Industriegeschichte Frankenberger Museum zeigt Prototyp Barkas B1100

Das Erlebnismuseum Zeitwerkstadt in Frankenberg ist nach mehrmonatiger Corona-Pause seit Freitag wieder geöffnet. Die Ausstellung bietet einen interaktiven Ausflug durch die Industriegeschichte Frankenbergs. Und gleich am Eingang steht ein neues Schmuckstück für die Besucher bereit: der Barkas-Prototyp B1100.

Ein Auto mit Ladefläche in einer Halle.
Der Barkas B1100 wurde nur als Prototyp gebaut und ging nie in die Produktion. Nun ist er in Frankenberg zu sehen. Bildrechte: MDR/Nora Kilenyi

Am Sonntag wird beim großen Wiedereröffnungswochenende im Erlebnismuseum Zeitwerkstadt in Frankenberg der Barkas-Prototyp B1100 präsentiert. Die beige-graue Farbe ist auch von den Kleintransportern vom Typ Barkas B1000 bekannt, die weit verbreitet waren in der DDR.

Prototypen unter Verschluss

Der B1100 sieht im Vergleich zum Serienmodell eckiger und markanter aus und bietet mehr Platz im Innenraum. Er sollte den B1000 ablösen, doch dazu kam es nicht. Die drei gebauten Prototypen wurden unter Verschluss gehalten, erzählt der Leiter der Zeitwerkstadt Frankenberg, Tobias Müller.

"Du bist glücklich!" steht auf einer Projektion.
Im sogenannten "TimeCube", einem großen, quadratischen Raum mit 116 Monitoren werden die Gäste mit einem 360-Grad-Video begrüßt. Bildrechte: MDR/Nora Kilenyi

"Die B1100 Serie hätte dann all das beinhaltet, was eben der B1000 nicht hat", sagt er. "Also Viertakt-Motor zum Beispiel, etwas anderes Raumkonzept, natürlich auch eine ganz andere Optik. Also prinzipiell für die Zeit ein ganz modernes Fahrzeug."

Bildergalerie Ausstellungseindrücke aus dem Erlebnismuseum Frankenberg

Ein Exponat steht auf einem Podest mit Leuchtschrift.
Die Druckpresse, mit der Carl Gottlob Roßberg mit Holzschliffpapier 1845 einen Teil des "Intelligenz-und Wochenblattes" nach heutigem Maßstab gedruckt hat. Bildrechte: ZeitWerkStadt
Ein Exponat steht auf einem Podest mit Leuchtschrift.
Die Druckpresse, mit der Carl Gottlob Roßberg mit Holzschliffpapier 1845 einen Teil des "Intelligenz-und Wochenblattes" nach heutigem Maßstab gedruckt hat. Bildrechte: ZeitWerkStadt
Blick in die Ausstellungs
Die Ausstellungswand, in der sich zahlreiche sächsische Erfindungen verstecken... Bildrechte: ZeitWerkStadt bereitstellen.
Erlebnismuseum Frankenberg
...zum Beispiel die Melitta-Kaffeefilter. Bildrechte: MDR/Ann-Kathrin Canjé
Viele Garnrollen hängen in einem Gestell.
Diese Webmaschine wurde bis 2020 noch zum Weben von Teppichen genutzt. Ein Stück von Sachsens Pioniergeist. Bildrechte: ZeitWerkStadt
Ein Exponat im Erlebnismuseum Frankenberg.
Verschiedene Zigarrenunternehmen hatten in Frankenberg ihren Sitz... Bildrechte: MDR/Ann-Kathrin Canjé
Ein Exponat im Erlebnismuseum Frankenberg.
...und die Zigarren schafften es in die ganze Welt. Bildrechte: MDR/Ann-Kathrin Canjé
Zwei Kinder sitzen auf Hockern und halten sich Telefonhörer ans Ohr.
Mit Friedhelm können Kinder die "ZeitWerkStadt" ganz spielerisch entdecken. Bildrechte: ZeitWerkStadt
Blick in die Ausstellungs
Mit dem roten Frankenberg-Taler wird die Ausstellung digital erlebbar. Bildrechte: ZeitWerkStadt bereitstellen.
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Roboter Friedhelm führt Kinder durchs Museum

Ins Museum kamen in den vier Monaten nach der Eröffnung im Sommer vergangenen Jahres fast 9.000 Besucher. Diese werden mittels interaktiver Assistenten durch die Ausstellung geführt. Für die kleinen Besucher ist das der Roboter Friedhelm. In seinem drolligen Konservendosenoutfit hüpft er über die Bildschirme an den verschiedenen Rätselstationen.

Ein antikes Fahrrad steht neben einer Projektion.
Auf rund 1.800 Quadratmetern Ausstellungsfläche können die Besucherinnen und Besucher die Geschichte der Industriekultur erleben. Bildrechte: MDR/Nora Kilenyi

Streifzug durch Frankenbergs Industriegeschichte

Frankenbergs Industriegeschichte besteht natürlich nicht nur aus Barkas und Framo. Die Menschen aus der Kleinstadt an der Zschopau haben unter anderem auch in Bergbau, Textilindustrie, Teppichweberei, Zigarrenherstellung und Drucktechnik bedeutende Entwicklungen beigetragen. "Wir freuen uns, alle Interessierten wieder zu begrüßen und Sachsens Pioniergeist und die vielen sächsischen Erfindungen mit ihnen zu teilen", sagt Museumsleiter Tobias Müller.

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Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video
In der Garage: Ein umgangssprachlich als "Framo" bezeichneter Kleintransporter. 45 min
In der Garage: Ein umgangssprachlich als "Framo" bezeichneter Kleintransporter. Bildrechte: MDR/Daniela Posern

MDR (nk/al)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Regionalreport aus dem Studio Chemnitz | 01. April 2022 | 16:30 Uhr

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