Verkaufsverbot Feuerwerkshersteller Weco in Freiberg wird geschlossen

Coronabedingt erlitt der Freiberger Feuerwerkshersteller Weco in der letzten Saison einen Umsatzeinbruch von 95 Prozent, die 150 Arbeitsplätze waren in Gefahr. Nun ist das Aus für den Traditionsbetrieb besiegelt.

Böllerproduktion bei der WECO in Freiberg
Beim Feuerwerkshersteller Weco in Freiberg gehen endgültig die Lichter aus. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die traditionsreiche Herstellung von Feuerwerk bei Weco in Freiberg steht endgültig vor dem Aus. Das Unternehmen hat sich mit dem Betriebsrat auf einen Sozialplan für die noch 100 Beschäftigten verständigt, sagte ein Sprecher des Pyrotechnik-Unternehmens am Montag. Demnach würden im Laufe des Monats die Mitarbeiter ihre Kündigungen erhalten. Für sie solle eine Transfergesellschaft gegründet werden. Die Automotive-Tochter von Weco am Freiberger Standort, die Teile für Airbags produziert, bleibt erhalten.

Bereits im Sommer wollte Weco, dessen Hauptsitz sich im nordrhein-westfälischen Eitorf befindet, das Freiberger Werk schließen. Begründet wurde der Plan mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten nach dem Verkaufsverbot von Feuerwerk Ende vorigen Jahres. Das Werk habe einen Umsatzrückgang von 95 Prozent erlitten. Weil daraufhin die Lager mit Böllern und Raketen gefüllt waren, sei schon das ganze Jahr über kein Feuerwerk mehr in Freiberg produziert worden, hieß es nun. Daher galt bereits Kurzarbeit für die Beschäftigten. Auch in diesem Jahr gilt ein Verkaufsverbot für Feuerwerk zu Silvester, wie die Bundesregierung und die Ministerpräsidenten der Länder jüngst beschlossen haben.

Feuerwerkskörper auf einem Tisch
In diesem Jahr ist der Verkauf von Feuerwerkskörpern zum zweiten Mal in Folge verboten worden. Bildrechte: imago images/Christian Ohde

Hauptstandort von Weco ebenfalls in Gefahr

Am Donnerstag teilte das Unternehmen mit, dass nun auch die restlichen bei Weco in NRW beschäftigten Menschen um ihre Jobs bangen müssten, weil die Verluste nicht mehr aufzufangen seien. "Trotz Überbrückungshilfen, die jedoch nach wie vor keinesfalls vollständig ausgezahlt wurden, sowie Kosteneinsparungen und standortübergreifender Kurzarbeit musste das Unternehmen zum Geschäftsjahresende einen Verlust in zweistelliger Millionenhöhe verzeichnen", heißt es in der Mitteilung. Weco-Geschäftsführer Thomas Schreiber kritisierte die Entscheidungen von Bund und Ländern scharf.

Vielleicht ist es den Damen und Herren in Berlin nicht klar, aber an unserer Branche hängen viele Familien und Existenzen, deren Schicksal uns selbstverständlich sehr am Herzen liegt!

Thomas Schreiber Weco-Geschäftsführer

Quelle: MDR/tfr/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | SACHSENSPIEGEL | 06. Dezember 2021 | 19:00 Uhr

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