Urlaub zu Hause Wie man an der Wasserski-Anlage Rossau elegant ins Wasser plumpst

Wandern, radeln, campen, schwimmen, klettern - was Freizeitaktivitäten betrifft, da hat Sachsen einiges zu bieten. Deshalb wollen wir Ihnen während der Sommerferien ein paar Freizeit- und Ausflugstipps vorstellen - jeden Tag mit einer Reportage von einem anderen Ort. Urlaub zu Hause im Selbsttest. Heute: Wasserski fahren in Rossau.

Wasserski
An der Wasserskianlage in Rossau können Fortgeschrittene Sprünge auf den Rampen üben, während Anfänger erst einmal so auf dem See an ihrer Technik feilen. Bildrechte: Anett Linke/ Panthermedia

Wasser ist absolut mein Element. Ich fühle mich sowohl im als auch auf dem Wasser pudelwohl. Umso seltsamer, dass ich bisher noch nie Wasserski fahren war. Aber das werde ich heute an der Wasserski & Wakeboard-Anlage Rossau nachholen.

Vorbeigefahren bin ich schon oft, da sie gleich an der A4 Abfahrt Hainichen liegt. Obwohl das Wetter nicht gerade sommerlich ist, kommt auf dem Hinweg zumindest die Sonne heraus. Schon vom Auto aus kann ich die Anlage sehen und bin verblüfft, wie schnell die Wassersportler unterwegs sind.

Vor einer Bar stehen Leihboards.
Die Wakeboards sind eher etwas für fortgeschrittene Besucher. Für Anfänger werden die klassischen Wasserski empfohlen. Bildrechte: MDR/Anett Linke

Im Gebäude werde ich von Martina Blanik begrüßt. Sie und ihre Familie betreiben die Wasserskianlage schon seit 20 Jahren. Zuerst gibt es ein Einführungsvideo. Darin werden die grundlegende Technik, die Besonderheiten am Start und in den Kurven und die wichtigsten Sicherheitshinweise erläutert. Ich werde später noch froh sein, genau aufgepasst zu haben.

Wie die Wurst in der Pelle

Danach bringt Blanik mir einen Neoprenanzug. Da es kühl ist, bin ich sehr dankbar und ziehe ihn in einer Umkleidekabine über meinen Badeanzug. Ich verzichte auf eine genaue Beschreibung des Anziehvorgangs, aber wenn ich Wurst und Pelle sagen, beschreibt es die Situation ganz gut. Ich bekomme noch eine Schwimmweste und dann kann es auch schon losgehen. Helmpflicht besteht nur für diejenigen, die Sprünge auf den Rampen wagen wollen.

Urlaub zu Hause Die Wasserski & Wakeboard-Anlage Rossau

Ein See.
Schon beim Weg vom Parkplatz hat man einen tollen Blick auf die Wasserskianlage. Bildrechte: MDR/Anett Linke
Ein See.
Schon beim Weg vom Parkplatz hat man einen tollen Blick auf die Wasserskianlage. Bildrechte: MDR/Anett Linke
"Hinweise zum Wasserskifahren" steht auf einem Schild.
Am Eingang hängen Hinweisschilder, die den Ablauf erklären. Zur Einweisung gibt es aber auch einen kurzes Video. Bildrechte: MDR/Anett Linke
Menschen fahren Wasserski.
Für Fortgeschrittene gibt es auf dem See auch Rampen für Sprünge und Tricks. Bildrechte: MDR/Anett Linke
Menschen fahren Wasserski.
Die Haltung für den Start ist für Ungeübte wie mich gar nicht so einfach einzunehmen. Bildrechte: MDR/Anett Linke
Eine Person im See.
Beim ersten Versuch lande ich ohne Skier direkt im Wasser. Bildrechte: MDR/Anett Linke
Eine Person liegt im Wasser.
Und auch beim zweiten Versuch verbringe ich mehr Zeit im als auf dem Wasser. Bildrechte: MDR/Anett Linke
Menschen fahren Wasserski.
Es sieht so einfach aus, wenn man den anderen Sportlern zuschaut. Bildrechte: MDR/Anett Linke
Blaue Liegestühle stehen im Sand.
An einem kleinen Aussichtspunkt über dem See gibt es einen gemütlichen Liegeplatz. Bildrechte: MDR/Anett Linke
Ein See.
An dieser Seite des Sees ist eine Badestelle. Bis zu den roten Bojen kann hier ungefährdet im Wasser getobt werden. Bildrechte: MDR/Anett Linke
Ein See.
Die Badestelle ist auch für kleine Kinder geeignet, da das Wasser lange flach ist. Bildrechte: MDR/Anett Linke
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Am Start stehen einige Kinder und ich schaue ihnen einen Moment zu. Sieht eigentlich gar nicht so schwer aus. Meine Wasserski tauche ich als erstes ins Wasser, um die Bindung nass zu machen. Dann schlüpfe ich mit nassen Füßen hinein und stelle sie auf meine Schuhgröße ein. So langsam werde ich nervös. Ich nehme die Starthaltung ein. Sie wird mir am Start noch einmal in Ruhe erklärt: Tief in die Knie gehen, Brust an die Knie, zu einer Kugel rollen und Arme ausstrecken. Allein das ist für meinen unfitten Lockdown-Körper schon eine Herausforderung.

Ohne Skier ab ins Wasser

Nun bekomme ich die Startleine in die Hand gedrückt. Diese soll mich auf einer festen Route mit 30 Kilometer pro Stunde um den See ziehen. Ein grünes Licht zeigt mir an, dass es losgeht. Der Zug an der Leine setzt ein und platsch, liege ich im Supermanstil im Wasser - ohne Ski. Die stehen noch fröhlich am Start und warten darauf, dass ich zurück ans Ufer schwimme.

Eine Frau steht auf Skiern.
Am Start stehe ich noch ganz sicher auf den Skiern. Das wird sich auf dem Wasser schnell ändern. Bildrechte: MDR/Anett Linke

Also nicht lange gefackelt und den zweiten Versuch gewagt. Mein Fehler ist klar: Ich bin nicht in der Hocke geblieben. Also achte ich dieses Mal besonders darauf. Ich schaffe es mit den Skiern vom Start - allerdings nur ungefähr vier Meter weit. Dann falle ich wieder ins Wasser. Leider erschrecke ich mich so sehr, dass ich etwas Wasser schlucke und schwer Luft bekomme. Trotzdem behalte ich die Sicherheitshinweise im Hinterkopf. Skier vor mir ausrichten und Richtung Ufer stoßen und aufpassen, dass mir keine lose Leine oder ein anderer Sportler gegen den Kopf knallt.

Effektives Ganzkörpertraining

Ich schwimme zurück und setze mich zum Luftholen erst einmal auf eine Bank. Es macht sich doch bemerkbar, wenn man lange keinen Sport gemacht hat. Die Oberschenkel und auch die Schultern schmerzen. Blanik bestätigt mir, dass Wasserski fahren ein effektives Ganzkörpertraining ist und ich morgen auch nach nur zwei Versuchen bestimmt Muskelkater haben werde. Ich beschließe einen weiteren Versuch auf einen anderen Tag zu verschieben und schäle mich wieder aus dem geliehenen Neoprenanzug. Das ist übrigens fast noch anstrengender als der Sport.

Urlaub Zuhause: Gheimtippkarte Wasserski Rossau
Bildrechte: MDR/Rainer Wolf

Fazit

Obwohl ich nicht weiter als ein paar Meter gekommen bin, hatte ich viel Spaß. Die meisten Besucher hätten den Dreh nach rund 20 Minuten und mehreren Startversuchen raus, sagt Blanik. Die Anlage empfiehlt sich für Familien mit Kindern aber auch für begeisterte Freizeitsportler. Wasserski und Wakeboards sowie Neoprenanzüge können vor Ort ausgeliehen oder auch mitgebracht werden.

Anreise

Mit dem Auto:

  • aus Richtung Mittweida oder Hainichen binnen weniger Minuten über die Hainichener Straße (S102)
  • aus Richtung Chemnitz oder Richtung Dresden über die Autobahn A4, Abfahrt Hainichen in Richtung Rossau

Öffnungszeiten während der Ferien

  • Montag bis Freitag 12 bis 19 Uhr
  • Sonnabend und Sonntag 10 bis 19 Uhr

Geeignet für

  • Wasserratten
  • Familien (Kinder dürfen ab 10 Jahren fahren und müssen schwimmen können)
  • Sportbegeisterte
  • Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Hier empfiehlt sich ein Anruf vorab, da besondere Wakeboards mit Sitz benötigt werden.

Verpflegung

  • Essen, Getränke und Eis können vor Ort gekauft werden. Mitgebrachte Verpflegung ist direkt an der Wasserski-Anlage nicht gern gesehen.

Daran sollte man denken

  • Handtuch
  • Badesachen
  • Uhren, Schmuck und alles, was sonst nicht nass werden soll, vor dem Start ablegen

Wenn man mal muss

  • Toiletten gibt es vor Ort

Wenn man schon mal da ist

  • kann man an der Badestelle schwimmen und auf der Liegewiese entspannen
  • kann man auch zur Stärkung ein Eis essen

Geheimtipp

  • Bei kühlem Wetter gibt es keine langen Warteschlangen und ein geliehener Neoprenanzug hält schön warm.

Quelle: MDR

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