Corona-Schnelltests Freiberg und Stollberg testen weiter kostenfrei

Ab 11. Oktober ist Schluss mit kostenfreien Schnelltests für alle. Nur noch Menschen, die sich nicht impfen lassen können, bekommen den Test dann kostenlos. Die Städte Freiberg und Stollberg haben sich allerdings für einen Sonderweg entschieden.

Ein negativer SARS-CoV-2 Test liegt auf mehreren Euroscheinen
Ab dem 11. Oktober sind Corona-Schnelltests in Deutschland nicht mehr kostenfrei. Bildrechte: dpa

In Freiberg und Stollberg bleiben die Corona-Tests auch nach dem 11. Oktober kostenfrei. Beide Städte haben sich entschieden, die Kosten für ihre Bürgerinnen und Bürger zu übernehmen. Es gibt jeweils ein Testzentrum in den Städten, die die kostenfreien Tests anbieten. Zum Nachweis, dass der Hauptwohnsitz in der jeweiligen Stadt ist, wird der Personalausweis benötigt.

"Wir unterbreiten den Freibergern das Angebot zu kostenlosen Tests, um einen Beitrag zur Eindämmung des Infektionsgeschehens zu leisten", sagt Sven Krüger, Oberbürgermeister von Freiberg. Kostenlose Angebote würden dabei helfen, die Hürde für das Testen gering zu halten. "Es ist aus meiner Sicht nicht zielführend, die Tests auszusetzen oder die Hürden so hoch zu machen, dass sie von den Bürgern nicht mehr angenommen werden", so Krüger. "Das verhindert aus meiner Sicht frühzeitiges Erkennen von Infektionsketten."

Sven Krüger
Bildrechte: imago/Uwe Meinhold

Ich halte es für ganz wichtig, dass wir als Stadt Freiberg ein Gleichgewicht zwischen Normalität und Sicherheit herstellen.

Sven Krüger Oberbürgermeister von Freiberg

Kosten in Freiberg bei rund 14.000 Euro

Laut OB Krüger würden die Kosten in Freiberg bis zum Jahresende rund 14.000 Euro betragen. Im Haushalt wären bereits Beträge für vorbeugenden Gesundheitsschutz eingebaut. Darin wären die entsprechenden Gelder enthalten. "Wenn man aber sieht, dass diese Menschen dann Einrichtungen wir Friseure, Gastronomie und Kultureinrichtungen nutzen können und damit wieder für Umsätze bei den Unternehmern sorgen, die über entsprechende Steuern zurückfließen, ist es aus meiner Sicht ein Nullsummengeschäft", sagt er.

Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen

Marcel Schmidt, Oberbürgermeister von Stollberg, sieht es ähnlich wie sein Freiberger Kollege. "Wir wollen der Spaltung der Gesellschaft entgegenwirken und Menschen nicht in Gut oder Böse einteilen", sagt er. "Wir wollen auch Menschen mit geringeren Einkommen Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen."

Finanziert werden sollen die kostenfreien Tests in Stollberg über die Corona-Kostenstelle. Dort wären noch Mittel verfügbar, die die Stadt vom Bund zur Bewältigung der Pandemie erhalten habe. "Wir gehen nicht davon aus, dass wir in den negativen Bereich rutschen", so Schmidt. Das Angebot gilt in seiner Stadt erstmal bis zum 31. Dezember 2021. Danach werde die Situation neu bewertet.

Augustusburg will Kosten für Bürgerinnen und Bürger gering halten

In Augustusburg will Bürgermeister Dirk Neubauer die Testkosten für die Bürgerinnen und Bürger so gering wie möglich halten. Man versuche, einen Einstiegspreis zu finden, "der erträglich erscheint", so Neubauer. "Wir werden wahrscheinlich auf Kostendeckung arbeiten." Die Tests müssten bezahlbar bleiben, um relevante Gruppen nicht komplett vom kulturellen Leben auszuschließen.

Übernehmen könne die Kommune die Kosten aber nicht. Er halte kostenfreie Tests auch nicht für richtig. Es gebe eine Impfkapagne. "Ich kenne viele, die nicht hundertprozentig überzeugt waren, es aber vor dem Solidargedanken durchgezogen haben", so Neubauer. "Und es wäre an die ein fatales Signal, wenn wir sagen: 'Danke, dass du das gemacht hast, aber denen zahlen wir jetzt den kompletten Test'."

Oelsnitz übernimmt keine Kosten

Viele Städte wollen keine Kosten für Corona-Tests übernehmen. "Es ist nicht Aufgabe der Kommune, diese Art der Gesundheitsvorsorge zu finanzieren", sagt Bernd Birkigt, Bürgermeister von Oelsnitz im Erzgebirge. Er wolle nicht werten, aber jeder habe ein Impfangebot bekommen und müsse dafür selbst die Verantwortung tragen.

Thalheim bezahlt Mietkosten von Testzentrum

Nico Dittmann, Bürgermeister von Thalheim, sieht das ganz ähnlich. Er könne und wolle nicht das Geld in der Kommune für kostenlose Tests zur Verfügung stellen. Allerdings wird es in Thalheim ab nächster Woche ein Testzentrum geben. Bislang konnten sich die Bürgerinnen und Bürger nur in zwei Apotheken testen lassen. Die Mietkosten für das neue Testzentrum übernimmt laut Dittmann die Stadt Thalheim.

Wer bekommt weiterhin kostenfreie Tests? Ab dem 11. Oktober haben folgende Menschen ohne Symptome noch Anspruch auf einen kostenfreien Corona-Test:

- Personen, die zum Zeitpunkt der Testung noch keine zwölf Jahre alt sind oder erst in den letzten drei Monaten vor der Testung zwölf Jahre alt geworden sind.
- Personen, die wegen medizinischer Gründe nicht geimpft werden können. Die kostenlose Testmöglichkeit besteht auch dann, wenn wegen medizinischer Gründe eine Impfung in den letzten drei Monaten vor der Testung nicht möglich war.
- Schwangere, im ersten Schwangerschaftsdrittel, da die Ständige Impfkommission für diesen Zeitraum bislang keine generelle Impfempfehlung ausgesprochen hat.
- Schwangere bis zum 31. Dezember 2021. Zwar besteht für diese Personen seit August beziehungsweise September 2021 eine generelle Impfempfehlung der ständigen Impfkommission. Um diesen Personen ausreichend Zeit zu gewähren, sich über die bestehenden Impfangebote zu informieren und einen vollständigen Impfschutz zu erlangen, haben sie bis Ende des Jahres weiterhin einen Anspruch auf kostenlose Testung.
- Für vormals Schwangere beziehungsweise Stillende bis zum 10. Dezember 2021(Impfempfehlung der STIKO seit 10. September 2021)
- Personen, die sich wegen einer nachgewiesenen Infektion mit dem Coronavirus selbst in Absonderung begeben mussten, können sich kostenlos testen lassen, wenn die Testung zur Beendigung der Absonderung erforderlich ist.
- Bis zum 31. Dezember 2021 können sich alle, die zum Zeitpunkt der Testung noch minderjährig sind, kostenlos testen lassen.
- Studierende aus dem Ausland, die sich für ein Studium in Deutschland aufhalten und mit in Deutschland nicht anerkannten Impfstoffen geimpft wurden, können sich bis zum 31. Dezember 2021 kostenlos per Schnelltest testen lassen.
- Personen, die an klinischen Studien zur Wirksamkeit von Impfstoffen gegen das Coronavirus teilnehmen oder in den letzten drei Monaten vor der Testung an solchen Studien teilgenommen haben
- Personen, bei denen aufgrund typischer COVID-19-Symptome der Verdacht auf eine Erkrankung da ist, können im Rahmen der Krankenbehandlung getestet werden. Enge Kontaktpersonen haben ebenso einen Anspruch auf kostenfreie Testung. Sozialministerium Sachsen

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Quelle: MDR/al/mdc/rk

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | SACHSENSPIEGEL | 07. Oktober 2021 | 19:00 Uhr

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