Konjunkturprogramm Schönheitskur für den Hauptbahnhof Chemnitz

Staatliche Konjunkturprogramme haben zwei positive Seiten: Handwerker und Gewerbetreibende bekommen Aufträge und öffentliche Gebäude und Einrichtungen eine Verschönerungskur. Dieses Ziel verfolgt auch das Bahnhofs-Renovierungsprogramm. Der Hauptbahnhof in Chemnitz könnte davon profitieren. Aktuell sehen die täglich rund 11.000 Reisenden in der Halle viel Leerstand und Tristesse.

Blick auf den Chemnitzer Hauptbahnhof
Neue Farbe, neue Lampen, weniger Hindernisse und mehr Komfort: All das ist für den Chemnitzer Hauptbahnhof vorgesehen, auch für das Empfangsgebäude im Stil des Historismus aus dem Jahre 1872. Bildrechte: MDR/Nora Kilenyi

Der Hauptbahnhof Chemnitz soll für rund 400.000 Euro modernisiert werden. Die Arbeiten sind Teil der bundesweiten Offensive "Attraktive Bahnhöfe". Für 111 Bahnhöfe in ganz Deutschland stellt der Bund bis zum Jahr 2026 insgesamt 330 Millionen Euro zur Verfügung. In Chemnitz soll vor allem die Barrierefreiheit des Bahnhofes erhöht werden. Bei der Modernisierung wird aber auch die Beleuchtung auf LED umgestellt, hieß es. Die Eingangshalle und die Lichthalle sollen neue Farbe bekommen, Treppen werden erneuert und mit neuen Geländern ausgestattet. Auch die Gepäckschießfächer werden um- und das Blindenleitsystem ausgebaut.

Mehr Aufenthaltsqualität, mehr Züge

Bei der Aufenthaltsqualität gibt es noch Luft nach oben, findet auch Friedemann Keßler, der bei der Deutschen Bahn für den Vertrieb in Personenbahnhöfen zuständig ist: "Wichtig ist, dass wir sukzessive an einem abgerundeten Gesamtbild arbeiten. Da sind wir mit diesem Konjunkturprogramm schon Mal einen bedeutenden Schritt weitergekommen."

Fit machen für große Kulturhauptstadtjahr 2025

Der Chemnitzer SPD-Bundestagsabgeordnete Detlef Müller hat sich dafür eingesetzt, dass der Bahnhof möglichst viel von diesem Konjunkturprogramm profitieren kann. In den letzten zwei Jahren habe der Bund mehr als eine halbe Million Euro investiert, sagt Müller. In den nächsten Jahren gehe es darum, den Bahnhof weiter aufzuwerten - in Hinblick auf das Kulturhauptstadtjahr 2025.

Zur Zeit haben wir hier viel zu wenig Frequenz.

Detlef Müller SPD-Bundestagsabgeordneter aus Chemnitz

Am wichtigsten ist Müller aber die Anbindung an den Fernverkehr: "Wir werden im nächsten Jahr den Direktanschluss nach Berlin hinkriegen. Und es wird sich bis 2030 im Rahmen des Deutschlandtaktes noch mehr verbessern", ist er optimistisch. Seine Vision für 2025 sind mehrmals pro Tag fahrende Züge nach und aus Berlin.

Das Blindenleitsystem in der Chemnitzer Bahnhofshalle
Das Blindenleitsystem im Chemnitzer Hauptbahnhof. Bildrechte: MDR/Nora Kilenyi

Problem: leere Ladenflächen

Ein anderes Problem sind die leerstehenden Geschäfte und Flächen im Hauptbahnhof. Die ließen sich vielleicht auch als Kulturhauptstadt-Stationen bespielen, meint Danny Berger. Er ist bei der Deutschen Bahn für die mitteldeutschen Bahnhöfe zuständig. Es seien dazu Gespräche mit der Stadt geplant. Zudem gebe auch Überlegungen, einen sicheren Fahrradstellplatz für teure E-Bikes zu bauen.

Ein leeres Geschäft im Chemnitzer Hauptbahnhof
Sorgen bereiten die vielen leeren Läden. Bildrechte: MDR/Nora Kilenyi

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz | 28. Juli 2021 | 13:30 Uhr

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