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Farbige Bändchen machen ab jetzt das Einkaufen unter der 2G-Regelung für Kunden und Geschäftsinhaber in Auerbach leichter. Bildrechte: MDR/Bernd Schädlich

2G-NachweisBunter Bänder erleichtern Einkaufen im vogtländischen Auerbach

von MDR SACHSEN

Stand: 24. Januar 2022, 18:37 Uhr

Erst hatte Sachsen eine "Bändchen-Regelung" fürs Einkaufen untersagt, mit der neuen Verordnung ist sie nun doch erlaubt. In Leipzig und Dresden gibt es Stempel für die Innenstadt, Auerbach setzt auf bunte Bändchen.

Beim Einkaufen in Auerbach kommt ab sofort Farbe ins Spiel – und zwar am Arm der Kunden. In den Geschäften im Zentrum gelten seit Montag sogenannte 2G-Zutrittsbändchen. Der Stadtmarketingverein hat das im Vogtland bisher einmalige Projekt  auf den Weg gebracht, von dem sowohl die Kunden als auch die Geschäftsleute profitieren sollen. Die roten, grünen, gelben, blauen, orange- oder pinkfarbenen schmalen Papierbändchen stechen sofort ins Auge. Am Handgelenk getragen, ersetzen sie beim Einkaufen in den meisten Geschäften der Auerbacher Innenstadt den Impfnachweis und Personalausweis, sagt Jens Scharff, Chef des Auerbacher Stadtmarketingvereins MDR SACHSEN. "Wir wollen unseren Kunden die Erleichterung anbieten: Im ersten Geschäft, das sie besuchen, weisen sie ihren Impfstatus nach und bekommen ihr Bändchen. Das müssen sie dann in jedem anderen Geschäft nur noch vorzeigen."

Farbenfrohe Einkaufswoche

Jeden Tag gilt eine andere Farbe, denn wenn man das Band vom Handgelenk entfernt, geht es kaputt, so Scharff weiter. Buchhändlerin Cornelia Horn hat am Montag bereits erste Erfahrungen gesammelt. "Wir hatten heute früh unsere Bändchen schon da. Drei haben wir bereits an den an den Mann gebracht und es gab sehr positive Resonanz dazu."

Bei den Passanten rund um den Auerbacher Neumarkt kommt die Bändchen-Lösung ebenfalls gut an. "Es ist besser, als wenn man immer den Ausweis vorzeigen muss", sagt ein Mann. Eine Passantin ergänzt: "Ich finde das praktischer. Es geht auch schneller." Eine weitere Auerbacherin berichtet von stressigen Situationen in anderen Städten. "Ich war in Zwickau einkaufen und dort musste man in jedem Laden immer alles vorzeigen, das hat mich genervt. Ein Mann ergänzt: "Wenn ich ein Band bekomme und ich muss nicht in jedem Laden Ausweis und Handy zeigen, dann ist das in Ordnung."

Die Auerbacher Händler hoffen, dass wieder mehr Kunden durch die Geschäfte bummeln, wenn sie mit den farbigen Bändchen unterwegs sind. Bildrechte: MDR/Bernd Schädlich

Händler hoffen auf mehr Kundschaft

Das Bändchen würde auch die Kontrollen in den Geschäften spürbar erleichtern, sagt Modehändlerin Ute Prenzel. Sie bringt noch ein weiteres Argument ins Spiel. "Wir haben es auch schon erlebt, dass Personalausweise verloren gegangen sind durch das ständige raus und rein. Das ist eine Möglichkeit, das zu verhindern." Thea Reibel, die Inhaberin eines Wäschegeschäfts, hofft, dass die Bändchen eventuell das generelle Einkaufsverhalten der Leute wieder ändern. "Die Kunden gehen nur in die Geschäfte, wenn sie wirklich etwas brauchen. Danach gehen sie wieder heim. Nun kann der Kunde sagen 'Jetzt hab ich das Bändchen, also gehe ich auch mal in die anderen Geschäfte. Ich kann mal bummeln gehen.'" Natürlich werde man nicht alle vom 2G-Bändchen überzeugen können, sagt Ute Prenzel. "Es ist ja freiwillig, das muss man immer wieder sagen. Aber wenn man nichts probiert, kann man nicht wissen, ob es funktioniert." 

In Leipzig hat man dagegen auf eine Lösung mit Stempeln gesetzt. Das sei nachhaltiger, hieß es aus dem Wirtschaftsdezernat der Stadt. Gleichzeitig wäre es schwer, Bändchen in ausreichender Menge zu bekommen. Kunden berichteten MDR SACHSEN aber auch von verschmierter Kleidung durch die Stempelfarbe. Auch in Dresden treten die gleichen Probleme auf. Dort hatte man bei der schnellen Umsetzung der Regelung zudem versäumt, alle Händler über die "Stempellösung" zu informieren.

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Quelle: MDR/ (bs,tfr)

Dieses Thema im Programm:MDR SACHSEN | Regionalreport aus dem Studio Chemnitz | 24. Januar 2022 | 16:30 Uhr

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