Stippvisite Plauener Gesundheitsamt am Limit - Ministerpräsident zu Besuch

Etwa 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich im Gesundheitsamt Plauen um Kontaktverfolgung, Quarantänebescheide oder die Corona-Hotline. Am Freitag hat sich Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer vor Ort informiert und sich für ihre Arbeit bedankt.

Ministrpräsident Kretschmer und der Landrat des Vogtlandkreises, Rolf Keil, übergeben einer Frau einen Weihnachtsstollen.
Obwohl Ministerpräsident Kretschmer Stollen mitgebracht hatte, gab es keine gemütliche Kaffeerunde im Gesundheitsamt Plauen. Bildrechte: Landratsamt Vogtlandkreis

Mit einem Weihnachtsstollen im Gepäck hat Ministerpräsident Michael Kretschmer das Team des Gesundheitsamtes Plauen am Freitag überrascht. Statt eines gemütlichen Kaffeetrinkens gab es jedoch viele persönliche Gespräche, erzählt Teamleiterin Cynthia Siegel. "Ich fand die Idee super. So bemerken auch die Mitarbeiter, dass das, was sie jeden Tag machen - auch an Feiertagen und am Wochenende - wirklich anerkannt wird." Es sei auch ein super Gespräch zwischen Ministerpräsident mit den Mitarbeitenden gewesen, bei dem er auch für Fragen zur Verfügung gestanden habe.

Gesundheitsamt arbeitet am Limit

Ministerpräsident Kretschmer lobte die Arbeit des Gesundheitsamtes, fühlt sich aber durch die Aussagen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in seinem Kurs bestätigt, ab Montag in Sachsen das gesellschaftliche Leben für vier Wochen herunterzufahren.

Die Situation im Vogtland ist - weil hier konsequent gehandelt wird - noch unter Kontrolle. Es gelingt noch, die Kontakte nachzuverfolgen.

Michael Kretschmer Ministerpräsident von Sachsen

Doch die Teams im Gesundheitsamt hätten ihm ganz klar gesagt, dass bei steigenden oder nur gleichbleibenden Infektionszahlen die Arbeit nicht mehr zu schaffen sei, so der Ministerpräsident weiter. 

Grenze des Machbaren erreicht

Trotz des deutlich aufgestockten Personals - nicht nur aus dem Bereich des Landratsamtes - sei die Grenze des Machbaren erreicht, meint auch Cynthia Siegel. "Wir haben tolle Kollegen von der Polizei, vom Finanzamt, von der Landesdirektion und Studenten, die uns super unterstützten."

Wir sind auch wahnsinnig froh über diesen Lockdown. Ich habe es im März schon miterlebt, das war  wirklich das,  was uns im Endeffekt gerettet hat im Gesundheitswesen.

Darüber hinaus gab Cynthia Siegel dem Ministerpräsidenten auch einen Wunschzettel mit auf den Weg nach Dresden ins Kabinett. "Es gibt natürlich immer noch Schwachstellen, gerade was die Digitalisierung angeht. Wir haben das jetzt mal angesprochen, wo man bestimmt noch Dinge verbessern kann." Im Vogtlandkreis seien die Ämter mittlerweile gut aufgestellt, die Haus-EDV sei eine "wahnsinnige Unterstützung bei der Arbeit".

Kretschmer lobt Vogtländer 

Michael Kretschmer sicherte den Plauenern seine Hilfe zu und lobte die Vogtländer. "Wir müssen die kommenden vier Wochen nutzen, um uns nochmals zu stärken und Abläufe zu verbessern. Ich glaube, dass man an vielen Stellen in Sachsen vom Vogtland lernen kann, wie sie es hier organisiert haben." 

Ministrpräsident Kretschmer und der Landrat des Vogtlandkreises, Rolf Keil, beim Pressegespräch.
Ministerpräsident Kretschmer: "Ich glaube, dass man an vielen Stellen in Sachsen vom Vogtland lernen kann." Bildrechte: MDR/Bernd Schädlich

Im Gesundheitsamt Plauen setzen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter große Erwartungen in den harten Lockdown. Damit soll die Zahl der Corona-Neuinfektionen auf ein Maß gebracht werden, die auch die Situation im Gesundheitsamt wieder ein wenig entspannt.

Quelle: MDR/bs/tfr

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 11.12.2020 | 16:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Chemnitz

2 Kommentare

Zeitgeist vor 51 Wochen

es gehört zwar nicht hier her. Aber zur Polizeikontrolle in Görlitz ist kein Kommentar freigeschalten. Als Fachmann habe ich gestern im TV der Sendung "Sachsenspiegel" einen groben Verstoß des Polizisten in Bezug Corona Schutz VO festgestellt. Er fungierte als Viren- Schleuder. Echt Klasse !

Zeitgeist vor 51 Wochen

Ja diese Art von Dienstreisen hätte der Herr schon mal im Sommer machen müssen und nach Brennpunkten schauen. Und nicht erst wenn das Kind in den gefallen ist.

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