Robert-Koch-Institut Mittelsachsen ist FSME-Risikogebiet

Zecke
Die Zecke wartet in hohem Gras oder in Büschen darauf, von ihrem Opfer abgestreift zu werden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat den Landkreis Mittelsachsen als FSME-Risikogebiet eingestuft. In ihrem neuesten Epidemiologischen Bulletin haben die Wissenschaftler des RKI den Landkreis mit drei weiteren Landkreisen in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Hessen zum Risikogebiet für die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) erklärt. Die Viruserkrankung kann durch Zeckenstiche übertragen werden.

Laut RKI werden Regionen zu FSME-Risikogebieten erklärt, in denen für Einwohner oder Besucher nach einem Zeckenstich ein so großes Erkrankungsrisiko besteht, dass eine Schutzimpfung gegen FSME empfohlen wird. Dieses Erkrankungsrisiko wird anhand der an das Robert Koch-Institut gemeldeten FSME-Fälle der Vorjahre errechnet.

Zwei Fälle im Landkreis Mittelsachsen

Bei der Risikobewertung sind nach Angaben das Landkreises Mittelsachsen auch die gemeldeten FSME-Fälle der angrenzenden Landkreise einbezogen. Im Jahr 2020 gab es demnach zwei FSME-Erkrankungen in Mittelsachsen, 2019 und 2017 erkrankte jeweils eine Person. Nach Angaben des Sächsischen Sozialministeriums sind im Jahr 2020 in drei an den Landkreis Mittelsachsen angrenzenden Kreisen FSME-Fälle aufgetreten. Die Statistik weist drei Fälle im Landkreis Sächsische Schweiz/Osterzgebirge aus, im Landkreis Meißen gab es zwei, im Erzgebirgskreis drei Fälle. Im gesamten Freistaat gab es demnach im vergangenen Jahr 31 FSME-Fälle.

Geringes Erkrankungsrisiko

Die Wahrscheinlichkeit, an FSME zu erkranken, ist verhältnismäßig gering. Nach Angaben des RKI tragen in Risikogebieten nur etwa 0,1 bis maximal fünf Prozent aller Zecken das FSME-Virus in sich. Zudem komme es nur bei einem Zehntel der Zeckenstiche auch zur Infektion des Gestochenen.

Eine Zecke krabbelt über die Hand eines Mannes.
Nur sehr wenige Zecken übertragen das FSME-Virus. Bildrechte: dpa

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wird durch ein Virus der Familie der Flaviviridae verursacht, der weitere Viren wie das Dengue-, das Gelbfieber- sowie das West-Nil-Virus angehören. In Deutschland kommt der zentraleuropäische FSME-Subtyp vor, der vor allem durch den Gemeinen Holzbock übertragen wird. Quelle: Robert-Koch-Institut

Schutz durch Impfung und entsprechende Kleidung

Da es nach Angaben des RKI keine wirksame Therapie zur Behandlung von FSME gibt, könne man sich nur durch entsprechende Kleidung und Schutzmittel vor einem Zeckenstich schützen. Wirksamste Vorbeugemaßnahme sei nur die Schutzimpfung, sagt Carina Pilling, die Amtsärztin des Landkreises Mittelsachsen. "Die Impfung ist gut verträglich und sehr wirksam." Für eine komplette FSME-Impfung würden drei Injektionen benötigt, wobei die ersten beiden Impfungen regulär im Abstand von ein bis drei Monaten durchgeführt werden sollten. Eine dritte Impfung nach weiteren neun bis zwölf Monaten schließe die sogenannte Grundimmunisierung ab. "Damit ist man für mindestens drei Jahre geschützt"

Quelle: MDR/tfr

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN | Das Sachsenradio 05.03.2021 | 13:30 Uhr in den Regionalnahrichten aus dem Studio Chemnitz

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