Verkehr Kein Straßenbau: Frust in Deutschneudorf

Der Frühling naht. Neben dem frischen Grün sprießen dann auch wieder die Straßenbaustellen förmlich aus dem Boden. In Deutschneudorf sorgt eine geplante Umleitung über die marode Talstraße für reichlich Unmut.

Eine Dorfstraße, an deren Fahrbahnrand provisorisch eine zusätzlichen Leitplanke an einer Stützmauer angebracht ist.
Die Stützmauer an der Talstraße in Deutschneudorf ist so marode, dass sie bereits eingeengt werden musste. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In Deutschneudorf herrscht Frust wegen einer immer schlechter werdenden Straße. Der Frust ist nicht neu, denn die Einwohner kämpfen mit ihrer Bürgermeisterin schon seit Jahren dafür, dass die marode Piste instandgesetzt wird. Das Fass zum Überlaufen brachte jetzt eine geplante Umleitung, die der Buckelpiste noch mehr Verkehrsbelastung bringen soll - ohne Sanierung, sagt Bürgermeisterin Claudia Kluge (FDP).

"Ich bin auf das Straßenbauamt zugegangen und habe gefragt, ob wenigstens eine Deckensanierung gemacht werden kann, um die Winterschäden zu beseitigen. Die Antwort lautete, dass davon nichts bekannt sei."

LASuV: Keine Ausbesserungsarbeiten geplant

Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LASuV) teilte dem MDR auf Anfrage mit, dass ein Zeitraum für eine Erhaltungsmaßnahme derzeit nicht belastbar benannt werden kann. Die Behörde verwies dabei auch auf die angespannte Finanzlage Sachsens.

Mit Blick auf die anhaltenden Corona-bedingten Herausforderungen steht auch der Haushalt dabei weiterhin unter erheblichem Druck.

Sächsisches Landesamt für Straßenbau und Verkehr
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Bürgermeisterin Kluge: "Komme mir vor, wie am Ende der Welt"

Die Ortschefin kann die Situation nicht nachvollziehen. "Allein die Stützmauer muss grundlegend saniert werden." Hier sei bereits ein Unfall passiert, bei dem ein Auto abgestürzt sei. "Es gibt ein Planfeststellungsverfahren und wir werden seit vielen Jahren vertröstet." Die Gemeinde müsse immer nur warten. "Aktuell habe ich ein Angebot, das besagt, die Sanierung könnte vielleicht in zwei Jahren beginnen, falls der Freistaat noch Geld hat. Ich finde es jammerschade. Vor allem, wenn man sich hinstellt und behauptet, es sei kein Bedarf da."

Ich komme mir vor, wie am Ende der Welt, obwohl ich eigentlich sage, wir sind der Anfang von Deutschland hier in Deutschneudorf.

Claudia Kluge Bürgermeisterin Deutschneudorf

Das LASuV sieht hingegen einen fortgeschrittenen Planungsprozess für den Ausbau der Straße Deutschneudorf: "Wir erwarten voraussichtlich im zweiten Quartal 2022 einen bestandskräftigen Planfeststellungsbeschluss", heißt es in der schriftlichen Antwort auf die Anfrage des MDR.

"Mit bestehendem Baurecht kann im Anschluss mit der Ausführungsplanung begonnen werden. Für die Umsetzung der Maßnahme müssen zudem die erforderlichen Haushaltsmittel bereitstehen."

Ein Schlagloch auf einer Dorfstraße, über die im Hintergrund ein Auto fährt.
Loch an Loch und hält doch. Oder eben auch nicht. Denn einen Termin für den Beginn der Straßensanierung in Deutschmneudorf gibt es noch nicht. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Schwerlastverkehr und Touristenstraße

Für Kluge ist die Gefahr, die von der lädierten Straße in Deutschneudorf ausgeht, viel greifbarer. Sie nennt mehrere Gründe, die aus ihrer Sicht für eine sofortige Sanierung der Straße sprechen. "Seiffen ist ja Tourismusgebiet. Alle die da hin wollen, müssen diese Straße benutzen. Im Mai ist außerdem eine Friedensfahrt geplant, da kommen die Radler hier lang. Auch sonst fahren viele Radfahrer hier entlang, weil es noch nicht viele Radwege gibt."

Dazu käme, das die Straße von tonnenschweren Holztransportern befahren werde, die das nahegelegene Sägewerk belieferten.

Ich habe einfach Angst, dass die Mauer hier zusammenbricht, wieder ein Auto herunterstürzt oder ein Kind überfahren wird.

Claudia Kluge Bürgermeisterin Deutschneudorf

Man wünsche sich ein Zeichen, dass sich um den Ort gekümmert werde.

MDR (tfr/mdc)

1 Kommentar

Arbeitende Rentnerin vor 15 Wochen

Als Erzgebirgerin kenne ich die Straßen seit Jahrzehnten, da wird nie was gemacht, obwohl der Winter nun einmal härter ist und mehr kaputt geht. Aber D hat eben seit Jahren andere Prioritäten, auch in den vergangenen "guten" Jahren, traurig das Ganze

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