Öffnungsperspektiven Modellprojekt Freiberg: Öffnungspläne für Juni

Auch in Freiberg soll ein Modellprojekt für Öffnungsstrategien in der Corona-Pandemie starten. Die zuständigen Stellen erteilten die dafür erforderlichen Genehmigungen. Im ersten Schritt ist geplant, dass Händler, Gastronomen und Hoteliers innerhalb von Freiberg öffnen. Dann sollen schrittweise auch kulturelle und touristische Einrichtungen dazukommen.

Der Marktplatz mit dem Rathaus und dem Brunnen Otto der Reiche in Freiberg im Erzgebirge
Das Modellprojekt in Freiberg kann starten, sobald der Landkreis Mittelsachsen sieben Tage in Folge die Inzidenz von 100 unterschreitet. Die Stadt rechnet Anfang Juni mit dem Startschuss. Bildrechte: imago/Uwe Meinhold

Das Freiberger Modellprojekt "Freiheit und Verantwortung neu wagen" hat grünes Licht vom Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus (SMWK) bekommen. Das Modellprojekt sieht eine schrittweise Öffnung von Geschäften, Gastronomie, Hotels und kulturellen Einrichtungen vor. Das Vorhaben soll wissenschaftlich durch die TU Bergakademie Freiberg und das Dresdner Universitätsklinikum begleitet werden.

Im ersten Schritt ist geplant, dass Händler, Gastronomen und Hoteliers innerhalb der Freiberger Stadtmauern öffnen. Danach plant Freiberg schrittweise auch den Rest der Stadt sowie kulturelle und touristische Einrichtungen einzubeziehen. Mit einem tagesaktuellen negativen Corona-Schnelltest und einer Registrierung zur Kontaktnachverfolgung können Besucher dann die teilnehmenden Einrichtungen besuchen. Der Schnelltest muss vor Ort in einem der vom Landratsamt zugelassenen Testzentren gemacht werden. Die Stadt will für das Projekt zu dem bereits bestehenden Testzentrum auf dem Obermarkt zwei weitere öffnen, sodass dann täglich bis zu 4.000 Personen getestet werden können.

Registrierung mit QR-Codes

Das Testergebnis erhalten die Besucher digital aufs Handy oder als Ausdruck und zeigen es beim Betreten der teilnehmenden Einrichtungen vor. Zur Kontaktnachverfolgung werden alle Einrichtungen digital mit der App "Pass4all" ausgestattet. So können sich Besucher durch einmaliges Scannen eines QR-Codes im Eingangsbereich der Einrichtungen registrieren lassen. Für Mitarbeiter in den beteiligten Geschäften sieht das Freiberger Projekt vor, sie täglich testen zu lassen. Genesene und vollständig Geimpfte gelten wie negativ Getestete.

Sven Krüger
Sven Krüger, Oberbürgermeister von Freiberg, freut sich über die Genehmigung des Modellprojektes. Bildrechte: imago/Uwe Meinhold

Die Stadt Freiberg blickt dem geplanten Modellprojekt mit Optimismus entgegen. Oberbürgermeister Sven Krüger sagt, die Auswertung der Daten vom Modellprojekt in Augustuburg stimmten positiv.

Man muss ganz klar sagen, dass die Erkenntnisse aus Augustusburg gezeigt haben, dass die Öffnungen zu keinem erhöhten Infektionsgeschehen geführt haben.

Sven Krüger Oberbürgermeister von Freiberg

Start für Anfang Juni geplant

Auch die Händler können es kaum erwarten, ihre Geschäfte wieder zu öffnen, sagt Anja Fiedler die Chefin des Stadtmarketings. "Das Interesse ist riesig gewesen", sagt sie. "Das ganz tolle dabei ist wirklich: es kam sehr viel zurück, auch Hinweise, was wir bei dem Modellprojekt beachten sollen und müssen. Und das ist ein sehr gutes Zusammenspiel, dieses positive Feedback."

Die Vorbereitungen laufen laut Krüger bereits jetzt, damit bei sinkenden Inzidenzzahlen das Projekt schnell starten kann. Dazu muss die 7-Tage-Inzidenz mindestens sieben Tage in Folge die Marke von 100 im Landkreis Mittelsachsen unterschreiten. Aktuell liegt die Inzidenz im Landkreis laut RKI bei 110,5 (Stand: 20.05.). Krüger hofft, dass das Projekt Anfang Juni starten kann.

Modellprojekte in fünf Städten genehmigt

Für Modellprojekten in Sachsen ist die Genehmigung der Fachkommission des SMWK, des Sozialministeriums und des Landkreises beziehungsweise des kreisfreien Stadt nötig. Bei der Fachkommission sind bislang zwölf Anträge auf Modellprojekte eingegangen. "Die Fachkommission hat bislang, teilweise mit Auflagen, ihr Einvernehmen zu den Modellprojekten in Oberwiesenthal, Augustusburg, Dresden, Leipzig und Freiberg erteilt", teilte das SMWK auf Anfrage von MDR SACHSEN mit.

Quelle: MDR/al/maw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalreport aus dem Studio Chemnitz | 20. Mai 2021 | 16:30 Uhr

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