Umzug Gottfried-Silbermann-Museum Frauenstein an neuem Ort wiedereröffnet

Das Gottfried-Silbermann-Museum in Frauenstein ist vom Schloss in ein restauriertes Haus am Markt umgezogen. Der Kraftakt für die Stadt soll sich nicht nur für Orgelfans lohnen. Am Sonntag öffnen sich erstmals die Türen des Hauses.

Eine Orgel.
Im Mittelpunkt des neuen Museums steht der originalgetreue Nachbau einer Silbermann-Orgel. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Musik liegt in der Luft im neuen Gottfried-Silbermann-Museum Frauenstein - Orgelmusik. Denn die Königin der Instrumente steht im Mittelpunkt der neu konzipierten Ausstellung am neuem Ort. Auch wenn die Orgel "nur" der detailgetreue Nachbau einer Silbermann-Orgel ist, steht ihr majestätischer Klang im Mittelpunkt der neuen Ausstellung in dem Gebäude am Markt.

Neben dem Instrument gibt es Hörstationen und Funktionsmodelle, an denen die Besucher ausprobieren können, wie eine Orgel funktioniert. Ein Audioguide führt die Besucher durch das Museum. Er basiert auf einem Reisetagebuch von Johann Andreas Silbermann, dem Neffen des berühmten Orgelbauers, sagt Kurator Phillip Eller. "Der Audioguide erzählt immer passend zu den historischen Exponaten, was Silbermann in Sachsen erlebt hat. Er nimmt uns mit ins 18. Jahrhundert und in die Welt von Gottfried Silbermann.

Die Orgel des Frauensteiner Silbermann-Museums Die Kopie der Silbermann-Orgel wurde 1994 von der Dresdner Orgelbaufirma Kristian Wegscheider gebaut. Das Originalinstrument baute Gottfried Silbermann 1732/33 für die Kirche Etzdorf . Die Orgel gelangte später über Wallroda und Dresden nach Bremen, wo sie sich heute in der Krypta des Domes befindet. Die Frauensteiner Kopie  wurde anlässlich der Restaurierung des originalen Instruments in der Dresdner Orgelbauwerkstatt von Kristian Wegscheider für das Silbermann-Museum gebaut und entspricht in allen Details konsequent ihrem Vorbild. Ein weiteres, nur leicht abweichendes Zwillingsinstrument der Werkstatt Wegscheider befindet sich in Güldendorf bei Frankfurt/Oder.

Quelle: Gottfried-Silbermann-Gesellschaft

Das Silbermann-Museum von außen, ein Eckhaus.
Der Umbau des Bürgerhauses am Frauensteiner Markt kostete fast drei Millionen Euro. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Umbau war Kraftakt für Frauenstein

Der Umbau des Hauses am Markt dauerte zweieinhalb Jahre und kostete fast drei Millionen Euro. Aus verschiedenen Fördertöpfen erhielt Frauenstein 90 Prozent der Summe. 300.000 Euro musste die Stadt beisteuern, sagt Bürgermeister Reiner Hentschel (parteilos). "Das Museum wurde schon 1983 gegründet und hat so viel Zuspruch, dass wir gesagt haben, wir müssen uns einfach durchringen, dieses Museum weiter zu erhalten." Die alten Räume im Schloss, nur wenige hundert Meter vom jetzigen Standort des Museums entfernt, seien schlecht zu beheizen. Dort habe die Sammlung auch nicht mehr zeitgemäß präsentiert werden können.

Stadtgeschichte wird ebenfalls präsentiert

Auch die Exponate zur Geschichte Frauensteins sind zum neuen Standort umgezogen. Sie werden in den Kellerräumen präsentiert, sagt die Leiterin des Gottfried-Silbermann-Museums, Cornelia Ferguson. "Unser Schwerpunkt bleibt natürlich Silbermann. Aber es ist uns auch wichtig, den Bezug zur Stadt zu behalten."

Eine Frau gibt ein Interview.
Cornelia Ferguson, die Leiterin des Gottfried-Silbermann-Museums, will mit der Ausstellung Bezüge zwischen dem berühmten Orgelbaumeister und der Stadtgeschichte herstellen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Am Sonntag beim Tag der offenen Tür im Museum wird der Nachbau der Silbermann-Orgel erstmals nach dem Umzug wieder in Frauenstein zu hören sein.

Quelle: MDR/tfr/igr

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | SACHSENSPIEGEL | 13. November 2021 | 19:00 Uhr

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