Zukunftstechnologie Chemnitz im Endausscheid für nationales Wasserstoffzentrum

Wasserstoff gilt als Schlüsselelement bei der Energiewende. Er soll dazu beitragen, die CO2-Emissionen im Straßenverkehr, aber auch beim Heizen von Häusern oder in der Industrie zu verringern. Ein nationales Wasserstoff-Zentrum soll die notwendige Vorarbeit leisten, um die Erkenntnisse aus der Wissenschaft in die Praxis zu überführen. Chemnitz hat sich um dieses Zentrum beworben und rechnet sich gute Chancen aus, den Zuschlag zu bekommen.

Ein Zapf-Ventil von einer Wasserstoff-Tankstelle steckt im Tankstutzen eines Wasserstoffautos.
Statt mit Benzin oder Diesel sollen in Zukunft manche Fahrzeuge mit Wasserstoff fahren. Bildrechte: dpa

Im Rennen um den Standort für das nationale Wasserstoff-Zentrum hat Chemnitz die Endrunde erreicht. Die Stadt konkurriert nur noch mit Duisburg und Pfeffenhaus in Bayern. Ursprünglich hatten sich 15 deutsche Städte beworben. Die endgültige Entscheidung über den Zuschlag muss das Bundesverkehrsministerium fällen. Oberbürgermeister Sven Schulze (SPD) zeigte sich am Freitag optimistisch:

Sven Schulze (SPD), gewählter Oberbürgermeister Chemnitz, im Interview
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wir haben die beste Bewerbung, so selbstbewusst bin ich einfach mal. Das fachliche Konzept ist top und wir haben die Voraussetzungen geschaffen, dass es sozusagen gleich losgehen kann.

Sven Schulze Chemnitzer Oberbürgermeister

Man habe das Grundstück sowie eine Idee, wie das Zentrum betrieben werden könnte. Darüber hinaus gebe es eine exzellente Verkehrsanbindung sowie einen engen Schulterschluss von Industrie, Stadt und Technischer Universität, so Schulze.

Wasserstoff-Zentrum soll in Uninähe angesiedelt werden

In Nachbarschaft zur Technischen Universität und dem Fraunhofer-Institut könnte das moderne Forschungszentrum entstehen, um bald massenhaft Fahrzeuge mit Wasserstoff anzutreiben oder Häuser mit dem Energieträger zu heizen.

Prof. Dr. Thomas von Unwerth, Technische Universität Chemnitz
Prof. Thomas von Unwerth Bildrechte: MDR/Christine Kornack

Professor Thomas von Unwerth, der die Bewerbung als Vorstandsvorsitzender des HZwo e.V. initiiert hat, freut sich auf die möglichen Herausforderungen. Einzelne Modelle oder Prototypen mit der Wasserstofftechnologie zu bauen, habe man schon oft getan. Aber in Serie zu produzieren und weltweit auszurollen, sei nochmal ein anderer Schritt, sagte von Unwerth.

Bis zu 1.000 Arbeitsplätze könnten entstehen

Der Bund ist bereit, für das nationale Wasserstoffzentrum einen dreistelligen Millionenbetrag auszugeben. Insgesamt 1.000 Arbeitsplätze sollen entstehen. "Wir haben eine starke Forschungslandschaft, gerade hier an der TU Chemnitz", sagte Staatssekretärin Ines Fröhlich aus dem sächsischen Wirtschaftsministerium. Die Einrichtungen stünden unter anderem im Leipziger Raum mit Linde oder im Dresdner Raum mit Bosch in engem Kontakt. "Das sind große Firmen, die darauf setzen. Und wenn die darauf setzen und wir das unterstützen können, sind wir in einem guten gemeinsamen Boot", so Fröhlich.

Ende August will sich das Bundesverkehrsministerium entscheiden. Erhält Chemnitz den Zuschlag, könnte laut Stadt noch in diesem Jahr gebaut werden.

Quelle: MDR/sth/mwe/msch

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 13. August 2021 | 19:00 Uhr

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