Appell Ärzte aus dem Vogtland rufen zur Impfung auf

Eine Hausärztin verabreicht einem Patienten die erste Impfung gegen Covid-19.
Die Hausärzte im Vogtland wollen noch mehr Menschen gegen Corona impfen. Bildrechte: dpa

Mehr als 60 Ärzte und Zahnärzte aus dem Vogtland haben sich mit einem dringenden Appell an die Einwohner des Landkreises gewandt. In dem am Freitag veröffentlichten Schreiben bitten sie die Vogtländer, sich testen und impfen zu lassen. Der Internist Dr. Andreas Labitzke aus Reichenbach ist einer der Initiatoren. "Die Inzidenz im Vogtland ist so hoch, dass es uns ganz wichtig war, diesen Aufruf zu initiieren. Wir haben das im Landkreis Hof gesehen und haben daraufhin beschlossen, das auch hier zu tun." Bereits seit dem 23. März seien die Arztpraxen im Vogtland mit Impfstoff versorgt worden, sagt Andreas Labitzke. "Wir konnten zwischen 100 und 400 Dosen ordern." Das sei allerdings eine einmalige Lieferung gewesen. "Nach Ostern wird wie überall eine Menge von 20 Dosen pro Arzt zur Verfügung stehen."

Resonanz bisher gut

Andreas Labitzke sagte MDR SACHSEN, dass man Kontakt mit Patienten aufgenommen habe und ihnen im Gespräch klarmachen konnte, dass das Risiko schwerwiegender Nebenwirkungen durch den Impfstoff Astrazeneca sehr gering sei. "Die Resonanz ist ausgesprochen gut. Seit vergangener Woche impfen wir sehr viele Menschen in der Praxis." Natürlich könnten das noch mehr sein, aber die Ärzte kämen auch an ihre physischen Grenzen, sagt Labitzke. "Es wird ja neben der normalen Sprechstunde geimpft. Es ist ja bekannt, dass das Vogtland mit Hausärzten unterversorgt ist.

Die Kollegen, die da sind, kämpfen ohnehin schon am Limit.

Dr. Andreas Labitzke Internist

Zwei Flaschen mit dem Impfstoff Astra-Zeneca
Die Ärzte im Vogtland konnten bis zu 400 Dosen des Astrazeneca-Impfstoffes ordern. Bildrechte: MDR/Karina Heßland-Wissel

Flächendeckende Tests als Ausweg

Andreas Labitzke tritt ebenfalls für eine Ausweitung der Corona-Tests ein. "Wir müssen testen, um all die herauszufischen, die uns die hohe Inzidenz bescheren." Wenn nicht getestet würde, verbreiteten Menschen ohne Symptome das Virus, ohne es zu bemerken, sagte Labitzke. "Natürlich steigt die Inzidenz, wenn mehr getestet wird, erst einmal an." Aber dann würde sie wieder sinken, weil Infizierte ohne Symptome ebenfalls herausgefiltert würden. Inzidenzen von mehr als 400 nannte Andreas Labitzke eine Katastrophe. "Wir wollen alle unser Leben wiederhaben. Aus dieser misslichen Situation herauszukommen, gelingt nur, wenn ausreichend Menschen geimpft sind.

03.07.2020, Berlin: Elisa Mirbach-Eder (r), Containment-Scout beim Robert-Koch-Institut, bekommt von Petra von Saurma, Teamleiterin des Pandemieteams des Gesundheitsamtes Mitte, einen Abstrich für Übungszwecke im neuen Corona-Testmobil des Bezirks.
Mit mehr Tests sollen symptomfreie Infizierte entdeckt werden. Bildrechte: dpa

Der Freistaat Sachsen hatte die Priorisierung der Corona-Schutzimpfung im Vogtlandkreis am 12. März aufgehoben. Seitdem können sich alle ab dem 18. Lebensjahr zum Impfen anmelden. Damit sollte dem weiteren Anstieg der Inzidenz entgegengewirkt werden. Seit dem 18. März bewegt sich die Inzidenz dort auf relativ gleichbleibend hohem Niveau. Sie lag am Montag bei 424,8.

Quelle: MDR/tfr/nk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 29.03.2021 | 17:20 Uhr

Mehr aus dem Vogtland und Greiz

Ein verunglücktes Auto und Feuerwehrleute 1 min
Bildrechte: MDR

Mehr aus Sachsen