Nach Tagesbruch in Bad Schlema Wismut-Schacht 38 muss erneut saniert werden

Der vor gut 30 Jahren aufgegebene und versiegelte Bergbauschacht 38 in Bad Schlema muss erneut saniert werden. Das teilte die Wismut GmbH am Montag mit. Sie verwies auf ein Gutachten, das nach einem Tagesbruch in der Nähe des Schachtes in Auftrag gegeben worden war.

Gestein rutschte in leeren Stollen

In Bad Schlema hat sich ein riesiges Erdloch aufgetan.
Unmittelbar neben Wohnhäusern sackte der Erdboden ein. Menschen kamen nicht zu Schaden. Bildrechte: MDR/Daniel Unger

Am 28. Dezember hatte sich unter einem Fußweg in Bad Schlema ein 54 Quadratmeter großes und mehrere Meter tiefes Erdloch gebildet. Zum Verfüllen waren damals insgesamt 308 Kubikmeter Beton in den Tagesbruch gepumpt worden. Außerdem musste eine Gasleitung umgelegt werden. Die anschließende Ursachenforschung ergab, dass die Erdmassen aus dem Tagesbruch in Richtung des etwa 30 Meter entfernten Schachts 38 gerutscht waren.

Der Schacht war noch in den 1980er-Jahren vor dem Ende des Uranbergbaus in der Region stillgelegt und mit einer Betonplombe versiegelt worden. An der Oberfläche erinnert heute nur noch ein Gedenkstein in der Nähe des damaligen Eingangs an ihn. Experten nahmen seit Januar am Schacht Probebohrungen vor und ließen Kameras hinab. Dabei stellten sie fest, dass in einer Tiefe zwischen 58 und 76 Metern die Stollenwand eingestürzt und Gestein aus Richtung des Tagesbruchs in den leeren Schacht nachgefallen ist.

Sanierung wird länger dauern

Der Wismut-Schachtkomplex 38 in Niederschlema in einer Aufnahme aus den 1960er Jahren
Der Wismut-Schachtkomplex 38 in Niederschlema in den 1960er-Jahren. Bildrechte: Wismut GmbH

Von den in der Schachtakte verzeichneten Holzeinbauten war bei den Untersuchungen nichts mehr zu sehen. Aufgrund dieser Erkenntnisse hat der Bergbausanierer Wismut eine sogenannte Nachverwahrung empfohlen. Das heißt, Schacht 38 wird nochmals saniert und diesmal verfüllt. Wismut-Sprecher Frank Wolf sagte MDR SACHSEN, dass es sich um größere Arbeiten über eine längeren Zeitraum hinweg handeln werde. Wann sie beginnen und was sie kosten, sei unklar. Derzeit würden gerade erst die Planungsleistungen ausgeschrieben. Die Finanzierung ist laut Wolf durch den Bund gesichert.

Gefahr auch bei anderen Schächten?

Blick auf einen verfüllten Tagesbruch in Bad Schlema
Seit Februar erinnert fast nichts mehr an den Tagesbruch. Bildrechte: Wismut GmbH

Bis die Sanierung beginnt, wird der Schacht den Angaben zufolge über die Sondierungsbohrungen überwacht. Außerdem starten in dieser Woche die restlichen Erkundungsbohrungen unmittelbar neben dem Tagesbruch vom Dezember. Um weiteren möglichen Tagesbrüchen zuvorzukommen, wird die Wismut den Zustand aller ähnlich ausgebauten Schächte prüfen. Ab Oktober sollen die entsprechenden Bohrarbeiten an den Schächten 64, 65 und 250 beginnen. Die Wismut hat im Bergbaugebiet Schlema-Alberoda bisher rund 500.000 Kubikmeter Beton in tagesnahe Hohlräume gepumpt.

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