Internationaler Holocaust-Gedenktag Kretschmer: "Antisemitismus ist keine Meinung, sondern Verbrechen"

Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen, steht am Mahnmal der KZ-Gedenkstätte Sachsenburg.
Zum internationalen Holocaust-Gedenktag legte Ministerpräsident Michael Kretschmer einen Kranz in der KZ-Gedenkstätte Sachsenburg nieder. Bildrechte: dpa

Ministerpräsident Michael Kretschmer hat die Bürgerinnen und Bürger in Sachsen dazu aufgerufen, sowohl in ihrem Privatleben als auch im dienstlichen Bereich Stellung gegen Rassismus und Antisemitismus zu beziehen. Er sagte bei einer Kranzniederlegung an der KZ-Gedenkstätte Sachsenburg bei Frankenberg, Antisemitismus sei keine Meinung, sondern ein Verbrechen. Deutschland sei heute in der Welt überall geschätzt, weil es eine klare Haltung zur NS-Geschichte habe.

Hier hat im Grunde genommen vieles begonnen, was am Ende in den Holocaust hineingeführt hat.

Michael Kretschmer Sachsens Ministerpräsident zur Rolle des KZ Sachsenburg im Nationalsozialismus

Hier habe "diese menschenverachtende, bösartige Ideologie" begonnen, Menschen zu selektieren und umzubringen, betonte Kretschmer.

Sendungsbild
Das frühere KZ Sachsenburg entstand auf dem Gelände einer ehemaligen Spinnereifabrik bei Frankenberg. Bildrechte: MDR/Ben Arnold, honorarfrei

Besuchs-Anlass: Internationaler Holocaust-Gedenktag

Anlass für die Veranstaltung war der internationale Holocaust-Gedenktag zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus. Am 27. Januar 1945 befreiten sowjetische Soldaten die Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz. Sachsens Landtagspräsident Rößler sprach bei einer Gedenkstunde im Landtag von einer Schande, dass jüdisches Leben in Deutschland heute wieder in Gefahr sei. Das dürfe die Gesellschaft nicht akzeptieren.

KZ Sachsenburg Das KZ Sachsenburg bei Frankenberg war eines der ersten Konzentrationslager und war von 1933 bis 1937 in Betrieb. Es entstand auf dem Gelände einer ehemaligen Spinnereifabrik. Bis zu 2.000 Häftlinge gleichzeitig waren hier untergebracht.

Quelle: MDR/al/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 27.01.2021 | 11:00 Uhr in den Nachrichten

1 Kommentar

Wachtmeister Dimpfelmoser vor 20 Wochen

"Antisemitismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen".
Cave, Herr Ministerpräsident. Erst wenn aus einer Meinung und Einstellung konkrete Handlungen, Unterlassungen und Taten werden, die strafrechtlich relevant sind und entsprechend verfolgt und geahndet werden, wird möglicherweise ein Verbrechen daraus. Meinungen und Einstellungen für sich können kein Verbrechen sein! Und: Das Abfackeln einer israelischen Fahne beispielsweise ist eine klare antisemitische Handlung, aber ein Verbrechen? Und wie ist das mit Antikommunismus? Ist der dann auch eins?
Ich war übrigens selbst schon in Israel und bin begeistert von Land und Leuten. Aber einige Dinge sehen die genau so kritisch wie wir. Das sagte uns sogar der damalige Reiseleiter ohne Scheu.

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