Jüdisches Leben Freiberger Schalom-Jahr startet am Freitag

Um gegen Antisemitismus anzugehen, aufzuklären und zu sensibilisieren gibt es in Freiberg ein Schalom-Jahr, bei dem jüdische Kultur und jüdisches Leben im Zentrum stehen. Eingebettet ist es in das deutschlandweite Festjahr "1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland".

Theaterhaus in Freiberg in der abendlichen Dämmerung, über dem Eingang an der Fasade ist der Schriftzug 'Die Kunst gehört dem Volke' zu lesen.
Auch das Mittelsächsische Theater in Freiberg ist ein Teil des Festjahres zum jüdischen Leben. Bildrechte: René Jungnickel

Die Stadt Freiberg beteiligt sich mit einer Vielzahl an Veranstaltungen unter dem Motto "Schalom" am bundesweiten Themenjahr "1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland". In den kommenden Monaten wird es Konzerte, Diskussionsabende, Freiluftkino und Vorträge geben. Insgesamt acht Institutionen machen mit, darunter das Mittelsächsische Theater, die TU Bergakademie und das Kinopolis. Zu den Höhepunkten zählen eine musikalische Lesung mit André Herzberg und ein Konzert mit jüdischer Chormusik.

Oberbürgermeister Sven Krüger sagte, mit dem Festjahr wolle Freiberg einen Beitrag gegen Antisemitismus leisten und zugleich Verbindungen zwischen den Kulturen aufzeigen. "In Zeiten, in denen antisemitische Bedrohungen und die Konfrontation mit Verschwörungstheorien zum Alltag vieler Jüdinnen und Juden gehören, ist das Bekenntnis zur jüdischen Geschichte in unserer Stadt und zu unserer israelischen Partnerstadt Ness-Ziona wichtiger denn je", so Krüger.

Festjahr startet mit Ausstellungseröffnung

Mit der Eröffnung der Ausstellung "Verwoben - Jüdisches Leben und Wirken in Freiberg vom 13. bis zum 20. Jahrhundert" in der Nikolai-Kirche startet das Festjahr am Freitag. Ein wichtiger Teil der Ausstellung beleuchte die Nazizeit, sagte Beate Düsing vom Verein "Freiberger Zeitzeugnis". 

"Denn es hat hier ein Außenlager eines Konzentrationslagers gegeben und es haben hier Tausend jüdische Frauen, überwiegend aus Polen und Tschechien Zwangsarbeit leisten müssen", so Düsing. "Aber wir finden es auch sehr wichtig, dass es zurückgeht in der Geschichte. Dass man zeigen kann, es hat hier jüdisches Leben auch vor 800 Jahren schon gegeben."

Freiberg-spezifische Themen im Fokus

In verschiedenen Formaten sollen die Veranstaltungen jüdisches Leben in der Silberstadt beleuchten und damit an die seit 1996 regelmäßig initiierten Schalom-Tage anknüpfen. Dabei liege der Fokus sowohl auf deutschlandweit bekannten, als auch auf Freiberg-spezifischen Themen, wie dem Leben jüdischer Freibergerinnen und Freiberger, darunter Wissenschaftler, Unternehmer und Zwangsarbeiter in Freiberg.

Quelle: MDR/al

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalreport aus dem Studio Chemnitz | 15. Juni 2021 | 16:30 Uhr

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