Wirtschaft Gewerkschaft kämpft um 150 Weco-Arbeitsplätze in Freiberg

Die Corona-Krise hat bei vielen Unternehmen deutliche Spuren hinterlassen. Der Pyrotechnikhersteller Weco hat nach eigenen Angaben 95 Prozent Umsatz eingebüsst. Um den Verlust zu kompensieren, steht eine Werksschließung in Freiberg zur Debatte. Die Gewerkschaft will das verhindern und fragt sich was die Firma mit den gezahlten Corona-Hilfen gemacht hat.

Böllerproduktion bei der WECO in Freiberg
Böller "made in Freiberg" könnte es schon bald nicht mehr geben. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie setzt sich weiter dafür ein, dass der Standort Freiberg des Feuerwerksherstellers Weco erhalten bleibt. Während dieses Werk zur Disposition steht, will die Firma aus Eitorf in Nordrhein-Westfalen an ihrem Mutterwerk festhalten. Kommende Woche soll es Gespräche zwischen der Arbeitgeberseite und dem Betriebsrat geben. Die Gewerkschaft sieht dem Treffen allerdings skeptisch entgegen.

Zeichen deuten auf Schließung hin

Sekretär Klaus Wirth sagte MDR SACHSEN am Donnerstag: "Die Arbeitgeber wollen dem Betriebsrat ihre Vorstellungen von Interessenausgleich und Sozialplan übergeben." Das sei kein Zeichen zum Erhalt des Standortes, sondern deute eher auf eine Schließung hin. Vor diesem Hintergrund fordert Klaus Wirth von dem Unternehmen verlässliche Zahlen über die gezahlten Beihilfen.

Da muss Butter bei die Fische getan werden. (…) Diese Hilfe war ja gedacht, um die Arbeitsplätze zu erhalten und nicht, um Arbeitsplätze abzubauen.

Klaus Wirth Sekretär der Gewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie

Überbrückungshilfe III für pyrotechnische Industrie

Ende Januar hatte Weco mitgeteilt, dass der Bund die sogenannte Überbrückungshilfe III nun auch Unternehmen der pyrotechnischen Industrie gewähren will. Geschäftsführer Thomas Schreiber äußerte sich damals verhalten zu der angekündigten Finanzhilfe. "Mehr können wir zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht dazu sagen, doch es ist definitiv ein erster Schritt zur Rettung unseres Unternehmens", sagte er. Schreiber nahm jedoch an, dass die in Aussicht gestellten Hilfsgelder nicht ausreichen würden, um den Verlust zu decken.

Umsatzeinbruch von 95 Prozent

Am Weco-Standort in Freiberg sind rund 150 Mitarbeitende beschäftigt. Die Schließungspläne begründet das Unternehmen mit einem Umsatzeinbruch von 95 Prozent durch die Corona-Krise. Das Bundesinnenministerium hatte wegen der Pandemie 2020 kurzfristig den Verkauf von Silvesterfeuerwerk untersagt, um die Ambulanzen in den Krankenhäusern nicht zu überlasten. Bereits Anfang des Jahres hatte der Feuerwerkshersteller seine Belegschaft deshalb in Kurzarbeit geschickt.

Quelle: MDR/sth/igr

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz | 29. Juli 2021 | 13:30 Uhr

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