit Corona-Schnelltests und digitaler Besucherkarte Gastronomie, Läden und Hotels wieder öffnen könnte.

"Ich gehe davon aus, dass wir spätestens in der zweiten Märzwoche mit den Tests starten können", sagt Dirk Neubauer, Bürgermeister der Stadt. Am Dienstag soll bereits die Schnelltestschulung für das Personal vom DRK durchgeführt werden. Wann die Augustusburger mit ihrer digitalen Eintrittskarte in Läden oder Restaurants gehen können, ist derzeit unklar.

Dirk Neubauer
Dirk Neubauer, Bürgermeister von Augustusburg, möchte spätestens in der zweiten Märzwoche mit den Schnelltests beginnen. Bildrechte: Dirk Neubauer

Sachsen stellt kostenfreie Tests zur Verfügung

Das Restrisiko sei durch die digitale Nachverfolgung und das flächendeckende Schnelltestsystem gering, so Neubauer. "Da ist das Risiko, sich in einem Supermarkt anzustecken, wahrscheinlich höher", sagt er. Der Freistaat Sachsen stellt Augustusburg kostenfreie Schnelltests zur Verfügung. Für die Finanzierung des Personals hat der Stadtrat in der letzten Woche eine Extraausgabe von 10.000 Euro beschlossen.

Sächsisches Sozialministerium prüft Rahmenbedingungen

In Oberwiesenthal gibt es ähnliche Ideen wie in Augustusburg. Man arbeite eng zusammen, so Neubauer. "Es ist quasi ein Kooperationsprojekt." Auch mit der Dehoga gebe es einen regen Austausch und Absprachen zum Projekt. "Wir sehen uns als Sprachrohr, um die Ideen der Unternehmer in die politische Diskussion einzubringen", sagt Axel Klein, Hauptgeschäftsführer der Dehoga Sachsen. Er glaubt, dass die Bereitschaft für Tests in der Bevölkerung gegeben sei, wenn es im Gegenzug Öffnungsmöglichkeiten gebe.

Das sächsische Sozialministerium steht den Plänen, Modelltest-Regionen in Oberwiesenthal und Augustusburg einzurichten, positiv gegenüber. Das Ministerium teilte auf Anfrage von MDR SACHSEN mit: "Wir begrüßen das Projekt und sind im Austausch mit den Partnern. Wir prüfen, wie wir Unterstützung anbieten können." Unter anderem plant das Ministerium "eine Änderung der Corona-Schutzverordnung, um solche Feldversuche zu ermöglichen." Derzeit würden Juristen die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Modellversuch in Augustusburg prüfen, so Neubauer.

Quelle: MDR/al/igr

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 01.03.2021 | 14:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Chemnitz

6 Kommentare

alter dynamo fan vor 7 Wochen

Und was ist wenn man kein Smartphon besitzt, mir reicht nähmlich mein einfaches Handy . Bin ich dann verurteilt ohne die digitale Eintrittskarte vom betreten der Geschäfte und Gaststätten ausgeschloßen zu sein ? Bin Ende 60 zig und kein Technikverweigerer, besitze zu Hause einen Computer und nutze ihn täglich . Aber es gibt viele alte Menschen die ein Smartphon aus der Natur der Sache nicht mehr bedienen können . Wie sollen die wieder am Leben teilnehmen können ?

Brinky vor 7 Wochen

In einem Land, wo es die DB nicht mal schafft zuverlässig und pünktlich nach Fahrplan zu fahren, sollen jetzt über 80 Mio Bürger duchgetestet ihr Leben in Zeitfenstern organisieren ???? Auf solche "Geistesblitze" dürften nur Politiker kommen die vom normalen Alltag der Bürger keine Ahnung mehr haben. Stellt man sich nur den Tagesablauf vieler Familien zwischen Arbeit, Kinderbetreuung, Einkauf, Artztbesuch etc. einmal vor. Wenn da nur ein Zeitfenster nicht penibel eingehalten werden kann, platzt der ganze Plan. Mit solchen Vorhaben wird nur das gesellschaftliche Zusammenleben im Zeitraffer an die Wand gefahren.
Deshalb alle Kraft auf die Impfkampagne konzentrieren, betagte Mitbürger und Risikogruppen "durchimpfen" und dann müssen wir einfach lernen mit Corona zu leben. Auch eine Impfpflicht geht überhaupt nicht, Hr, MP. Jeden Herbst steht es jedem Bürger frei sich vorbeugend impfen zu lassen oder nicht. Das Risiko liegt dann auch bei Jedem selbst.

Matthi vor 7 Wochen

Das mag im kleinen mit kostenlosen Tests funktionieren aber nicht im großen, in Erfurt eine 200 tausend Stadt wartet man jetzt schon auf sein Testergebnis fast eine Woche im Durchschnitt. Wie lange muss man erst warten wenn sich die halbe Stadt testen lässt. Ich weiß nicht wie lange Dresdner oder Leipziger im Durchschnitt warten müssen aber wenn da jeder 2. sich testen lässt wie lange dauert das ?

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