Raumfahrt Spezielle Mars-Mission für Mikrobiologin aus Plauen

Eine Reise zum Mars gibt es bisher nur in Science-Fiction Filmen. Für eine Vogtländerin wird sie jetzt aber fast real. Anika Mehlis aus Plauen ist eine sogenannte Analog-Astronautin. Gemeinsam mit fünf anderen Wissenschaftlern wird sie für das Österreichische Weltraumforum eine Mission auf dem Mars simulieren. Der Countdown dafür läuft bereits – am Montag werden sich die Türen ihrer Raumstation in Israel für drei Wochen schließen.

Analogastronautin Anika Mehlis
Annika Mehlis freut sich auf ihre erste simulierte Mars-Mission. Bildrechte: ÖWF/Donning

Ab nächste Woche Montag erfüllt sich Annika Mehlis einen Traum. Sie macht bei einer speziellen Mars-Expedition mit – und zwar auf der Erde. Vor drei Jahren hatte sich die selbsständige Mikrobiologin dafür beworben. Nach mehreren Auswahltests wurde sie als einzige Frau ins Team aufgenommen. Analog-Astronauten sollen künftige Weltraumexpeditionen möglichst realitätsnah durchspielen. Deshalb wurde in der israelischen Negev Wüste eine Art Raumstation gebaut, ein Habitat.

Dort wird die 40 Jahre alte Plauenerin ab Montag von der Außenwelt isoliert. "Drei Wochen lang werden wir sechs Analog-Astronauten in dem Habitat eingeschlossen sein", erzählt Mehlis. Die Crew soll das Gefühl allein und angewiesen auf die Technik zu sein, richtig erleben. "Die von uns, die so etwas schon gemacht haben, sagen, dass sich das nach kurzer Zeit sehr real anfühlt", so Mehlis.

Analogastronautin Anika Mehlis
Die Kommunikation mit der Basis-Station wird in der Simulation so umgesetzt, als wäre das Team tatsächlich auf dem Mars. Bildrechte: ÖWF/CStix

Bis zum 31. Oktober stehen viele wissenschaftliche Experimente auf dem Programm. Außerdem soll das Zusammenspiel zwischen Mensch und Technik genauso getestet werden, wie spezielle, marstaugliche Raumanzüge. "Der Raumamzug ist schwer, ist hinderlich, hat eine eingeschränkte Bewegung", sagt Mehlis. "Aber er hat auch Technik, zum Beispiel ein Display oben im Helm, wo man sich navigieren kann oder Daten bekommt." Es solle herausgefunden werden, was ein Raumanzug mitbringen muss.

Größtes Handicap für das sechsköpfige Team dürfte die Kommunikation mit der Basis-Station werden. Auch die wird so simuliert, als wäre die Crew auf dem Mars. "Wenn wir eine Nachricht schicken, dann kommt die Antwort eben erst in 20 Minuten zurück", erklärt Mehlis. Gerade bei akuten Problemen müsse deshalb oft eigenverantwortlich entschieden werden. Genau diese Herausforderungen waren ein Grund, sich für dieses Abenteuer zu entscheiden, meint die Mikrobiologin.

Weltweites Interesse an Forschungsergebnissen

"Wir sind die Vorreiter für das, was noch kommt und suchen nach Fehlerquellen", erzählt sie. "Ich freue mich auch auf die überraschenden Dinge, also selbst wenn irgendetwas gar nicht funktioniert, ist es nichts, wovor ich Angst hätte." Wissenschaftler weltweit warten schon auf die Ergebnisse dieser Mission. Vielleicht sind sie die Basis für eine echte Reise zum Mars, hofft die Plauenerin.

Ich freue mich drauf, wenn es mal soweit ist, noch in meiner Lebenszeit, dass da jemand hinfliegt, zuzukucken und zu sagen: 'Ich hab` das mit vorbereitet'. Das ist schon ein tolles Gefühl.

Anika Mehlis

Wenn Anika Mehlis Anfang November von der Mars Mission zurück ist, will sie sich zunächst ganz irdischen Dingen widmen - und zwar der Fertigstellung ihrer Doktorarbeit.

Quelle: MDR/al/bs

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalreport aus dem Studio Chemnitz | 06. Oktober 2021 | 16:30 Uhr

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