Corona-Pandemie Modellprojekt zu Öffnungen in Augustusburg gestartet

Eine Tafel mit einem QR-Code steht vor dem Schloss.
In Augustusburg ist am Donnerstag ein Modellprojekt zu Öffnungen gestartet. Mit einem tagesaktuellen Negativtest können zum Beispiel Gaststätten und Hotels besucht werden. Bildrechte: dpa

In Augustusburg ist der Startschuss für das Modellprojekt zum Ausstieg aus dem Lockdown gefallen. Die Stadt darf mit Genehmigung des Landratsamts Mittelsachsen unter anderem Hotels und Gaststätten für vier Wochen probehalber unter Auflagen öffnen. "Jetzt ist der einzige Zeitpunkt, wo wir es noch machen können", sagt Wirtschaftsminister Martin Dulig am Donnerstag bei einem Besuch in Augustusburg. "Die Zahlen steigen weiter, das heißt, es ist jetzt schon eine mutige Entscheidung, die wir getroffen haben, diesen Piloten zu ermöglichen."

Wir werden mit dem Virus leben müssen. Es wird auch in diesem Jahr nicht verschwinden. Aber wir brauchen endlich eine Perspektive, eine Hoffnungsstrategie für Sachsen. Und deshalb bin ich absolut zuversichtlich, dass das der richtige Weg ist!

Martin Dulig Sächsischer Wirtschaftsminister

Menschen vor Corona Teststation in Augustusburg
An der Teststation in Augustusburg können sich alle Gäste und Bürger und Bürgerinnen der Stadt testen lassen. Gäste müssen sich anmelden, da nur eine begrenzte Anzahl an Menschen pro Tag an dem Modellprojekt teilnehmen kann. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

Mehr Freiheiten für negativ getestete Gäste und Augustusburger

Gäste müssen sich anmelden und brauchen einen tagesaktuellen negativen Corona-Test. Dafür wurde in der Stadt ein Testzentrum eingerichtet. Das negative Ergebnis ist dann die Eintrittskarte zu Hotels und Restaurants. Ab Dienstag, dem 6. April, soll voraussichtlich auch der Besuch des Schlosses möglich sein. Das Ganze läuft über einen QR-Code und ist laut Bürgermeister Dirk Neubauer auf 360 Besucher am Tag beschränkt. Augustusburger können sich tagesaktuell testen lassen und so ebenfalls Teil des Modellprojekts werden - ohne zahlenmäßige Begrenzung.

"Es ist alles gut durchdacht, es ist wissenschaftlich begleitet, wir machen hier keine Menschenversuche", sagt Neubauer. "Es geht wirklich darum, eine Alternative zu finden." Die wissenschaftliche Begleitung solle zeigen, welche Auswirkungen Öffnungen auf die Pandemie haben. "Sollte es im Herbst wieder so sein, dass wir eine Alternative zum Lockdown suchen, dann werden wir uns hoffentlich darüber freuen, dass wir das hier geschafft haben", so Neubauer.

Modellprojekt in Oberwiesenthal noch ohne Genehmigung

Gabi Kaiser hat eine kleine Ferienwohnung und hat sich daher am Donnerstag als eine der ersten an der Teststation testen lassen. "Da muss ich mich natürlich auch testen lassen, wenn ich Gäste bekomme", erzählt sie. "Und ich bekomme welche. Es haben sich Gäste angemeldet, bis Montag." Insgesamt machen zehn Gaststätten und neun Ferienwohnungen, Pensionen beziehungsweise Hotels mit.

Ein Wermutstropfen bleibt für die Augustusburger Öffnungs-Modellregion: Wenn in Sachsen die Zahl belegter Corona-Betten auf Normalstationen den kritischen Wert von 1.300 übersteigt, endet der Versuch, mehr Freiheit zu erlangen, wieder im Lockdown. Das kann laut Prognosen schon nach Ostern passieren. Ein Modellprojekt in Oberwiesenthal, das ebenfalls am Donnerstag starten sollte, hat bislang keine Genehmigung vom Erzgebirgskreis erhalten.

Quelle: MDR/al/maw/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalreport aus dem Studio Chemnitz | 01. April 2021 | 14:30 Uhr

4 Kommentare

Uwe G vor 17 Wochen

Jetzt wo sich in Tübingen langsam zeigt das es nicht funktioniert und wir wieder einmal in der bislang schlimmsten Phase der Pandemie stecken, probieren wir es auch mal aus. Da fällt mir nichts mehr ein!

Frank 1 vor 17 Wochen

Nein, Herr Neubauer, nichts ist durchdacht und dieses Projekt wird als Rohrkrepierer enden. Warum? Sie werkeln an Symptomen, die Ursache greifen sie nicht an. Dazu bedürfte es einer nachhaltigen Impfstrategie und die ist nicht in Sicht. Die WHO hat sich diesbezüglich heute mehr als eindeutig geäußert. Was hier im Lande geschieht ist de facto eine Pandemieverlängerung und damit hat die WHO einfach recht!

Sachse14442 vor 17 Wochen

Ich finde die Spaltung der Gesellschaft mit "teile und herrsche" nimmt ungeheure Ausmasse an und hat nicht mehr viel mit dem Grundgesetz gemein.

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