Engpass Harte Nuss für Händler: Erzgebirgische Männel sind wieder Bückware

Im vergangenen Jahr sind die "Männelmacher" im Erzgebirge auf ihrer Ware sitzengeblieben, weil die Weihnachtsmärkte coronabedingt kurzfristig abgesagt wurden. 2021 sollten sie dank Sonderregelung in der sächsischen Corona-Schutzverordnung stattfinden, doch die Händler beklagen, dass sie kaum Ware von den Herstellern erhalten. Nun stehen auch die Weihnachtsmärkte wieder auf der Kippe.

Nussknacker
Eine harte Nuss für die Händler: Die Hersteller von erzgebirgischer Holzkunst kommen mit der Lieferung nicht nach. Bildrechte: imago images / epd / Wolfgang Schmidt

Nicht nur die Corona-Lage ist "dynamisch", auch in der Wirtschaft gibt es in vielen Bereichen Engpässe. Auch die "Männelmacher" im Erzgebirge können zur Zeit nicht alle Wünsche der Händler bedienen, sagt Frederic Günther, der Geschäftsführer des Verbandes Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller. "Das ging bereits Anfang des Jahres los. Sämtliche Messen waren weggebrochen, auf denen man normalerweise plant, was die Händler in der Saison benötigen."

Der folgende Lockdown habe ebenfalls dazu geführt, dass weniger produziert werden konnte. "Nach dem Ende des Lockdowns war die Nachfrage nach unseren Produkten plötzlich höher als in normalen Jahren um diese Zeit. Daher sind viele Waren bereits jetzt ausverkauft." So schnell könne auch nichts nachproduziert werden.

Erzgebirgische Holzkunst ist eben Handarbeit. Das fällt nicht aus der Maschine und ist fertig.

Frederic Günther Geschäftsführer des Verbandes Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e.V.

Gestiegene Rohstoffpreise wirken sich später aus

Laut Günther haben auch die Preise für Rohstoffe angezogen. "Allein der Preis für Sperrholz, das bei den erzgebirgischen Schwibbögen zum Einsatz kommt, hat sich in diesem Jahr verdreifacht." Der allgemeine Preisanstieg beim Holz werde sich aber erst im kommenden Jahr bei den Herstellern niederschlagen.

Verwirrung um Weihnachtsmärkte

Nicht nur die betroffenen Städte und Gemeinden, sondern auch die erzgebirgischen Hersteller von Volkskunst hätten bei der Landesregierung in Dresden schon länger verbindliche Regelungen für die Weihnachtsmärkte angemahnt, sagte Günther. "Seit dem Sommer hieß es ja, dass Weihnachtsmärkte durchgeführt werden können. Einige Firmen, die Stände auf vier oder fünf Weihnachtsmärkten in ganz Deutschland betreiben, mussten aber zwei oder drei schon absagen, weil sie nicht genug Ware haben."

Nun werbe die sächsische Regierung dafür, die Märkte abzusagen, obwohl das in der Corona-Schutzverordnung anders geregelt sei. "Doch teilweise stehen die Märkte schon. Es wurde Personal gebunden und Ware geordert. Eine Absage jetzt würde irreparable Schäden für die Gemeinden und die Standbetreiber bringen." Günther sieht in einer möglichen Absage der Weihnachtsmärkte keinen Sinn. "Ein Verzicht nur auf die Weihnachtsmärkte würde nicht dazu führen, dass es weniger Infektionen gibt. Wir würden die Leute nur aus dem Außenbereich in die Einkaufszentren locken." Das würde genau das Gegenteil bewirken, meinte Günther.

Quelle: MDR/tfr

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Regionalreport aus dem Studio Chemnitz | 11. November 2021 | 16:30 Uhr

Mehr aus der Region Chemnitz

Ein Mann schliesst ein Fahrrad an ein Geländer an. 2 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Mehr aus Sachsen

Frank Süsser (l-r), Referatsleiter Bundesfernstraߟen Nord-Ost, Martin Dulig (SPD), Wirtschaftsminister von Sachsen, und Saskia Tietje, Präsidentin des Landesamtes für Straߟenbau und Verkehr, stehen bei einem symbolischen Spatenstich auf der Baustelle für den Neubau der Bundesstraߟe 178n zwischen Niederoderwitz und Zittau. mit Video
Frank Süsser (l-r), Referatsleiter Bundesfernstraߟen Nord-Ost, Martin Dulig (SPD), Wirtschaftsminister von Sachsen, und Saskia Tietje, Präsidentin des Landesamtes für Straߟenbau und Verkehr, stehen bei einem symbolischen Spatenstich auf der Baustelle für den Neubau der Bundesstraߟe 178n zwischen Niederoderwitz und Zittau. Bildrechte: dpa