Analog-Astronautin Wissenschaftlerin aus Plauen nimmt an simulierter Marsmission teil

Die Raumfahrtnationen bereiten bemannte Marsmissionen vor. Eine Mission würde etwa 500 Tage dauern. In Israel wird daher der lange Aufenthalt auf dem roten Planeten simuliert. Eine Analog-Astronautin aus Plauen ist dabei.

Biologin Anika Mehlis
Die Wissenschaftlerin Anika Mehlis wird sechs Wochen lang in einer Raumstation in der Negev-Wüste leben und arbeiten. Bildrechte: ÖWF/Voggeneder

Die Mikrobiologin Anika Mehlis aus Plauen ist als sogenannte Analog-Astronautin zu einer simulierten Raumfahrtmission in die israelische Negev-Wüste gereist. Sie ist Teil eines sechsköpfigen internationalen Teams, das unter Federführung des Österreichischen Weltraum Forums (ÖWF) in einer Art Raumstation komplett von der Außenwelt abgeschottet leben und arbeiten wird. Die fünf anderen Analog-Astronauten kommen aus Österreich, Israel, den Niederlanden, Portugal und Spanien. Unterstützt werden die Analog-Astronauten von Expertinnen und Experten im Mission Support Center im österreichischen Innsbruck.

Analog-Astronauten sind speziell ausgebildete Raumanzugtester. Sie werden nach einem umfassenden Testverfahren ausgewählt und durchlaufen eine mehrmonatige Grundausbildung. Eingesetzt werden Sie bei technischen Tests und Mars-Simulationen.
Analog-Astronauten des ÖWF sind speziell auf den ÖWF-Mars-Raumanzugssimulator "Aouda" trainiert und werden in Analogie zu zukünftigen bemannten (Mars)-Expeditionen für vorbereitende Forschung- und Entwicklungsarbeiten eingesetzt.

Quelle: Österreichisches Weltraum Forum

Vorreiter für die Mars-Mission

Anika Mehlis ist gespannt auf die vor ihr liegenden Aufgaben. "Drei Wochen werden wir sechs Analog-Astronauten eingeschlossen sein und dann nur in einem Raumanzug-Simulator die Station verlassen." Draußen würden sie Bodenproben nehmen und mit Rovern oder Drohen arbeiten. "Daneben werden wir sehr viele medizinische und psychologische Experimente durchführen." Dabei würden in der knapp bemessenen Zeit möglichst viele Daten gesammelt.

Wir sind so ein bisschen die Vorreiter für das, was da noch kommt. Wir bereiten die Technologie und die Arbeitsabläufe vor und wir suchen nach Fehlerquellen.

Anika Mehlis Analog-Astronautin

Stein auf dem Mars, Mai 18, 2021 – Sol 86
So sieht die Marslandschaft in Wirklichkeit aus. Die Tests der Anaol-Astronauten sollen böse Überraschungen auf dem Roten Planeten minimieren. Bildrechte: NASA, JPL-Caltech

Die Mission endet am 31. Oktober 2021. Danach werden die gesammelten Daten ausgewertet.

Quelle: MDR/tfr

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz | 01. Oktober 2021 | 13:30 Uhr

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