Falsche Zinsberechnung Verbraucherschützer verklagen Sparkasse Mittelsachsen

Die Sparkassen in Sachsen haben mit ihrem Sparprodukt "Prämiensparen flexibel" auch flexible Zinsen an die Kunden gezahlt. Zu wenig, sagen die Verbraucherschützer und klagen mit einigem Erfolg gegen die Banken. Anfang Dezember wurde beim Oberverwaltungsgericht Dresden Klage gegen die Sparkasse Mittelsachsen eingereicht. Bald können sich Sparer ins Klageregister eintragen.

Verbraucherzentrale in Leipzig.
Die sächsischen Verbraucherschützer haben eine Musterfeststellungsklage gegen die Sparkasse Mittelsachsen angestrengt. Bildrechte: imago/Ralph Peters

Die Verbraucherzentrale Sachsen hat am 3. Dezember eine Musterfeststellungsklage gegen die Sparkasse Mittelsachsen eingereicht. Damit soll vor dem Oberlandesgericht Dresden festgestellt werden, ob das Bankinstitut bei bestimmten Prämiensparverträgen zu wenig Zinsen gezahlt hat. Im Visier haben die Verbraucherschützer dabei Geldanlagen der "Prämiensparverträge flexibel". Vorangegangene Klagen gegen die Sparkassen Leipzig, Zwickau, Vogtland, Meißen und gegen die Erzgebirgssparkasse endeten für die Sparerinnen und Sparer erfolgreich.

Die Sammelklage gegen die Sparkasse Mittelsachsen ist eingereicht, sagte Andrea Heyer, Referatsleiterin Finanzdienstleistungen bei der Verbraucherzentrale Sachsen, im Interview MDR SACHSEN. "Im Moment können sich die betroffenen Sparer der Sammelklage aber noch nicht anschließen, weil das Klageregister noch nicht eröffnet ist." Die Eröffnung des Klageregisters erwarte man in den nächsten Tagen.

Ansprüche verjähren am 31. Dezember 2021

Eigentlich verjähren die Ansprüche der Betroffenen gegen die Sparkasse Mittelsachsen am 31. Dezember 2021. Andrea Heyer hat aber eine gute Nachricht für die betroffenen Sparerinnen und Sparer.

Maßgeblich ist das Datum unserer Klageeinreichung vor Ende der Verjährungsfrist am 31. Dezember. Verbraucherinnen und Verbraucher, die sich der Klage anschließen, profitieren, weil auch ihr Anspruch dadurch bestehen bleibt.

Andrea Heyer Verbraucherzentrale Sachsen

Voraussichtlich am 4. Mai 2022 solle vor dem Dresdner Oberlandesgericht die Verhandlung gegen die Sparkasse Mittelsachsen stattfinden. "Bis zum Vortag dieser Verhandlung, also bis zum 3. Mai 2022, können sich Betroffene noch der Klage anschließen", sagte Heyer.

Ohne VZS droht Verjährung

Wer allerdings ohne die Verbraucherzentrale handeln will, muss ganz schnell sein. Am 31. Dezember droht die Verjährung der Ansprüche gegen die Sparkasse Mittelsachsen. Dann besteht noch die Möglichkeit eines außergerichtlichen Streitschlichtungsverfahrens. Die Schlichtungsstelle ist beim Sparkassen- und Giroverband angesiedelt.

Durchschnittliche Zinsnachzahlungen von etwa 2.700 Euro

Über die Summe der zu wenig gezahlten Zinsen können die Verbraucherschützer keine konkreten Angaben machen, da die beanstandeten Verträge unterschiedliche Laufzeiten und Summen beinhalten. "Wir haben gemeinsam mit Sachverständigen Berechnungen durchgeführt", sagte Heyer. "Die errechneten Beträge können zwischen einem zweistelligen und einem hohen vierstelligen Betrag liegen." Bei der Sparkasse Mittelsachsen würde das durchschnittlich etwa 2.700 Euro Zinsen pro Sparvertrag ausmachen, die nachgezahlt werden sollten.


Quelle: MDR(tfr/nk)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Nachrichten | 30. Dezember 2021 | 13:30 Uhr

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