Neues Forschungszentrum eingeweiht Textilien erobern Leichtbau in Chemnitz

Das Sächsische Textilforschungsinstitut Chemnitz weiht hat sein neues Zentrum für textilen Leichtbau eingeweiht. Vier Millionen Euro wurden investiert. Zugleich begeht das Institut damit sein 25-jähriges Jubiläum.

Mit dem Leichtbauzentrum baut das Sächsische Textilforschungsinstitut Chemnitz (STFI) seine Vorreiterrolle als international anerkannte Forschungseinrichtung für textile Materialien der Zukunft weiter aus. "In dem neuen Zentrum laufen bereits erste wissenschaftliche Projektarbeiten sowie Versuche, die wir im Auftrag von Industriekunden ausführen", sagt STFI-Direktor Andreas Berthel. "Bestimmende Themen sind die Aufbereitung von Carbonfaserabfällen sowie die Erzeugung von Faserkunststoffverbunden." Der 1.500 Quadrameter große Hallenneubau ist mit modernster Anlagentechnik ausgestattet. Die Investition von mehr als vier Millionen Euro wurde aus eigener Kraft gestemmt.

Sie wiegen weniger und rosten nicht

Carbonfaserkunststoffe (CFK) finden unter anderem in der Fahrzeugindustrie, in der Luft- und Raumfahrt aber auch in Straßen- und Schienenfahrzeugen Anwendung.

Aber auch in Sportgeräten, zum Beispiel Ski, Snowboard oder Fahrradrahmen sowie im Bauwesen und in der Architektur stecken Carbonfaser. Ihre Vorzüge: die Materialien sind biegsam, zugfest und im Vergleich zu Stahl und anderen Metallen sehr viel leichter. Außerdem rosten sie nicht. Experten erwarten, dass sich die Großserienproduktion von Leichtbauelementen vor allem im Fahrzeugbau durchsetzen und weltweit zu einem Boom in diesem Marktsegment führen wird. "Obwohl CFK auf eine große Lebensdauer ausgelegt sind, stellen wir uns der Frage, was mit ausgedienten Bauteilen geschehen soll. Mit unserem Recyclingverfahren ermöglichen wir die wiederholte Nutzung des wertvollen und teuren Materials", so das STFI.

Eines der führenden Textilforschungsinstitute

Das vor 25 Jahren gegründete Institut ist heute eine der führenden Textilforschungseinrichtungen in Deutschland. Neben textilem Leichtbau und Textilrecycling gehören technische Textilien und Vliesstoffe zu den Schwerpunkten seiner Tätigkeit.

Das Institut unterhält Geschäftskontakte mit rund 800 Auftraggebern in 60 Ländern der Welt. Gegenwärtig bearbeiten die 150 Mitarbeiter mehr als 100 Forschungs- und Entwicklungsprojekte, vier davon im Auftrag der EU. Das Institut erhält keine staatliche Grundfinanzierung, das heißt Forschungsprojekte von Land, Bund und EU werden über Bewerbungsverfahren akquiriert. Ein weiteres Tätigkeitsfeld sind Dienstleistungen für Industrie und Handel als akkreditierte Prüfstelle, darunter für den Öko-Tex Standard 100, sowie als Zertifizierungsstelle für persönliche Schutzausrüstungen und Geotextilien. 2016 belief sich der Gesamtumsatz auf 15 Millionen Euro.

Große Ziele

Außerdem leitet das STFI das bislang größte deutsche textile Forschungsverbundvorhaben mit dem Titel "futureTEX - Ein Zukunftsmodell für Traditionsbranchen in der vierten industriellen Revolution". Ziel ist der Aufbau des modernsten textilen Wertschöpfungsnetzwerkes in Europa bis 2030. Das Bundesforschungsministerium stellt dafür rund 45 Millionen Euro zur Verfügung. Derzeit entstehen zwei Forschungs- und Versuchsfelder, um die Chancen der Digitalisierung zu demonstrieren. Mit im Boot sind rund 180 kleine und mittelständische Unternehmen, Institute sowie Verbände und andere Organisationen aus 14 Bundesländern.

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 03.05.2017 | ab 05:30 Uhr in den Nachrichten aus dem Regionalstudio Chemnitz

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