Aufforstung Freiberger können Wald für ihre Stadt pflanzen

In Freiberg ist am Donnerstag eine große Baumpflanzaktion gestartet. In der Nähe des Waldbades soll ein neuer Mischwald aufgeforstet werden. Dabei helfen die Freiberger mit. Insgesamt sollen 11.500 Bäume gesetzt werden.

Eichen-Baum pflanzen
11.500 Bäume sollen in den nächsten Tagen in Freiberg gepflanzt werden. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO/ Panthermedia

Am Stadtrand von Freiberg nahe des Waldbades sind auf einer etwa drei Fußballfelder großen Fläche bereits Furchen zum Einpflanzen gezogen worden. Am Rand liegen ein paar Baum- und Strauchsetzlinge bereit. Es gießt in Strömen. Unter einem kleinen Zeltdach stehen zwei Handvoll Projektbeteiligte – hauptsächlich Forstleute. Nur kurz verlassen sie das schützende Dach, um für ein paar Fotos die ersten vier Bäume zu pflanzen.

Auch Mittelsachsens Landrat Matthias Damm (CDU) hat einen Spaten in der Hand. "Neben der Sächsischen Schweiz sind wir der Landkreis, der am meisten auch verloren hat, und insofern denke ich, stehen wir alle in der Pflicht, das wieder in Ordnung zu bringen", sagt er. Und fügt hinzu: "Wohlwissend, dass es natürlich immer auch eine Generationenaufgabe ist."

Deswegen machen normalerweise bei solchen Baumpflanzaktionen Schul- und Kitakinder mit. Und wie Henrik Lindner, Geschäftsführer der Stiftung Wald für Sachsen, schon mehrfach erlebt hat, sind die Kinder mit Begeisterung dabei. "Es ist für uns auch immer eine Freude, wenn man sieht, mit welchem Eifer Kinder die Bäume pflanzen", sagt er. "Die Kinder sind da auch immer sehr neugierig. Das gibt uns auch Hoffnung, dass wir damit auch die Kinder wieder näher an die Natur heranführen können."

50.000 Euro für Mini-Bäume

Die Stadt Freiberg stellt das Grundstück zur Verfügung, die Stiftung Wald für Sachsen bezahlt die Baumaktion aus Spendengeldern. Vier Euro werden pro Baum benötigt, damit er gekauft, gepflanzt und fünf Jahre lang gepflegt werden kann. "Das heißt, die ganze Fläche, bis die Kultur mal gesichert ist, wird rund 50.000 Euro kosten", sagt Lindner. Die Stiftung wird sich bis Ende 2026 um die Pflege des Aufwuchses kümmern, dann wird der junge Wald zurück in die Obhut der Stadt übergeben.

An Wiederaufforstung oder wie in diesem Falle neuen Wald anlegen, geht angesichts der Schäden der vergangenen Jahre kein Weg mehr vorbei, meint Forstbezirksleiter Ingo Reinhold. "Die letzten drei Jahre waren eine Zäsur. Die Stürme, Dürre und Insektenschäden sind katastrophal, und es ist alternativlos, diese Wälder wieder in Bestockung zu bringen", sagt er. Am Sonnabend ist ab 10 Uhr eine weitere Pflanzaktion geplant. Alle Freibergerinnen und Freiberger sind aufgerufen, sich zu beteiligen.

Quelle: MDR/al/nk

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalreport aus dem Studio Chemnitz | 04. November 2021 | 16:30 Uhr

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